Eigentlich war der 16. CANYON Rhein Hunsrück MTB Marathon ein Rennen zum abhaken und schnell vergessen. Eine verpatzte Generalprobe eben. Aber so leicht geht das auch nicht, die linke Körperhälfte hat etwas dagegen. Ein Erfahrungsbericht.

Eine holprige Wiese mit zwei Spuren, eine schnelle Fünfergruppe und der Kampf um die beste Position im kommenden Downhill. Ein etwas langsamerer Vordermann, ein versuchtes Ausweichmanöver über die Mitte der Fahrbahn mit zu hoher Grasnabe, ein Abflug nach links quer über die gesamte Strecke, ein Kollege von hinten auf und über mir. Autschn. Dass das Rennen hier und jetzt für mich zu Ende ist, war mir so zu dem Zeitpunkt nicht bewusst. Überwältigt von der Hilfsbereitschaft meiner Mitfahrer, die mir aufhalfen und sich um Rad und Garmin kümmerten und bis zu meinem Signal bei mir blieben. Danke sehr, ich glaube ich habe das vor Ort gar nicht wirklich realisiert.

Bereits der folgende schwere technische Downhill war grenzwertig mit einem labilen Körper, so habe ich mich dann zur Aufgabe entschlossen. Vielleicht auch wegen des Fokus auf das BIKE Festival Willingen, der BIKE Four Peaks und der BIKE Transalp. Nichts riskieren. Was geblieben ist, sind Schmerzen. Außer Schmerzen nichts gewesen?

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Dem würde ich jetzt mit einem Tag Abstand widersprechen.


Zuerst gehört dem Veranstalter MTB-Rhens ein Riesen Dank. Eine tolle Strecke, massig Trails, tolle Abfahrten und dann noch diese Aussicht. Gänsehaut im Rheinland mit dem Gefühl von Alpen.

Rhens selbst war in Mountainbiker Hand, über 1200 waren vor Ort. In dieser niedlichen Kleinstadt aus Fachwerk und engen Gassen direkt am Rhein. Mit vielen Sitzgelegenheiten vor und nach dem Rennen, Frühstück, Kaffee und Nudelessen. Und obwohl die Veranstaltung schon recht groß wird, bleibt diese Familienrennatmosphäre wie man sie zum Beispiel vom MTB Marathon in Nordenau kennt.

Und dann war da ja noch das Rennen selbst bis zum Sturz. Die Form stimmt, mein Ziel 4:20h war machbar. Top100 war drin, wäre aber etwas mehr Arbeit geworden als nur 4:20h, schwer abzuschätzen wie der Schlußanstieg verlaufen wäre.

So richtig gelaufen ist das ganze Rennen nicht. Erst die Trennung von Tim, dann sticht in einer Abfahrt eine Biene, so schräg hinter dem Ohr. Irgendwie bin ich das Vieh los geworden, Ärger macht der Stich erst heute. War das schon eine Warnung?

Kurz vor dem Sturz fühlte ich mich jedenfalls prima. Ich hatte meinen Rhtymus und war im Flowmodus, geflasht von der Weinhangabfahrt mit Felswandeinlage und Serpentinen, die einen Vorgeschmack auf die Alpen boten.

Ebenso prima war Tim, der zuerst mitkämpfte und dann mir freie Fahrt gegeben hat ohne Ärger oder schlechte Laune – im Gegenteil. Warte bloß im Ziel auf mich, rief er mir noch hinterher. Habe ich dann nicht, ich wollte vor der drohenden Bewegungsunfähigkeit zu Hause sein. Entschuldige aber du hattest ja Verständnis.

Und sonst? Meine Barfly Halterung hat nicht überlebt. Mein Hinterrad hat einen ordentlichen Schlag und mein Vorderrad wird untersucht. Immerhin war es eine gute Entscheidung die ersten Saisonrennen mit dem Trainingslaufradsatz zu fahren, bleibt mir für Willingen und Four Peaks mein geliebter ZTR Crest LRS mit der so schön surrenden DT Swiss 240 Nabe.