Eigentlich wäre heute mit „Rund um den Finanzplatz Frankfurt – Eschborn“ für die Profis und Jedermänner stattfinden, eigentlich wollten wir heute eine neue Serie zum Thema gewöhnliche Tagesabläufe bei Hobbyradsportlern starten. Eigentlich wäre heute ein schöner Tag gewesen.

Das fällt nun aus. Aufgrund eines Anschlagverdachts wurde das Rennen vom Landeskriminalamt Hessen abgesagt. Und das ist auch gut so, denn die Bilder aus Boston sind bei mir noch unvergessen.

Aus diesem Grund haben wir den Start der Artikelserie ebenfalls verschoben. Eine Absage von einem Radklassiker aus diesen Gründen ist alles andere als gewöhnlich. Deswegen ist heute ein Tag zum Schweigen.

Wir betonen das Schweigen, denn die unzähligen rassistisch motivierten Kommentare zu diesem Fall in den Radsportgruppen der sozialen Netzwerke sind ebenfalls ungeheuerlich.

Gerade durch die drohende Asylgesetzverschärfung und dem Leid vieler Flüchtlinge, die in Deutschland tagtäglich angegriffen werden, dürfen nicht eine handvoll Terroristen als Beweis für irgendwas herhalten. Die beschuldigte Tat ist schwerwiegend aber der Großteil der nichtdeutschen Bevölkerung unverantwortlich.

Und nur weil man einen anderen kulturellen Backround hat ist man lange kein Terrorist. Und nur weil man anders aussieht ist man noch lange nicht ein schlechterer Mensch. Und nur weil man Angst hat, muss man nicht andere Menschen pauschal diffamieren.

Liebe Radsportler, Rassismus hilft niemals. Bei aller Wut und Traurigkeit über die Absage des Klassikers ist eine differenzierte Betrachtung des Geschehen absolut notwendig. Behaltet eure Offenheit gegenüber anderen Menschen, etwas das euch bisher ausgezeichnet hat.