Gastbeitrag von © FREISTAAT Markus

Da der Daniel ja von X Bionic schwärmte, wie nix Gutes, wollte ich ich mir auch mal ein X-Bionic Produkt ausprobieren.

Die Hose kam aus preislichen Gründen nicht richtig in Frage und bei einem Internetversender war das X-Bionic Energy Accumulator Longsleeve gerade im Angebot.
Der Marketingmensch der sich die Produktnamen ausdenkt, hat auf jeden Fall schon mal einen launigen Namen geschaffen. Zum Allgemeinverständnis: Das ist ein langes Unterhemd.

Bei Unterhemden setzte ich für gewöhnlich immer auf Craft. Im Winter ausschließlich auf das Craft Active (hier war der zuständige Marketingmensch beim Namen weniger kreativ).

X-BionicZwei Tage nach Bestellaufgabe kam das Paket an, auspacken, auseinander falten , lachen, Größe kontrollieren, staunen. Daniel hatte mir zwar gesagt, das die X-Bionic Sachen unangezogen klein wirken, aber so extrem hatte ich mir das jetzt auch nicht vorgestellt. Wie so da lag, hätte man denken können das sein ein bauchfreies Oberteil für meine Frau. Die ausgeprägte Strickstruktur wirkte erstmal ungewohnt. Also erstmal anziehen und wieder staunen. Das Unterhemd ist keinesfalls zu klein,zwängt nicht ein und zwickt auch nirgends. Es trägt sich überaus angenehm.

Erste Testfahrt auf dem Rennrad bei 11°. Das Hemd trägt sich immer noch angenehm und ist auch im Rücken schön lang, was mir bei Unterhemden für den Winter immer sehr wichtig ist. In Kombination mit einem Kurzarm Trikot und einer Softshelljacke habe ich es allerdings doch etwas zu gut gemeint. Mir war zwar zu warm, aber erstaunlicherweise fühlte sich der Energy Accumulator nicht feucht an.

Bei den folgenden Ausfahrten habe ich immer eine dünne Schicht weg gelassen bzw. eine dünnere Jacke gewählt. Damit war es immer perfekt. Am gravierendsten war die erste Ausfahrt mit etwas intensiveren Belastung bei 0°. Hier ist das Problem ja: Um mich herum ist’s kalt, mir wird dann aber sehr schnell warm. Lässt die Belastung nach, ist’s dann mal schnell kalt. Hier konnte das X-Bionic Hemd völlig überzeugen. Null – nennen wir es mal – „Kalter Schweißeffekt“.

Die Leistungsfähigkeit des Unterhemdes scheint tatsächlich auch von der Stricktechnikstruktur zu kommen und nicht primär vom Material. Auf der Wäscheleine trocknet das Craft Unterhemd nämlich erheblich schneller, als das X-Bionic.

Die beworbene Kompressionswirkung des Energy Accumulator mag ggf. messbar sein, hat aber mit dem medizinischen Verständnis von Kompression nichts zu tun. Gemerkt habe ich davon auch nichts.

Nach diversen Ausfahrten finde ich das die Performance des Unterhemdes wirklich auf ganzer Linie überzeugen kann, insbesondere wenn das Hemd richtig große Temperaturunterschiede ausgleichen muss.

Mit einem Preis von ca. 100 € ist das X-Bionic 2,5 mal so teuer wie das Craft Active. Ob es einem das wert ist, mag jeder selbst entscheiden. Wenn das X-Bionic jetzt noch in Punkto Dauerhaltbarkeit überzeugen kann, halte ich den Preis keineswegs für unangemessen.