In Daniels WM-Tagebuch laden wir täglich dazu ein, Daniel bei seiner Vorbereitung auf die wembo 24h Mountainbike Weltmeisterschaft zu begleiten.

Trainingslager Tag 8. Entschuldigt meinen sparsamen Beitrag gestern aber der Ruhetag ist etwas anders verlaufen als gedacht und die Ruhe kam durch einen längeren Schraubernachmittag zu kurz, so dass ich die übrige Zeit mit Chillen verbracht habe anstatt euch einen schönen Bericht über die erste Woche im Trainingslager zu schreiben. Das hole ich nach, spätestens nach dem Trainingslager werde ich eine ordentliche Zusammenfassung hinbekommen.

Nach dem Cheatday gestern mit viel zu viel Essen brauchte mein Körper heute erstmal zwei Stunden mehr Schlaf. Alleine deswegen ist ein Ziel bis zur WM auf weitere Cheatdays zu verzichten. Diszipliniertes Essen hilft der Verdauung und ist besser für die Regeneration. Dann klappt auch wieder mit dem früheren Aufstehen.

Nichtsdestotrotz ging es unmittelbar nach dem Aufstehen aufs Rad, ich muss sagen der Wake Up Ride gefällt mir mittlerweile sehr. Auch wenn sich das auf dem Rad immer erst nach der Halbzeit bemerkbar macht. Davor ist viel Überwindung gefragt.

Nach dem (späten) Frühstück aus Quinoa, Soja-Yogurth und Heidelbeeren, kam Ansgar als Verstärkung für mein hartes Intervallprogramm. Geteiltes Leid ist halbes Leid? Ich glaube doch eher doppeltes Leid, aber wir waren sehr zufrieden und zum teil mit sehr widrigen Windverhältnissen zu kämpfen.

Nach einer kurzen Mittagsruhe stand heute noch eine Massage an, damit die nächsten Tage genauso fluppen. Morgen ist ein schwieriger Tag, denn mit 10,6mm Niederschlag wird es draußen bestimmt kein Zuckerschlecken aber auf dem Plan stehen zwei Sessions mit 4-5 Stunden Umfang insgesamt. Durchbeißen oder Rolle fahren, das wird sich morgen zeigen.

Session 1: Nüchternes Aufwachen


KB/G1: 2×30″ SB, 3×5′ G2 kraftorientiert, Gesamtdauer: 60 Minuten, TSS: 55, Leistung: 172 Watt (197 NP).

Im Halbschlaf aufs Rad schwingen, die Beine auf Temperatur kurbeln und dann im „Short but steep „-Segment bei Lövenich zwei Mal die Sau raus lassen. Spätestens dann bin ich auch wach ;-) Die kraftorientierten G2 Intervalle fuhr ich dann entlang der L366 – Öde aber aufgrund des Windes perfekter Flow.

Nach der Einheit gab dann Couch und Kaffee mit sozialen Medien. Hach, schöner kann der Tag ins Trainingslager nicht beginnen.

Session 2: EB-SB Intervalle am Limit


G1/EB/SB/G2: 4×5′ EB-SB-EB (2’+1’+2′), 3×10′ G2 kraftorientiert, Gesamtdauer: 120 Minuten, TSS: 135, Leistung: 182 Watt (215 NP).

Einheit 2 des Tages stand unter gänzlich anderen Voraussetzungen. Kein langsames wach werden, sondern Eskalation pur, die Pausenzeit in den 120 Minuten betrug inkl. Warm Up und Cool down gerade einmal 70 Minuten, der Rest war fordernd. Heißt konkret:

Nach 10min Aufwärmen, und das war bei den Temperaturen bitter nötig, folgten im Wechsel alle 5′ EB-SB Intervalle mit 5′ Erholung. Die 5′ Intervallen waren aber noch einmal in sich aufgeteilt, nach 2′ EB folgte eine Minute SB und anschließend wieder 2′ EB. Racing kurz unterhalb des Limits bzw. knapp darüber.

Leiden kurz unterm Limit

In der Leistungsauswertung von Golden Cheetah sieht man ganz gut, wie ich zur Intervall Mitte die Leistung immer steigern konnte. Im ersten Intervall kommt der Mittelfinger besonders gut zur Geltung, in den anderen Intervallen waren die Wind- und Streckenverhältnisse nicht ideal. Aber mir war wichtig die Intervalle auch unter nicht optimalen Bedingungen durchzuführen und auch mit Gefälle die Leistung hochzuhalten.

Dank Ansgar war der schmerzhafteste Teil des Trainings schnell weggefrühstückt. Die G2-Intervalle waren dagegen eine Flow-Session, wären da nicht die brennenden Beine bei 40 Umdrehungen pro Minute. In der Auswertung sieht man schön, wie gleichmäßig die Intervalle verlaufen sind. Im letzten Intervall habe ich alles rausgehauen.

Leiden am Limit

Das Training war heute also richtig stark und Ansgar konnte gut mithalten. Das freut mich auch. Eigentlich unterhalten wir uns während des Trainings gerne und viel, aber es ist auch schön Ansgar mal 120 Minuten fast stillschweigend neben oder hinter sich zu wissen. Und dann ist geteiltes Leid doch irgendwie wieder halbes Leid!

Und sonst so?

Nach der Massage fühle ich mich richtig gut und ich bin für die Schandtaten morgen bereit. Es wird – mehr denn je – ein Kampf gegen den inneren Schweinehund und ich bin willig diesen anzunehmen! Zumindest eine Outdoor Session habe ich mir fest vorgenommen. Ob ich die drei Stunden Einheit am Mittag auch unter diesen katastrophalen Verhältnissen fahren möchte, bleibt abzuwarten, immerhin ist ein gesundheitliches Risiko nicht wegzudebbatieren.

Für heute reicht es jetzt jedenfalls. Abendbrot, Couch, Snack, Bett.

Bis morgen!