Geschunden haben wir uns am Sonntag morgen in Emmelshausen beim 10. Schinder(hannes) MTB Superbike. Und wieder einmal war der Mountainbike Marathon eine von vorne bis hinten gelungene Veranstaltung. Zum 10. Jubiläum gab es dazu Teilnehmerrekorde auf allen Strecken und eine Gesamtstarterzahl von über 1000. Verdient, wie ich ich finde. Denn der Schinder(hannes) MTB Emmelshausen e.V. macht eine super Arbeit.

Ich hatte ja noch eine Rechnung mit dem Schinder Hannes offen, mein letztjähriges Halbmarathon Debüt verlief ja alles andere als gut. Wie sollte es auch anders sein, dass ausgerechnet vor dem ersten A-Wettkampf in diesem Jahr mein Körper streikt. Zu viel Training? Ernährungsfehler? Man weiß es noch nicht. Aber die Trainings vor dem Marathon, die auch im Hinblick auf die BIKE 4 Peaks in rund zwei Wochen wichtig waren, verliefen in den intensiven Bereichen weniger gut.

Zurück nach Emmelshausen. Mein mulmiges Gefühl wurde dann vollends zur Katastrophe als ich bemerkte, dass ich meinen Garmin zu Hause vergessen habe. Unterhemd und Coffee & Chainrings Hose waren da schon fast nebensächlich. Organisation geht auch besser. Glücklicherweise hatte ich meine Fitness Studio Pulsuhr in der Tasche, so dass ich zumindest im Rennen einen groben Überblick über die abgelaufene Zeit haben sollte. Nach kurzem Einrollen ging es dann in den Startblock, der gut gefüllt war. Es gab über 400 Anmeldungen – Streckenrekord! (Letztes Jahr waren 250 Fahrer am Start)

Meine Streckenkenntnisse waren trotz der Aufregung präsent und in der Einführungsrunde konnte ich gut mithalten. Bereits auf den ersten acht Kilometer konnte man erahnen, was auf einem zu kommt. Dicke Wurzeln, breite Wurzeln, schmale Wurzeln machen zusammen eine Menge Wurzeln. Zudem Wiesen mit und ohne Schlaglöcher und Wald. Dunkler Wald mit versteckten Matschlöchern. Die Wiese der 1000 Flüche, die auch in diesem Jahr eher wieder einem staubigen Karree glich, wurde erstmals passiert und dann ging es richtig los. Zuerst über geteerte Wirtschaftswege und dann folgten abwechselnd schöne Trails mit flowigen Kurven oder Böschungen mit starkem Gefälle. Ein diesen Spaß.

Bei bestem Wetter und fast trockener Strecke, die aber aufgrund der Bachdurchfahrten immer für frische Abkühlung sorgte, konnte ich die ersten Steigungen gut hochdrücken. In den flacheren Passagen fing dann aber das Kopfkino an. Warum bin ich so langsam? Warum überholen mich soviel in der Ebene? Puls 145bpm… das ist doch nicht richtig. Aber schneller fahren ging auch nicht. Die Beine wollten nicht. Ohne Garmin und aten über Trittfrequenz und Geschwindigkeit ist das ganze dann einfach noch eine Nummer schwieriger einzuordnen. Ich fuhr mein Tempo weiter.

Irgendwann hat Jule aufgeschlossen und am Berg Tempo gebolzt. Sie sah dabei recht entspannt aus im Gegensatz zu mir. Den Berg kam ich verwunderlicherweise im Windschatten mit hoch, in der Ebene fuhr Jule dann weg.

Schinder(hannes) MTB Superbike. Foto: Aus der Best-Of Galerie von Sportfotos24

Schinder(hannes) MTB Superbike. Foto: Aus der Best-Of Galerie von Sportfotos24

Frustration über die eigene Leistung gepaart mit purem Fahrspaß, den die Strecke vermittelt. Eine komische Konstellation. Immerhin fuhr ich bergab wieder besser als beim Ruhrbike Marathon. Da ich mir die Verpflegungspunkte eingeprägt habe, wusste ich zumindest meine Zeit ein wenig einzuschätzen. Mit einem ganz passablem Schlusssprint über die letzten fünf Kilometer, habe ich zumindest asteichend Kraft für das gesamte Rennen. Abgesehen von einigen Krämpfen im rechten Oberschenkel, weil ich mal wieder nicht gut genug getrunken habe.

Das ich nach 68km das staubige Karree in der gleichen Zeit befahren habe, wie nach ca. acht Kilometern spricht ebenfalls für eine gute Einteilung der Kraft.
Am Ende habe ich mein Ziel von 3:45h um wenige Minuten verpasst. Mit 3:52h war ich als 127. im Ziel (AK 48), damit zwar knapp schlechter platziert (bei größerem Starterfeld) aber immerhin um 15% (fast 25min) schneller als letztes Jahr.

Damit endet das zweite Duelle gegen Hannes leistungsgerecht 1-1 und wir sehen uns dann im Frühjahr 2015 zum dritten Duell.