In love with the ardennes war gestern. Die Alpen bleiben die Nummer 1, dafür müsste ich sie aber erst Wiedersehen. Nach zwei wundervollen Tagen im Sattel bin ich mehr denn je von ihnen angetan, obwohl beide Tage mit Schmerzen verbunden waren.

mein_trainingstagebuch

Ich fasse mich etwas kurz, dass Internet ist hier alles andere als berauschend und einen ausführlichen Nachbericht werde ich in der nächsten Woche verfassen.

Spontan in die Alpen

Eine Teilnahme am Alpe Adria Bike Festival in der kommenden Woche habe ich gewonnen, Startort Villach. Diesen Startplatz zum Anlass haben wir uns kurzfristig eine Woche Familienurlaub am Weißensee gegönnt. Kann ich jedem nur empfehlen. So toll hier!

Auf einer Höhe von 950m ist unser Quartier, ungeben von mehreren 2000er Bergen mit einem großflächigen Wander- und Mountainbike Netz. Wunderbare Vorausetzungen.

Tag 1: Goldeck Panoramastraße

Was gibt’s schöneres als 80km Mountainbike mit 2500hm nach 12 Stunden Auto fahren? VIEL aber wenn man die Tour hinter sich hat, kann man immer noch ausruhen oder mit dem Baby Spaß haben.

Von Neusach ging es 1km flach los, einige würden „Einlaufen“ sagen. Bleiben wir beim einrollen und dann ging es direkt zur Sache mit dem Mühlenbachclimb über 2,2km mit 12,5% Steigung. Ging geht so. Ich folgte der vierten Etappe von BIKE Four Peaks 2015 bis zum Ostufer des Weißensees. Ein stetiges auf und ab auf um die 1200m. Nach 15km und 500hm kam das schnellste Stück der Strecke, 15km leicht abschüssig nach Zlan.

Und dann ging es episch weiter. 14,5km und 1100hm bergauf, auf der Goldeck Panorama Straße mit profilierten Reifen. Aufgrund der Gegebenheiten nicht anders zu lösen, da von Neusach zum Ostufer des Weißensees keine asphaltierte Straße gebaut wurde. Die Österreicher wissen Ebenen ihre Natur zu schützen.

Es lief ok, wobei es schon etwas verrückt war eine derartige Steigung an Tag 1 in Angriff zu nehmen. Zumal mit dem Anstieg zur Bodenalm noch ein weiterer Berg wartete. Mit 1:30h lag ich ganz gut im Rahmen, mit dem Renner wäre es einfacher geworden. Egal. Und dann? Erst das Panorama am Goldeck genießen und auf geht’s in die Abfahrt.

Goldeck Panorama

Ach ja, Alpen. Alpen und Trails, also Wanderwege. Und dann noch über 4km zu Beginn des Urlaubs. Eine weitere prima Idee. Ich schob dann mal größtenteils. Man lernt ja nie.

Trail am Goldeck

Irgendwann war es überstanden und über ein langes Aspahltstück und den Anstieg zur Bodenalm kehrte ich nach 5:30h von der ersten epischen Tour zurück.

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  • Plöckenpass, Giro Dolomiti, Kreuzberg

    Was gibt es in den Alpen neben epischen Anstiegen? Epische Passsstraßen. Heute begab ich mich auf die Spuren eines Weltmeisters und fuhr eine von Alban Laktatas Trainingsrunden in gekürzter Form, während in Lienz (Laktatas Wohnort) der Giro Dolomiti startete. Am Plöckenpass trafen dann das Feld und ich zusammen, allerdings nur weil ich in der Abfahrt kurz vor Kötschach stürzte. Aber der Reihe nach.

    Von Neusach ging es den Kreuzberg hinunter, ich liebe die Abfahrt. 4km, 400hm im kurvenreichen Terrain, dass ich 50kmh im Schnitt erreichte, bemerkte ich erst auf Strava.

    Es folgte eine wellige Passage von Greifenburg bis nach Oberdrauburg bis es dann links zum Plöckenpass ging. Die Straße war für Autos gesperrt und die Polizei erklärte fleißig die Umleitungen. Radfahrer durften fahren, ich sprintete also los. Denn für den Gailberg stand ein 20′ Intervall um 270 Watt auf dem Trainingsplan, das zweite war dann für den Kreuzberg am Ende geplant.

    Es lief gut und nach 22min (285 Watt) stürzte ich mich in die Abfahrt. Die Passstraße ohne Autos war ein Traum. Bergauf konnte man die vielen Kehren Ideallinie fahren, die Straße war schön und ich blieb die ganze Fahrt auf dem großen Kettenblatt. In der Abfahrt lief es gut, wobei ich es nicht übertrieben habe.

    Kurz vor Kötschach dann der Albtraum. Es knallte als würde ich beschossen im nächsten Moment lag ich auf dem Boden und rutschte samt Rad um die Kehre. Zum Glück hielt ein weiterer Rennradfahrer direkt an, ein Anwohner kam sofort zur Hilfe und das hinter mir fahrende Auto (Servicecar Giro Dolomiti) bremste rechtzeitig.

    Beim Abbremsen und Einlenken in die letzte Kehre der Abfahrt platzte der vordere Schlauch, ein 15cm Riss!

    Ein paar Schürfwunden und das war’s. Da ich jetzt vom Giro Dolomiti erfuhr, wartete ich auf das Feld und Medicar, um meine Wunden versorgen zu lassen und das Feld zu fotografieren.

    Das Medicar versorgte mich netterweise auch, obwohl ich kein Starter war. Als kleine Anekdote am Rande: Es dauerte über 10min bis die Wunden angeklebt waren, weil man gar keine Pflaster und Mull parat hatte. Nun, was brauchen denn wohl 90% der verunfallten Radsportler sonst? Aber nett waren sie!

    Nach Kötschach rollte ich langsam, die B111 nach Hermagor (32km) liefen dann wieder gut. Ab Tröpolach kannte ich den Weg ja bereits von der BIKE Four Peaks. Erstaunlich, dass ich mit dem MTB im Windschatten des Fahrerfelds schneller war als heute mit dem Rennrad.

    Der Kreuzberg war dann wirklich heftig, ging nicht mehr viel aber das was in den Beinen war, habe ich herausgeholt. Ab dem Kreuzberg Gipfel bis Neusach (6km) regnete es dann in Strömen. Wenn’s läuft, läuft es.

    Am Ende waren es heute nur 3:40h, 100km und 1400hm aber mit deutlich mehr Intensität als gestern. Und morgen ist Pause.

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