Die ersten Frühlingssonnenstrahlen, eine gute Laktat-Testauswertung und beinahe 20 Wochentrainingsstunden sorgen neben dem Wetterhoch auch für ein unerwartetes Formhoch. Als hätte jemand den Schalter umgelegt, fluppt gerade alles fast wie von selbst. Dabei begann die Woche mit einer Katastrophe…

mein_trainingstagebuch

Der Laktat Re-Test am vergangenen Sonntag hat mir mehr Energie aus den Knochen gezogen als ich annehmen wollte. So startete ich selten motivationsloser in eine Trainingswoche. Ich zweifelte an mir, meiner Radsport Leidenschaft und dem ganzen tieferen Sinn. Erst das gemeinsame Training mit Thorsten gab mir neue Willenskraft und sorgte für neue positive Energie, die Wende brachte dann die gemeinsame Tour mit Ansgar, der alle meine Regler auf Mountainbike wieder aufdrehte. WAS(S)-EN-BERG lohnte sich auf jeder Ebene.

Die frühingshaften Temperaturen am Wochenende brachten dann trotz des vielen Winds ein Formhoch mit sich, auch weil mein Laktattest gar nicht so schlecht gewesen war, wie ich ihn selbst bewertet hatte. So ist das mit der mentalen Krise, die sich ganz schnell auf den ganzen Körper übertragen kann.

Während ich also am Montag an allem zweifelte, sorgte ich mit den epischen Trainingstagen am Wochenende dafür, dass ich annähernd 20 Stunden in dieser Woche trainiert habe. Und dass, obwohl ich Montag das Radtraining abgebrochen und am Dienstag ausfallen habe.

2 Trainingseinheiten, Sonne, Enduro Trails; der Wendepunkt in der Trainingswoche

2 Trainingseinheiten, Sonne, Enduro Trails; der Wendepunkt in der Trainingswoche

Meine Trainingswoche in der Übersicht

RadfahrenLaufenKraftEntwicklung
Der Sonntag nach dem Laktat-Test endete in einem Ernährungs-Desaster mit weit über den dreifachen meiner normalen Ernährung. Am Montag fühlte ich mich hundeelend und schaffte nicht einmal meine 90′ Rekom Einheit auf der Rolle zu Ende zufahren, sondern brach diese nach einer halben Stunde ab. Ich verfiel während des Trainings in negative Selbstgespräche, die wiederum das Training noch schwerer machten, so dass ein Abbruch unumgänglich wurde. Ein Abbruch einer Regieeinheit passiert mir eigentlich sonst nie. Stattdessen habe ich dann weiter fleißig Frust gegessen.

Am Dienstag habe ich das Rad Training ausgesetzt und bin stattdessen morgens eine Runde laufen gewesen. Die richtige Entscheidung, denn ein paar Sportgeister kamen zurück.

Am Mittwoch kam dann meine vermeintliche Trotz-Reaktion, die 4*4min Intervalle in einem drei stündigen Rollentraining setzte ich konsequent und fokussiert um, dabei konnte ich mich in den vier Intervallen um rund 10 Watt zur vergangenen Woche verbessern. Ein weiterer Grund zur Freude, die am Abend mit der Testauswertung weiter anstieg. Um es vorweg zu nehmen, in einigen Bereichen habe ich mich extrem verbessert und Bestwerte seit 2012 erreicht.

Wendepunkt der Woche war dann aber am Donnerstag und Ansgar nicht ganz unschuldig, genauso wie das Wetter und überhaupt. In WAS(S)-EN-BERG tobte der Vennbiker und ich auf den bestens vorbereiteten Enduro Trails richtig aus. Eine Spaß-Tour mit Anhänger, die auch den Spaß zurück gebracht hat.

Nach mehr als sieben Stunden Training in zwei Tagen gab es am Freitag nur eine kurze Reggierunde, kein Vergleich zu Montag. Besonders schön, dass meine Frau mit unterwegs war und wir gemeinsam zum Biohofladen radelten und Lilia Möhrchen kauften.

Das Schloß Sint Odilienberg, gefällt mir immer wieder gut.

Das Schloß Sint Odilienberg, gefällt mir immer wieder gut.

Am Samstag war das beste Wetter des Wochenendes angesagt, relativ windstill und Temperaturen über 12 Grad. Zeit also fr eine ausgedehnte Rennrad Tour im Grundlagen Bereich. Es wurde eine gute GA1-2 Einheit mit einer Normalized Power über 160 Watt in vier Stunden mit knapp 105km. Allerdings war es kälter und im letzten Drittel viel windiger als angenommen. Aber ich konnte gegen den Wind gut ankämpfen und hatte eine nicht ermüdende Motivation. Die Runde war im Übrigen gespickt mit 10-15km Wald-, Schotter und Wurzelwegen, stellenweise habe ich mich wie bei Paris-Roubaix gefühlt. Aber das Rennrad eines Mountainbikers muss das ab!

Meine Frau <3 Für die ersten 100km des Jahres gab es einen Überraschungskuchen.

Meine Frau <3 Für die ersten 100km des Jahres gab es einen Überraschungskuchen.[/caption] [caption id="attachment_7908" align="alignnone" width="1200"]Mit Anhänger und profilierten Reifen anstatt auf Slicks wie am Samstag. Mit Anhänger und profilierten Reifen anstatt auf Slicks wie am Samstag.

Und weil es am Samstag trotz der widrigen Umstände so schön war, wiederholte ich am Sonntag das Ganzemit dem Mountainbike und Anhänger. WAS(S)-EN-BERG Teil 2 stand auf dem Programm mit rund 600hm auf 35km das Maximum, was man auf unserem flachen Land erreichen kann.

