Über 1.000 Mountainbiker fanden am Wochenende den Weg nach Gilserberg. Für die meisten war der 16. SKS Kellerwald Bike Marathon der Startschuss für eine hoffentlich erfolgreiche Rennsaison. Auf der Kurzdistanz siegte Max Feger (MT Mesungen) nach 1:24 Stunden. Meine Zeit knapp über zwei Stunden wirkt dagegen nach einer Kaffeefahrt.

kellerwaldbikestart

Bei kühlen sechs Grad machten sich um 9 Uhr die Fahrer und Fahrerinnen auf ihren Weg den Rundkurs zwei oder sogar drei Mal zu umrunden, während mein überaus freundlicher Begleiter Thomas vom Team Nutrixxion und ich uns langsam auf die kurze Runde vorbereiteten.

Um 10 Uhr erfolgte unser Startschuss in es ging in die ca. 3 Kilometer lange Einführungsrunde, in der es vor allem galt nicht in eine Kollision verwickelt zu werden, denn das Feld war sehr nervös. Mit dem ersten Anstieg entzerrte sich dann aber alles und ich kam mehr oder weniger in meinen Rhythmus. Der Blickkontakt auf Jens (IBC DIMB Racing Team), der ca. 10 Positionen vor mir fuhr motivierte. Gegen Ende des Anstiegs überholte mich mein ehemaliger Teamkollege Thorsten (Bike Team Iserlohn). In der ersten Abfahrt war zuerst Geduld gefragt, denn die schnelleren Hochfahrer sind nicht immer schneller im runter fahren. Auf den engen Trails waren die Überholmöglichkeiten aber rar, bis eine dicke Laubschicht neben dem Weg das Überholen ermöglichte. Schnell konnte ich einen kleinen Vorsprung auf die Gruppe herausfahren, Jens war aber leider ausser Sicht.

Im zweiten Anstieg kam das komplette Gefühlschaos. Von nichts geht mehr über eine wirkliche richtig gute Attacke bishin zu dem bekannten Einheistrott war alles vorhanden. Immerhin setzte ich mich von Thorsten ab und kam eine Gruppe weiter nach vorne. Die Abfahrten waren jetzt leerer und hier merkte ich deutliche Verbesserungen zum letzten Jahr. Der Kopf war frei und die Pace stimmte. Bis zum Schlussanstieg konnte ich ordentlich auf das Pedal treten und schien eine Zeit von unter zwei Stunden realisieren können. Doch im letzten Anstieg platzten die Beine. Währnend ich zuerst dagegen hielt, brach ich dann in dem Steilstück ein und verlor wertvolle Minuten und Positionen. Auf den letzten drei Kilometern hinab zum Ziel war auch nicht mehr viel zu holen, dafür aber große Freude im wunderschön gebauten Zielbereich mit der bekannten Brücke und einem ca. ein Kilometer langen Trai.

Nach 02:03 Stunden war ich im Ziel. Platz 221 (AK 70.) ist schon etwas enttäuschend, immerhin war ich letztes Jahr über 20min langsamer und trotzdem 191. Vor zwei Jahren war ich 7min schneller und 113. Aber im Vergleich zum letzten Jahr sehe ich einen kleinen Aufwärtstrend, der zuversichtlich auf die nächsten Aufgaben stimmt. Denn im Mai kommt die geballte Mittelstrecken Power mit Mararthons um die 60-70 Kilometer.

Genze siegt auf Centurion 29er mit Sram XX1

Genze siegt auf Centurion 29er mit Sram XX1

Das Rennen über 120 Kilometer gewann der ehemalige Marathon Europameister Hannes Genze von Centurion-Vaude MTB-Team in genau viereinhalb Stunden. Gewöhnungsbedürftig war der Pizzateller am Hinterrad, denn Grenze fuhr das Rennen über 3100 Höhenmeter mit einer Sram XX1 Kurbel und einem 42 Ritzel, anders aös der mehrmalige Kellerwald Sieger Ramses Bekkenk (Team Mitsubishi), der auf einem Koga Twentyniner eine zweifach Kurbel fährt. Sebastian Szrauchner (Radsport Bomm) gewann über 80 Kilometer in 2 Stunden und 56 Minuten, 30 Sekunden vor Christian Schneidawind (Team TEXPA-SIMPLON). Beide fuhren bis zu ihrem Rennende in der sechsköpfige Spitzengruppe der beiden längeren Distanzen.