70km, 1750hm, 3.000kcal, 4:19h Fahrtzeit. Die nackten Zahlen spiegeln das Leid ein wenig wieder, was ich seit gestern nur in einem Wort wiedergeben kann: Schinderhannes. Die Marathon Veranstaltung ist rund von Anfang bis Ende. Gute Organisation und Ausschilderung, überall kompetente Helfer, eine geniale Strecke mit hohen Ansprüchen, die aber jederzeit zu bewältigen waren.

Vom Start weg machte der Marathon tierisch Spaß. Wiesenwege wechselten sich mit schmalen Waldwegen, Trails und neuen Wiesen ab. Bergab gab es immer wieder schnelle Passagen über enge Single Trails aber auch technisch anspruchsvolle Sektionen. Zu den Highlights gehörten die beiden Bachdurchfahrten, zumindest in der ersten tauchten selbst die Waden ins Wasser ein. Vor dem Ziel wartet die Wiese der 1000 Flüche, auf den 70km überfährt man aber gefühlte 1000 verfluchte Wiesen, die immer wieder den Fahrrhythmus durcheinander bringen.

Ein Wort, ein gefühl: Schinderhannes.

Ein Wort, ein gefühl: Schinderhannes und die Wiese der 1000 Flüche

Ich kam eigentlich ganz ins Rennen rein. Nach 90 Minuten und 30km lag ich noch auf einem erträumten 3:30 Stunden Kurs, durch die beiden langen Uphills in der Rennmitte habe ich nicht nur Zeit, sondern vor allem Körner verloren. Nach drei Stunden und 55km schien aber zumindest das Minimalziel sub vier Stunden machbar. Aber die letzten 15km wollten nicht enden. Meine Beine waren leer und ich konnte nicht mehr wirklich drücken. Vor den letzten beiden Anstiegen (etwa 150hm) bei km62 und 3:38h Fahrtzeit hatte ich noch etwas Hoffnung aber der Schlussanstieg war dann zuviel. Für die letzten 3 Kilometer benötigte ich fast 20min.

Am Ende belegte ich bei den Sen1 Platz 41 und finishte als 123. von über 250 Mittelstrecken Fahrern, wovon allerdings über 50 Fahrer den Marathon nicht zu Ende fuhren. Für mein erstes Mittelstrecken Rennen ist diese Mittelfeldplatzierung ok, Luft nach oben ist jedenfalls vorhanden. Immerhin war die gestrige Distanz fast das doppelt so lang wie die Kurzstreckenrennen in den letzten Jahren. Glückwunsch an dieser Stelle an Teamkollegin Doro, die nach 3:39h als Gesamtzweite das Rennen auf dem Podium beendete!

Einen Tag nach dem Rennen bin ich jedenfalls motiviert die nächsten langen Rennen besser anzugehen. Immerhin tut heute auch noch alles weh. Und darum ging es ja letztendlich, die Schmerzen zu verlängern, damit sich die dreistündigen Autofahrten auch lohnen :)