So eine ungewollte Off-Season Verlängerung kann ganz schön anstrengend sein, insbesondere wenn das Wetter Anfang November mit Sonnenscheinen und Temperaturen von über 15 Grad daherkommt. Ich hoffe, dass ihr euch bei euren Trainings darüber bewusst seid! Ich für meinen Teil befinde mich im Regenerationsprozess nach meinem Nabelbruch.

Die OP ist am vergangenen Montag gut verlaufen und der Inhalt des Bruchsack wurde wieder in die Bauchhöhle verlagert. Es wurde die „offenen“ Operationsform gewählt und wegen der geringen Größe auf den Einsatz eines stützenden Gewebenetzes verzichtet. Ich habe mich bereits am Nachmittag nach der Operation wieder voll fit gefühlt. Gefühlt, denn bewegungstechnisch war ich relativ lahm gelegt. Jede Bewegung aus dem Bauch heraus tat weh und wenn man sich überlegt, wo überall die Bauchmuskulatur mitarbeitet, dann stellt man schnell fest, dass Bewegung eher schlecht war. Selbst ein einfaches sich zur Seite drehen dauerte seine Zeit und erfolgte umsichtiges Mitdenken, um die Beine als Hilfsinstrument immer mitarbeiten zu lassen ;)

Die eigene Befindlichkeit
Heute bin ich schmerzfrei. Und von Tag zu Tag werde ich hinbiegen, was die sportfreie Zeit angeht. Aber ich möchte auch nichts riskieren und höre sowohl auf Arzt und Trainerin, die mir beide Rollentraining nach dem Fäden ziehen erlaubt haben. Natürlich nur in einem sehr lockeren und sich steigernden Umfang aber besser als Nichts. Meine richtige Saisonvorbereitung wird dann mit der Gesundschreibung Anfang Dezember erfolgen. Vorher ist Krafttraining in jedem Fall tabu, genauso wie Mountainbiken im Gelände.

Wiedereinstieg ins Rad-Training nach Hernie Operation
Da es im Internet kaum Berichte über Nabelbrüche oder -Hernien im Zusammenhang mit dem Aussetzen, Pausieren und Wiedereinstieg ins Radsport Training gibt, möchte ich doch kurz etwas über die Haltung meiner Ärzte und Trainerin sagen. Solang die Fäden nicht gezogen sind besteht auch bei geringer Belastung auf dem Rad die Möglichkeit zu Nachblutungen, Aufreißen der Wunde oder dem Austreten von Wundwasser. Allesamt Faktoren, die zu keiner schneller Genesung führen. Nach dem Fäden ziehen kann mir geringer Belastung auf der Rolle trainiert werden, solang der eigene Körper das positive Feedback gibt und schmerzfrei ist. Druck- und Zugbelastungen sollte man mindestens sechs Wochen vermeiden, damit sich die Narbe verfestigen kann und die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Bruchs vermieden wird.

Off-Season
Die Decke fällt mir noch nicht auf den Kopf, denn ich habe genügend abwechslungsreiche Dinge zu erledigen. Ein Stück weit genieße ich auch die trainingsfreie Zeit, wenn auch das Wetter eigentlich nach radfahren schreit. So bleibt wenigstens ausreichend Zeit für diverse Lektüren wie Gironimo, die Armstrong Biographie und diverse Bücher zum radspezifischen Kraftsport über die ich nach und nach dann auch Rezensionen schreiben werde. Und eine Saison Analyse für 2014 ist noch genauso fällig wie die Saisonplanung 2015, wenn diese auch schon recht fortgeschritten ist.