Am Dienstag war es soweit, ich hatte meinen Termin in der Endokrinologie der Uniklinik RWTH Aachen. Nach drei monatigen Wartens hätte ich den Termin fast verpasst, weil der Ex-Ruhrpottler und jetziger Landmensch das Stadt treiben unterschätzte. Zum Glück ging alles gut und der Startschuss für eine erfolgreiche Behandlung ist gefallen. Aber der Reihe nach.

Meine Leidensgeschichte

Seit Oktober plagt mich mein Stoffwechsel (oder doch meine Psyche?) und sorgte für extreme Fressflashs, Müdigkeit, Schlafunterbrechungen, Leistungsabfall und weitere Problemchen. Zwischenzeitlich habe ich fast 10kg zugenommen und an extremen Tagen über 10.000kcal gegessen. Rational war ich mir dabei völlig klar, dass das verkorkst ist. Aber blieb ich Standhaft, reagierte mein Körper mit Zittern und völlige Fokussierung auf Nahrungsaufnahme, der ich spätestens am Folgetag dann wie ein Zombie fremdgesteuert nachgeben musste. Obwohl ich um 21:30 Uhr ins Bett ging, konnte ich nicht vor 07:30-8:30 Uhr aufstehen, selbst dann fühlte ich mich meistens erschlagen und wenig erholt. Meine Leistung nahm immer mehr ab, obwohl mein Trainingsaufkommen und die Motivation ungebrochen war.

Blut- und Urinest ergaben keine Auffälligkeiten, meine Schilddrüse arbeitete normal und Diabetes konnte auch ausgeschlossen werden. Die abschließende Hypothese war ein Fehler im Chortisolspiegel, den mein Hausarzt aber nicht selbst messen kann. Aus diesem Grund musste ich drei Monate auf einen Termin an der Uniklinik Aachen warten. Das ging noch „schnell“, die Endokrinologie Mönchengladbach hatte längerer Wartezeiten.

Ich habe Zwischenzeitlich mit einem Vitamin B-komplex Präparat sowie Zink und Vitamin D3 gegen den Heißhunger und Müdigkeit gearbeitet und damit von selbst ganz akzeptable Erfolge gefeiert. Zwar habe ich nach wie vor ab dem frühen Abend mit gesteigerten Appetit zu kämpfen aber ich fühle mich morgens besser erholt und kann wieder normal früh aufstehen, allerdings wache ich nachts trotzdem zwei bis vier Mal auf. Mein Gewicht hat sch jetzt bei knapp unter 80kg eingependelt. 5kg zu viel aber immerhin besser als zum Rekordhoch im November.

RWTH Uniklinik Aachen: Schreckliche Parkplatzsituation bereits um 09 Uhr morgens.

RWTH Uniklinik Aachen: Schreckliche Parkplatzsituation bereits um 09 Uhr morgens.

Abenteuerliche Fahrt zur RWTH Aachen

Am Dienstag war es dann soweit, bereits um 09 Uhr sollte ich da sein. Ich plante für die 55km nach Aachen 70min ein, was eigentlich genügend Puffer erlaubte. Aber mein Navi zeigte über die Autobahn eine Fahrzeit von 2:55h an, so dass ich mich schnurstracks über die B57 nach Aachen aufmachte, her aber bereits viel Zeit verlor. Um 08:50 Uhr erreichte ich die Uniklinik, alles im Lot also. Das habe ich zumindest gedacht bis ich mich aktiv mit der Parkplatzsuche beschäftigte… Au weia. Derartige Probleme kennt man als zugezogener Landmensch gar nicht mehr, unser Krankenhaus hat auch zur Topbesucherzeit um 15-18 Uhr immer freie Parkplätze.

RWTH Aachen: Unscheinbarer Eingang aber danach kommt man sich vor wie im Flughafen

RWTH Aachen: Unscheinbarer Eingang aber danach kommt man sich vor wie im Flughafen

Beeindruckend und wie ein Flughafen die RWTH Aachen

Nach 25min Suchen habe ich dann in der hintersten Reihe einen Parkplatz gefunden und machte mich auf den Weg in die Klinik. Eindrucksvoller Eingang und ein Innenleben wie im Flughafen, die Größe hat mich zusammen mit dem Anreisestress ganz schön erschlagen.

