IMG_0004

Bislang bin ich mit meinem Garmin Herzfrequenzgurt immer gut gefahren – die Übertragungsprobleme, über die einige Nutzer klagen, hatte ich zum Glück nie. Allerdings ist mir vom Gurt schon ein Plastikteil abgebrochen, so dass ich dort bereits Ersatz bestellen musste (nur den Gurt, nicht den Sender). Mittlerweile habe ich mein Sportartenportfolio jedoch um Laufen und Schwimmen erweitert, und auf der Tartanbahn oder auf Trails bringt mir ein ANT+ Herzfrequenzgurt herzlich wenig. Mir war es aber wichtig, nicht nur über die Pace, sondern auch über die Herzfrequenzzonen Intervalltraining beim Laufen zu machen.

Möglichkeit 1: ANT+ Dongle bestellen – der passt aber nicht in neuere iPhones und für die meisten Android-Telefone gibt es überhaupt keine Dongles. Fällt also weg – für mich – weg.

Möglichkeit 2: einen der vielen Bluetooth-Herzfrequenzgurte bestellen, die es von Polar, Wahoo und Co. gibt. Kostenpunkt: ab ca. 60 EUR. Problematisch dabei: ich könnte den Gurt nicht mit meinem Garmin Edge nutzen, der kann nämlich kein Bluetooth. Auch mein zweites Nutzungsszenario – Übertragung der HF auf mein Laptop per ANT+ USB-Stick, um TrainerRoad zu nutzen (dazu in einem späteren Post mehr) – würde damit nicht klappen.

Dank DC Rainmaker (der wie üblich ein umfangreiches Review geschrieben hat) bin ich auf eine dritte Möglichkeit gestossen, die (über eBay) nur ein paar Euro teurer ist als die Bluetooth-Variante. Es handelt sich um den Herzfrequenzmonitor Viiiva von 4iiii, der ANT+ mit Bluetooth Smart kombiniert. Die wichtigsten Fakten für mich:

  1. Herzfrequenzgurt mit ANT+ Fähigkeit: So kann ich den Gurt mit dem Edge 500 und dem Garmin ANT+ USB-Stick nutzen. Auch neuere Android-Handies unterstützen ANT+.
  2. Herzfrequenzgurt mit Bluetooth Smart Fähigkeit: Kompatibel mit iPhone, iPad und neueren Macbooks  (die neuen Edge-Serien haben leider keinen BT Smart Chip, können aber dafür ANT+).
  3. Herzfrequenzgurt mit ANT+ to Bluetooth Smart Umwandlung: der Viiiiva kann Daten von ANT+ Geräten empfangen und ganz einfach in Bluetooth Smart Signale umwandeln. So können Trittfrequenz- und Geschwindigkeitssensoren sowie Powermeter und Fußsensoren zum Joggen auch auf dem iPhone etc. ausgelesen werden.

Also nach einiger Recherche den Viiiiva bestellt, und der ist mittlerweile auch angekommen.

Mein Fazit: die richtige Entscheidung getroffen. Der Viiiiva ist trotz seines komischen Namens für meine Zwecke eine tolle Lösung. Beim Joggen mit dem iPhone habe ich meine HF, und auch auf der Rolle oder mit dem Telefon in der Trikottasche unterwegs habe ich ANT+ und Bluetooth Smart Daten zur Verfügung. Zudem bin ich mit der Gurtqualität sehr zufrieden. Auch der Preis überzeugt, zumindestens wenn man den Viiiiva importiert. Für 65 EUR inkl. Versand hat man ein Multitalent um die Brust, dass sich vor dem Premium-Modell von Garmin nicht verstecken muss – und der kann für 50 EUR eben nur ANT+.

Und jetzt zur obligatorischen Foto-Story zum Test:

IMG_0001

IMG_0003_2

Gleicht den besseren Gurten von Garmin: Viiiiva-Gurt und Sender.

IMG_0004

Im Vergleich: mein alter Garmin-Gurt und der Viiiiva.

IMG_0024_2

Der Viiiiva wird über die 4iiii-iPhone App eingerichtet. Zunächst wird der Gurt mit dem iPhone verbunden:

IMG_0006_2

Gefunden:

IMG_0008_2

Praktisch: automatisches Firmware-Update für den Sender.

IMG_0010_2

IMG_0012_2

Nachdem der Viiiiva mit der iPhone-App verbunden ist können ANT+ Geräte gesucht werden:

IMG_0013_2

Beispiel iSmoothRun (meine Lieblings-App für’s Laufen): der Viiiiva kann einfach mit der App gekoppelt werden, und das trifft für den Großteil der gängigen Lauf-Apps zu.

IMG_0015_2

Herzfrequenz auf dem iPhone:

IMG_0018_2

Beispiel Runkeeper:

IMG_0019_2

Beispiel Strava: auch hier koppelt der Herzfrequenzgurt problemlos.

IMG_0022_2

4iiii-App mit dem Viiiiva als Sender für Herzfrequenz, Trittfrequenz und Geschwindigkeit auf der Rolle. Zur gleichen Zeit sendete der Gurt die ANT+-Daten an einen USB-Dongle am Macbook.

IMG_0025_2