Screen Shot 2014-04-27 at 18.11.05

Am Sonntag stand für mich die dritte Teilnahme an der Tour d’Energie in Göttingen an – das Rennen selbst feierte dieses Jahr seine zehnte Auflage. Dabei stand die Tour wetterbedingt unter etwas ungünstigen Vorzeichen. Gewitter und leichter Regen waren für den ganzen Sonntag angekündigt. Zum Glück bewahrheiteten sich die Vorhersagen nicht, es blieb während des gesamten Rennens bei kurzen Nieselphasen.

Der Göttinger Wall war bereits um 9:30 Uhr teilgesperrt, so dass die Fahrt mit dem Rad zum Ziel gleich zum Warmfahren genutzt werden konnte. Nach den ersten Sprints waren die Beine noch schwer, lockerten dann aber noch gut auf. Um kurz vor Zehn dann zur Startaufstellung, um im A-Block der 46km-Strecke nicht ganz hinten zu stehen. Wie eigentlich bei allen GCC-Rennen ziehen die gesponserten Teams wie Strassacker, Merkur-Druck etc. auf den ersten Kilometern ordentlich an, so dass man nicht hinter „VIP-Fahrern“ im Block starten möchte, die man in den ersten Kurven erst überholen muss. Dabei gibt es in Göttingen einen „fliegenden Start“ circa drei Kilometer nach dem Start. So früh im Startblock zu stehen hatte leider auch den Nachteil, dass der Moderator noch zwischen den Startern rumlief um Interviews zu führen – zum Glück konnte ich ihn durch unauffällige Handzeichen an Jens loswerden, der somit am Sonntag sein erstes Pre-Race Interview geben musste. Sorry, Jens!

Um 10:25 Uhr ging es dann los. Wir hatten Glück, dass wir uns rechts aufgestellt hatten, denn links von uns auf gleicher Höhe kam wohl jemand nicht in die Pedale und machte sich lang, bevor er überhaupt einen Meter gefahren war. Wie zu erwarten war zogen die Spitzenteams das Tempo ab dem ersten Meter ordentlich an, so dass wir mit über 50 km/h Richtung Rosdorfer Kreisel aus der Stadt zum fliegenden Start fuhren. Das Tempo blieb die ersten neun Kilometer bis zum Anstieg nach Mengershausen konstant hoch. An der Spitze wurde allerdings weiter ordentlich Druck gemacht, so dass das vordere Feld letztlich in drei Gruppen zerfiel: eine Spitzengruppe aus ca. zehn Fahrer, dahinter ca. 15 Verfolger und dann der Rest des A-Blockes, der dem Tempo am Anstieg nicht folgen konnte oder wollte. Ich bin dieses Segment im Herbst und Winter so häufig gefahren, dass ich einfach dran bleiben musste. Im letzten Jahr bin ich an dieser Stelle – bei deutlich geringerem Tempo – noch aus der Spitzengruppe gefallen, dieses Jahr konnte ich in der zweiten Gruppe mithalten und meine Bestzeit am Anstieg um eine Minute steigern. Zwischendrin dachte ich immer, „was soll das denn jetzt werden?“ Die Spitzenfahrer sind den Anstieg mit 31 km/h hochgeballtert – das muss wohl der milde Winter gewesen sein…

Nach der Abfahrt nach Dransfeld inklusive knackigem Gegenanstieg ging es zum Hohen Hagen, 2,2km mit 7% Steigung im Durchschnitt. Und natürlich mache ich hier wieder den selben Fehler wie in den vergangenen zwei Jahren… Zwar bin ich in der Bergwertung der kurzen Strecke 41., die Zeit war aber schlechter als meine Bestzeit und ich musste meine Gruppe fahren lassen. In der Abfahrt konnte ich fast noch an vier Fahrer heranfahren, die später eine Minute vor mir im Ziel waren, aber eben nur fast… Also wie die letzten beiden Jahre alleine auf die lange Strecke nach dem Hagen Richtung Mariengarten. Zehn Minuten war ich damit alleine im Wind unterwegs, bis von hinten eine ca. zwölfköpfige Gruppe kam, an die ich mich dranhängen konnte. Die ersten 28 Fahrer der kurzen Runde waren da schon soweit weg (und so stark besetzt), dass nicht mehr an ein Aufschliessen zu Denken war. Die Vierergruppe vor uns hätten wir vermutlich noch stellen können, aber so richtige Ambitionen hatten zum dem Zeitpunkt nur noch wenige. Die Gruppe ist dann bis zum Ziel bei einem Schnitt von über 40km/h zusammengeblieben, erst kurz vor Schluss gab es einen Ausreissversuch, der aber schnell gestellt wurde. Den Zielsprint habe ich ausgelassen und bin als einer der Letzten meiner Gruppe über die Linie gerollt – eigentlich hatte ich auch geplant, vorher wegzuspringen, aber die Beine hätten da glaube ich nicht so ganz mitgemacht.

Im Ergebnis bin ich als 41. ins Ziel gekommen. Nach Rang 156 bei meiner ersten Teilnahme 2012 und Rang 77 im letzten Jahr eine tolle Steigerung, auch angesichts der Tatsache, dass das Teilnehmerfeld in Quantität (990 Finisher) und Qualität ordentlich zugelegt hat. Mit 1:11:30 bin ich auch um sechs Minuten schneller als im letzten Jahr gewesen und konnte meine Wunschzeit von 1:13:00 realisieren. Rundum zufrieden also? Als kleiner Wermutstropfen bleibt das Malheur am Hohen Hagen – wäre, hätte… Und die Saison hat ja gerade auch erst angefangen. Wie jedes Jahr hat die Tour d’Energie also ordentlich Spaß gemacht. Die Organisation ist super, die Strecke top und das Fahrerfeld – soweit ich das beurteilen kann – ist auch sehr vernünftig unterwegs gewesen. Ein schöner Sonntag also!