Kelly Starrett

Die Vorteile von Dehnübungen und einer allgemeinen Mobilität für den Rennrad- und Mountainbikesport dürften wohl umunstritten sein. Neben einer entspannteren Sitzposition, der Vorbeugung von Gelenk- und Muskelschmerzen schlägt ist bessere Aktivierung von Muskelketten ein riesiger Vorteil: unbewegliche Muskelgruppen in der Hüftgegend sind schlicht und einfach ein großes Hindernis auf dem Rad. Die Frage, ob man sich als Radsportler dehnen sollte, kann damit klar mit einem „Ja“ beantwortet werden (wie auch Ben Chaddock von Team Exergy zeigt)– auch wenn neuere Studien zeigen, dass Verletzungsprävention und Verhinderung „verkürzter“ Muskeln durch Dehnen eher Mythos sind. Antagonistentraining, dynamisches Dehnen und Gelenkmobilität haben hingegen Vorteile gegenüber den klassischen Dehnübungen aus dem Sportunterricht gezeigt (die zudem teilweise gefährlich waren – wie die Anweisung, beim Dehnen der hinteren Oberschenkelmuskulatur die Zehen zum Körper zu ziehen).

Neben den in Tacfit enthaltenen Mobilitätübungen (früher von Scott Sonnon mal als IntuFlow verbreitet) finde ich vor allem die Mobility WODs (WOD = Workout of the Day) von Kelly “K-Star” Starrett sehr nützlich:

This blog is intended as a jump off point for athletes to systematically begin to address their nasty tissues and grody joint mobility. Use at your own risk and stop if you think it’s gonna hurt you, your spine is going to come out your throat, or your face goes numb. But, understand that you should be responsible for your own business. Don’t wait until you need a new knee. Pony up.

Den Blog gibt es mittlerweile seit fast genau zwei Jahren, und Kelly – promovierter Physiotherapeut mit eigener Crossfit-Box in San Francisco – stellt seitdem jeden Tag ein neues Mobilitätsworkout auf die Seite. Die WODs dauern in der Regel zehn Minuten und können größtenteils ohne Ausrüstung (Ausnahmen sind drei Lacrosse-Bälle und ein Widerstandsband) ausgeführt werden.

Im Laufe der Übungen kommt jede Muskelgruppe mal dran, und auch wenn beispielsweise die Schultermobilität nicht jedem Radsportler als unmittelbar nützlich einleuchtet, ist die Kombination der WODs eine einfache und schnelle Möglichkeit, um gegen die “tight spots” des eigenen Körpers anzukämpfen.

Die Liste der Referenzen von Kelly ist lang, und auch Levi Leipheimer (Omega-Pharma-Quickstep), mehrfacher Sieger der Tour of California und bei Tour und Vuelta auf dem Podium, war schon einmal bei K-Star in der Garage, um sich bei ihm Tipps für Mobilitätsübungen zu holen:

Fazit: ausprobieren! Zehn Minuten am Tag sind nichts im Vergleich zu den Vorteilen, die eine gesteigerte Mobilität im Alltag und für den Sport mit sich bringt.