Bevor ich mich aber mit dem Anhänger auf den Weg machte, standen die ersten Gehversuche auf der freien Rolle an. Die Tack Antares war ei Spontanankauf über die Amazon Warehouse Deals. Ich werde euch noch ausführlich über meine Erfahrungen wissen lassen aber ich habe es wesentlich einfacher vorgestellt. Während der ersten 45min habe ich es höchstens im zweistelligen Sekundenbereich ohne Anlehnen auf der Rolle ausgehalten.

Morgenstund hat Gold im Mund. Die Sonne auf dem Balkon ist wunderbar, jedoch spürt man diese bei den verkrampften Gehversuchen auf der freien Rolle kaum.

Morgenstund hat Gold im Mund. Die Sonne auf dem Balkon ist wunderbar, jedoch spürt man diese bei den verkrampften Gehversuchen auf der freien Rolle kaum.

Statistik

7TE, 16:20h, 310km, ca. 3000hm

Fortschritt Übersicht

Intensität
Leistung
Form
Am Dienstag ersetzte ein spontaner Lauf meine geplante Radeinheit und sagte für einen freien Kopf. Der Lauf tat gut und verschaffte mir neue Energie.

Mittlerweile kann ich auch ganz gut meinen Puls niedriger halten, während er im November und Dezember quasi beim Loslaufen schon über 155bpm pulsierte. Das Tempo war gewollt niedrig aber völlig in Ordnung.

Am Sonntag gab es zum Abschluss des gelungenen Wochenendes einen Minilauf zur Entspannung in der (nicht wirklich warmen) Abendsonne.

Damit habe ich dann auch mein Wochenziel von einer Stunde laufen erreicht. Yiha!

Statistik

2TE, 60min, 11km

Fortschritt Übersicht

Intensität
Leistung
Form
Am Dienstag konnte ich trotz meiner schlechten Verfassung ein gutes Kraft Training absolvieren und mir dadurch neues Selbstvertrauen holen. Das Training war nicht ganz so intensiv, dafür aber die Kraftausdauer Komponente spürbar. Neben fünf Sätzen Squats im mittleren Gewichtsbereich und tiefer Ausführung kam die Beinpresse, Beinstrecker und -beuger sowie zum Abschluss Wallseats einbeinig zum Einsatz.

Am Donnerstag Abend gab ich mir nach dem langen Training mit Anger beim Kettlebell Training die Kante. Da der Kursraum ab 17:15 Uhr belegt war, musste ich mich ranhalten um mein Training bis zum Kursbeginn durchgeführt zu haben. Der zeitliche Druck ging zu Lasten der Regenerationsphasen, was wiederum zu mehr Anstrengung führte.

Beide Trainings habe ich mit einer guten Motivation ausgeführt, soll heißen das ich gerade bei den unliebsamen Übungen ein bißchen mehr gegeben habe und mir hier extra Mühe gegeben habe.

Statistik

2TE, 2,5h

Fortschritt Übersicht

Intensität
Leistung
Form
Das Gewicht verharrt bei 80kg. Aber der Grund liegt auf der Hand und heißt 1kg Mandelbutter in einer Woche. Es war ein Fehler einen Vorrat anzulegen, denn damit kommt mein schwacher Geist nicht zu Recht. Ansonsten läuft die Ernährung gut, der Heißhunger auf Proteine und Fette scheint durchaus auch dem hypothetischen Nierenleiden geschuldet, ich warte weiterhin auf die Ergebnisse der Uniklinik.

Ansonsten wird das Gewicht bei gleichbleibender Trainingsintensität jetzt putzen, sobald ich die Nussbutter weglasse. Insgesamt komme ich aber mit den Mahlzeitensystem zu Recht und stopfe nicht pausenlos Sachen in mich hinein und habe nur noch selten Heißhunger.

Die Form auf dem Rad klettert nach oben, gerade die Einheit am Samstag gab mir Selbstvertrauen was die Validität des Leistungstests und meine Grundlagen anging. Denn auch nach vier Stunden konnte ich gegen den Wind 180 Watt im Ga1 Bereich treten.

Mit fast 20 Stunden Training habe ich mir selbst beweisen können, dass mein Potential vorhanden ist und ich es nur abrufen muss.

Statistik

11TE, 19:50h

Fortschritt Übersicht

Gewicht
Ausdauer
Form

Fazit

Hätte mir am Montag oder selbst am Dienstag jemand gesagt, dass ich am Ende der Woche mit knapp unterhalb der 20 Stunden Marke meine Trainingswoche abschließe, ich hätte ihm weder geglaubt noch mir eine derartige Leistung(ssteigerung) zugetraut.

Diese Woche hat mir einmal mehr vor Auge gehalten wie wichtig die Mentalität ist. Während negative Selbstgespräche selbst eine absolut gar nicht fordernde Regenerationseinheit zum Abbruch bringen können, kann man mit Optimismus und guter Laune Motivation für ein vierstündiges Power Training gegen den Wind aufbringen und am nächsten Tag den Umfang wiederholen.

Auch das Laufe über den Winter hat mir extrem geholfen und kann jetzt als gute Alternative eingesetzt werden und bringt mir neben dem anderen Reiz viel gute Laune. Ich genieße die Läufe mittlerweile Schritt für Schritt und finde die Anstrengung durch Tempoverschärfungen sehr angenehm, während ich im Oktober/November bei den ersten Versuchen eingegangen bin.

Ich bin gespannt, ob ich in dieser Woche eine weitere Schippe drauf legen kann und die 20 Stunden Training knacke und damit den letzten Trainingsblock vor den ersten Wettkämpfen perfekt abschließen kann. Die Zeichen dafür stehen gut.