Was wurde im Vorfeld viel über dieses Interview zwischen dem geläuterten Lance Armstrong und Talkshowqueen Oprah Wimfrey spkuliert. Lance als Vorreiter einer neuen Anti Doping Bewegung, die der UCI kräftig gegen den Karren fährt. Folgende Gerichtsverfahren gegen die sportlichen Leiter und Verbandsfunktionäre. Wer jetzt wach blieb, um sich den ersten Teil des Interviews live anzusehen, wurde jedoch enttäuscht. Meine Entäuschung nicht so lange wach bleiben zu können, hielt sich jedenfalls heute morgen in Grenzen. Man hat nichts verpasst und der UCI Klüngel kann vorerst durchatmen.

Trotzdem kam bei seinem Geständnis mehr, als seinerzeit von Jan Ullrich. Lance hat jemanden betrogen, nämlich eine Menge Menschen. Und gedopt hat er auch. Zudem war er als Teamleader in die Doping-Prozesse des Teams eingebunden. Blutdoping, Epo, Testosteron – alles zugegeben. Kein Tour de France Sieg war dopingfrei. Er habe sich aber nicht als Betrüger empfunden, das Wort Täuschung habe er sogar im Wörterbuch nachgeschlagen und festgestellt, dass es zu der Zeit um Chancengleichheit und nicht um Täuschung ging. Doping gehörte dazu, wie das Befüllen der Trinkflaschen und Aufpumpen der Reifen. Ein schlechtes Gewissen hatte er zu der Zeit nicht, erst jetzt sieht er langsam das Ausmaß seines Betrugs und das tut ihm leid.

Seit seinem Comeback will Lance Armstrong nicht mehr gedopt haben, vielleicht hatte er auch nur die falschen Mittelchen? Wer weiß das schon.

„Ich bezahle den Preis dafür und das ist okay“ – Lance Armstrong

Soweit waren dies keine neuen Erkenntnisse, denn diese Informationen waren spätestens seit dem USADA Bericht bekannt. Fakten über die mutmaßliche Zusammenarbeit mit der UCI, das mutmaßliche Bezahlen für verschwundene Proben oder mutmaßliche Hintermänner des professionalierten Dopings kamen nicht auf dem Tisch. Und hier beginnt die Ernüchterung. Armstrong geht nicht zum Angriff über. Er schützt UCI und den professionellen Radsport, in dem er die alleinige Verantwortung für das Geschehene übernimmt und jegliche Verbindung zu den Funktionären abstreitet.

Letztendlich bleibt also doch alles beim Alten.