Jetzt steht ich wieder hier, mitten in Einruhr am Rursee im Start/Zielbereich des MTB am Rursee-Marathons und meine Gedanken schweifen zurück zum letzten Jahr. Hier begann alles: meine Beziehung zu den Vennbikern, mein erster Kontakt mit den Eifeltrails, meine Rennfahrerkarriere!

Gerne erinnere ich mich an das Rursee-Wochende vom letzten Jahr zurück. Die Erinnerungen sind noch so real, als wäre es gestern gewesen. Technik-Lehrgang bei Denis, Kennenlernen der Muschi, die Atmosphäre bei einem MTB-Rennen und natürlich das Rennen selber.

Technik-Training und Erstkontakt

Der Samstag startet mit dem Technik-Grundkurs in der MacHartmann MTB-Schule von Denis in Monschau. Denis ist mir, wie jeder der Vennbiker, von Anfang an sympatisch. Kurzes Einrollen und dann geht es auch schon los mit den Grundlagen des sicheren MTBikens. Es waren drei aufschlußreiche Stunden mit Denis, ein Techniktraning bei ihm kann ich jedem empfehlen.

Nachdem ich mein Hotelzimmer bezogen hatte, war noch Zeit bis alle eintrafen, also beschloß ich auf eigene Faust loszufahren. Der Weg führte mich am Rursee entlang über die erste richtige Steigung meines Lebens hoch nach Wollseifen, über die Hochebene, und zurück nach Einruhr. Die Eifellandschaft war schon auf dieser kurzen Runde beindruckend.

Zurück im Start/Zielbereich stand ein weiters Highlight und einschneidendes Erlebnis an: das Kennlernen der Muschi (Mario Peters, Malario)! Ein Vollblutracer durch und durch, grenzenlose Leidenschaft fürs Geländeradfahren, eigentlich ständig am quatschen, eine liebenswerte Persönlichkeit! Von ihm durfte ich auch mein Muschi-Vennbike-Trikot in Empfang nehmen, Alter, war ich stolz!

Das Eliminator-Event

Am Samstagabend stand das Ausscheidungsrennen an, Mario, Arne und Denis waren gemeldet, ich traute mich noch nicht ins Renngeschehen einzugreifen. Beeindrucken wie Adrenalingeschwängert die Luft war, jeder weiß, es kann noch so viel vor dem Rennen tiefgestapelt werden, steht man im Startblock sind alle Gedanken an Zurückhaltung gelöscht, echte Racer geben Fullgazz! Besonders in einem Rennen, dass nur über eine Runde geht. Zwei Dinge blieben ganz besonders haften: in seinem Lauf riss Denis nach wenigen Metern die Kette und Tim Greis legte einen satten Sturz hinter der Startrampe hin. Das war auch das beste Beispiel dafür, dass Radfahrer und Fußballer scheinbar eine völlig andere Einstellung zum Schmerz haben. Tim fuhr auch mit leichten Blessuren locker am nächsten Tag die Marathondistanz.

Raceday

Der Sonntag war toll! Ich tauchte in das entspannte Gewusel des Start/Zielbereich ein, genoß die Atmosphäre und lernte zwei weitere liebgewonnene Personen kennen, die beiden Thomas Becker. Der eine Thomas aus Düren, der andere Thomas aus Nickenich, Mitglied von Wutz on Wheels. Mit den beiden bezog ich Position im Mittelfeld des Startblocks. Der Rest ist Geschichte. Aber Geschichte, an die ich mich gerne erinnere. Der erste knackige Anstieg nach wenigen Kilometern, Hinterräder, an die ich mich hängte, der Skihang in Rohren, an dem nur ein Gedanke zählte „Absteigen ist keine Option!“ und die Freude im Ziel, meinen ersten Marathon beendet zu haben.

Die Gegenwart

Ein Jahr später stehe ich wieder hier, aber unter ganz anderen Vorzeichen! Ein Jahr und tausende Trainingskilometer liegen hinter mir, das erste Rennen mit dem Schinderhannes ist schon Vergangenheit, ich bin fester Bestandteil von Vennbike.de, seit kurzer Zeit Mitglied von Coffee&Chainrings, mein Rad hat eine große Veränderung im Antrieb erfahren und ich bin reicher an Erfahrung und Freunden. Ich fühle mich entspannt motiviert, gut vorbereitet, auch durch die großartige Unterstützung von Daniel, der mir immer mit Rat und Tat zur Seite stand.

Ich freue mich die ganzen Verrückten wieder zu sehen. Dieses Jahr werde ich mit vielen anderen Vennbikern am Eliminator teilnehmen, ich betrachte mich aber als Füllmaterial für die Startaufstellung, ich bin ja ehr der Langstreckenfahrer. Natürlich gibt es ein Ziel für den Marathon: #beatyesterday bzw #beatlastyear, bedeutet meine Zeit von 4 Stunden 8 Minuten zu schlagen. Mir ein Positionsziel zu setzen sehe ich als unnötig an, zu viele Faktoren sprechen gegen eine Verbesserung: viel mehr schnelle Holländer und Belgier als letztes Jahr und die Bedinungen werden nass und matschig sein, letztes Jahr herrschte Kaiserwetter und alles war trocken. Spaß wird es auf jeden Fall machen.