Traditionell eröffnet Mailand – San Remo die Klassiker Saison im Radsport. Doch gestern mussten die 200 Fahrer bei gar nicht so frühlingshaften Bedingungen die 300km lange Strecke an die italienische Mittelmeerküste angehen. Erst erschwerte starker Schneefall später Wind und Regen die Fahrt, die aufgrund der extremen Wetterbedingungen verkürzt, zwischenzeitlich neutralisiert und nach einer Pause um fast 100km verkürzt fortgesetzt wurde.

Schnee, Eis und Regen auf der Frühlingsfahrt 2013. Foto von Cor Vos (Twitpic)

Schnee, Eis und Regen auf der Frühlingsfahrt 2013. Foto von Cor Vos (Twitpic)

Das Leid stand den Profis ins Gesicht geschrieben, die dem andauernden Regen wenig entgegen zu setzen hatten. Einige profis weinten vor Schmerzen, als Füße und Hände wieder aufgewärmt wurden. Jeder Radsportler, der unter ähnlichen Bedingungen bereits gefahren ist, kann sich im Ansatz die Schmerzen vorstellen.

Das Rennen war aber nicht nur aus diesem Grund spannend. In der Schlußphase lieferten sich Cancelara (Radioshak) und Sagan (Cannondale-Liquidas) ein hartes Duell, Gerald Ciolek (MTN-Qhubeka) hatte niemand auf der Rechnung, außer der frühere Topsprinter Erik Zabel. Bereits vor dem Rennstart ernannte Erik Zabel Ciolek zum Favoriten und so sollte es auch kommen. Aus dem Windschatten von Sagan zog Ciolek heraus und entschied die Primavera 2013 für sich.

In zwei Wochen werden die Klassiker in Belgien fortgesetzt. Mit der Flandernrundfahrt (Ostersonntag, 31.03) und Paris – Roubaix (07.04) folgen die – für mich – spannensten Rennen des Frühjahrs mit zahlreichen Kopfsteinpflasterpassagen und bissigen Anstiegen. Lüttich-Bastogne-Lüttich und das Amstel Gold Race in den Niederlanden vervollständigen die traditionsreichen Klassiker. Am nächsten Sonntag findet in Belgien Gent–Wevelgem statt, einer der vielen sog. Halbklassiker.