Das Foyer wirkt in dem Klinik Grün, was sich überall wiederfindet auf dem ersten Blick eher wie eine Bahnhofseingangshalle der ein Flughafen, die Wegweiser und Informationstafeln erschlagen einen fast. Es fehlt eigentlich nur noch die Bahn, die einen in die richtige Leitstelle fährt….

RWTH Aachen: Das Foyer wirkt eher wie ein Bahnhof oder ein Flughafen aber nicht wie ein Krankenhaus.

RWTH Aachen: Das Foyer wirkt eher wie ein Bahnhof oder ein Flughafen aber nicht wie ein Krankenhaus.

15min zu spät, das geht ja noch. Dachte ich.

B3 Leitstelle über Leitstelle

Der Aufzug B4 war schnell gefunden, der Bereich B3 auf Station 3 auch. Und dann ging es los, man musste ich an der Leitstelle anmelden. Dafür musste man an der Leitstelle eine Nummer ziehen und warten. Als ich dran war, stellten wir fest, dass ich nicht an der richtigen Leitstelle B3 war, denn ich war an der Leitstelle B3 Neurologie, B3 Augenheilkunde war ebenso falsch. Um 09:35 Uhr war ich dann an der richtigen Leitstelle B3 Innere Medizin. Wahnsinn. Ich fühle mich etwas wie bei Asterix und Obelix.

Die Dame an der Anmeldung war nicht wirklich von meiner Entschuldigung angetan und wollte mich gar nicht mehr als Patient aufnehmen. Zum Glück rief sie die Ärztin noch einmal an und fragte, ob ich mich noch vorstellen könnte. Irgendwie hat das ganze dann doch geklappt und ich wurde als Patient aufgenommen, kopfschüttelnd mit den Worten „wie man sich so verspäten kann“ – die Antwort manifestiert sich in den oben Zeilen und die RTWH Aachen ist dabei nicht völlig unschuldig.

RWTH Aachen: Aufgrund der Verspätung etwas glücklich aber mit gültiger Aufnahme in der RWTH Klinik.

RWTH Aachen: Aufgrund der Verspätung etwas glücklich aber mit gültiger Aufnahme in der RWTH Klinik.

Der Besuch bei der behandelnden Ärztin

Nach der Aufnahme ging alles ganz schnell und ich saß vor Zimmer 6 in Flur 9, alles sehr komplex in der Klinik. Die Rätin rief mich kurze Zeit später in ihr Zimmer. In Anbetracht der Größe der Klinik spiegeln die Ärztezimmer diese nicht wider.

Ich entschuldigte nochmals meine Verspätung und merkte hier gleich eine viel entspanntere Atmosphäre. Ich erzählte meine Leidensgeschichte, die Ärztin hörte aufmerksam zu und (unter)stelle mir als erste Frage Doping. „Sie wissen ja, das Hormone durch Doping extreme Veränderungen erfahren und wenn sie mal ehrlich in sich gehen…“ – NEIN. Ich supplementiere Vitamin B12, Vitamin D3, Zink und hin und wieder Magnesium. Gegen den Heißhunger habe ich ein hochdosiertes Vitamin B-komplex Präparat genommen, weil dies bei einer Nebennierenschwäche empfohlen wurde.

Einen Erklärungsansatz hatte die Ärztin für meine Probleme auch nicht, sie schließt auch einen Fehler im Chortisolspiegel aus. Nichtsdestotrotz wird dieser nun überprüft, genauso wie so ziemlich alle anderen Werte, die man anhand von Blutuntersuchungen und 24h-Urin-Test messen kann. Hoffnung macht mir auch eine Messung meines Elektrolythaushalts.

Am Montag morgen muss ich erneut in die Klinik, um die Sachen abzugeben und für eine weitere Blutentnahme. Danach wird die Ärztin sich mit den Ergebnissen schriftlich melden.

Fazit

Insgesamt Glück gehabt. Jetzt muss ich bis Montag warten und dann werde ich hoffentlich kurzfristig mehr wissen, denn solang es medizinisch unklar ist woher dieser gesteigerte Appetit, das Aufwachen in der Nacht und die sinkende Leistung kommt, ist eine Therapie sehr schwierig.

Irgendwas muss ja in meinem Körper schief laufen oder ist es am Ende doch einfach nur die Psyche, die verrückt spielt?

Stylisch aber ist der Eingangsbereich eines Krankenhauses der richtige Platz für ne Pommesbude?

Stylisch aber ist der Eingangsbereich eines Krankenhauses der richtige Platz für ne Pommesbude?