Mit Ambitionen die 1000 Punkte im Winterpokal zu erreichen bin ich in die Regenerationswoche gestartet und habe die Trainingsreize einfach unbeachtet gelassen, was sich schnell rächte und am Ende zu mehr Pause als geplant führte. Mein Körper streikte mal wieder.

mein_trainingstagebuch

Ein Satz mit X. Da versucht man allen immer Auszureden nur des Winterpokals wegen mehr radzufahren und anderes Training aufzuschieben, folgt den ganzen Winter über seinen Plan und fällt dann in der letzten Woche völlig aus dem Rahmen.

Theoretisch wären die 50 Punkte eine Leichtigkeit gewesen. Zeit war da, mental war ich bereit. Aber der Körper wollte nicht. Und eigentlich war nicht umsonst nach drei fordernden Unfangwoche eine Ruhewoche geplant. WAR geplant.

körperliche Signale überhört

Obwohl ich bereits am Sonntag pausierte und mich montags auch nicht besser fühlte, hielt ich im Kopf an der 1000 Punkte Marke
fest und plante mit drei vier Stunden Trainings viel zu viel und merkte gar nicht, dass ich mir soviel Druck für nichts (außer der 1000 Punkte) aufbaute, dass mein Körper gar nicht wollte.

Die Reggie Einheit am Montag war gewohnt stressig. Irgendwie muss ich das System aktive Regeneration mal überdenken, es funktioniert aber die Einheit selbst ist nicht so der Burner. Ich fahre durch ein Tal der Schmerzen.

Die Radeinheit am Dienstag mit Hänger war schon schwerfällig, aber 10 Punkte war das Soll für den Tag. Also gab es danach noch ein Beinkraft Training. Uiuiui, selbst die 60kg Squats waren anstrengend und so richtig viel Leistung war auch sonst nicht zu erreichen.

Trainingsabbruch und Pause

Am Mittwoch war dann – wohlgemerkt obwohl der Körper extrem müde war – eine lange Ausfahrt auf der Sophienhöhe geplant. War geplant. Denn noch in der ersten halbe Stunde wurde ich vernünftig und brach das Training ab. Ich pedalierte völlig demotiviert und lustlos den Berg hinauf. Das war es nicht, was ich wollte.

Ich verabschiedete mich in den 30 Minuten von den 1000 Punkten, die mir ja sowieso nichts gebracht hätten, und setzte zwei weitere Tage komplett aus. Der Körper wollte auch nicht Sport machen. Und eigentlich wollte der Körper nichts außer Essen. Den ganzen Tag. Mein Cortisol ging gefühlt gar nicht mehr herunter und war unkontrolliert zu hoch. Immer Hunger, immer kurzatmig, immer müde, immer Herz rasen. Nervt. Immer. Aber da muss ich jetzt noch durch bis es in der Endokrinologie weiter geht.

Blöderweise bin ich gewichtstechnisch jetzt wieder bei 85kg, obwohl ich schon kurzzeitig wieder unter 80kg war. Das ärgert mich am allermeisten, denn die Ruhetage kann ich letztendlich gut verkraften.

Cortisol sinkt, Form steigt

Am Samstag nach der Arbeit wollte ich dann wieder sportlich aktiv werden, die Lust war zurück. Aufgrund des Winds zog es mich zum Laufen hinaus. Aus einem kurzen Läufchen in kurz/kurz wurde dann eine 1:40h lange Runde mit 17,5km und neuer PB über 15km. Verstehe jemand meinen Körper.

Am Sonntag taten die Beine dann noch nachhaltig weh und ich beließ es bei einer regenerativen 90min Einheit auf der Rolle.

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Fazit

Völlig verkorkste Woche, die aufgrund einer völligen Blödheit (1000Punkte Wahn) meinem Körper viel zu viel Stress zuführte und am Ende wenig zufriedenstellend war.

Glücklicherweise habe ich im letzten Moment die Kurve bekommen, aber durch den hohen Cortisolspiegel (gefühlt) und täglich 4-5000kcal an den drei Ruhetagen natürlich ordentlich das Gewichtsziel aus den Augen verloren.

Ruhewoche bleibt also jetzt Ruhewoche. Vielleicht hätte ich damit den Cortisolspiegel eher abfedern können und weniger Essen in mich hinein geschoben?

Positiv bleibt das Wochenende. Und das ich mich immer wieder aus diesen Cortisolhochs befreien kann. Leider erkenne ich da noch kein System. Mal hilft Pause, mal hilft Sport. Mal hilft nichts.