Seit fast einem halbem Jahr habe ich den Garmin Edge 1000 im Einsatz. Der erste Eindruck war eine positive Überraschung in den Punkten Stabilität und Zuverlässigkeit, daran hat sich nichts geändert.

Eine meiner Lieblingsfunktionen im Training, die sich mittlerweile auch in Marathon-Rennen bewährt, ist die Segmente Funktion des Garmin Edge 1000.

Zwar komme ich mit Garmin Connect nicht aus und nutze die Schnittstelle auch nur zum Übertragen meiner Protokolle, aber mit Unterstütung von Gniza.org/segments kann man spielend Strava Segemnte auf den Garmin Edge aufspielen.

Das ganze funktioniert einwandfrei mit allem Schnickschnack wie Leaderboard und dazugehörige Zeiten. Natürlich bleibt der Stand des Leaderboards am Tag des Downloads eingefroren, wie soll der Garmin auch ein Strava Leaderboard aktualisieren.

Ich persönlich nutze die Segmente-Funktion beim Garmin weniger um persönliche Rekorde zu brechen, sondern viel mehr zur Trainingssteuerung. Anhand meiner eigenen Zeiten und Leistungswerte kann ich in etwa bestimmen, ob das gewählte Segment für meine Intervallzeit ausreichend oder zu kurz ist. Im Intervall selbst hilft es mir die Motivation hoch zu halten, wenn ich weiß, wie lange ich noch treten muss.

imageBergintervalle an der Sophienhöhe. Die Segmente Funktion hilft.

Ähnlich verhält es sich im Rennen, vorausgesetzt man findet die richtigen Segmente. Dann kann man sich die Kraft sehr gut einteilen, insbesondere wenn man zu zweit unterwegs ist. Nur blöd, wenn die Strecke nicht so verläuft wie man annimmt. Beim Kellerwald BIKE Marathon war der zweite Anstieg gar nicht so, wie das Segmente voraussagte und nach der Hälfte des Segments hatten wir schon die höchste Stelle erreicht und bogen rechts vom Segment ab… Passiert.


Für die Tranalp scheint dies aber eine sehr praktikable Lösung zu sein, die ich bereits bei den Four Peaks ausprobieren werde. Könnte vielleicht auch in den Abfahrten nützlich sein, wenn man die Kurven bereits vorher auf dem Display sieht.

Aber Garmin wäre nicht Garmin, wenn diese Funktion keine Probleme verursachen würde. Das Problem mit den Segmenten ist nämlich genauso vielfältig, wie seine Nützlichkeit.

1. Garmin beschränkt die Anzahl der Segmente auf 40
Das Garmin die Segmente generell einschränkt, um die Karte weiterhin optimal zu laden, finde ich ja löblich. Aber wo ist der Warnhinweis?

2. Segmente verschwinden nach der Übertragung ohne Fehlerhinweis
Man lädt Segment 41 und mehr auf den Garmin wie gewohnt in den Ordner New Files. Die Dateien sind dann auch dort zu sehen. Nach dem Start des Garmins findet man sie aber nicht unter Segmente, schließt man den Garmin wieder am MAC an, fehlen die Dateien ganz. Sie sind einfach im digitalen Nirvana verschwunden.

Die Lösung ist nicht Anwenderfreundlich aber sie funktioniert. Ich habe Ordner für Regionen und Räder erstellt und darin die Segmente abgespeichert, vor Reisen kopiere ich dann die entsprechenden Segmente eine Ebene höher in den Segmente Ordner. Die Ordner werden zwar im Garmin nicht angezeigt aber ich habe zumindest immer mein Segmente Archiv im Garmin dabei.

3. Sonderzeichen im Dateinamen mag Garmin auch nicht
Wenn Garmin aufgrund von Sonderzeichen wie | oder zufiele Leerzeichen ein Dateiname nicht zusagt, dann verhält es sich genauso, als ob man zufiele Segmente geladen hat. Die Datei wird korrekt hoch geladen und landet nach dem Start des Geräts im digitalen Nirvana und ist unauffindbar weg.

Mit dem Wissen über diese ungewöhnliche Vorgehensweise seitens Garmin mit den Segmenten, kann man damit umgehen. Aber ich hoffe, dass Garmin hier schnellstmöglich nachbessert und entweder die Begrenzung aufhebt, Fehlermeldungen ausgibt oder das Problem anderweitig löst. Denn insgesamt bin ich ein großer Fan der Segmente Funktion und empfinde sie als eine Bereicherung während des Trainings und meiner Marathon Rennen.