35 Wochen Vorbereitung liegen hinter mir. Fünf Tage vor dem Saisonhöhepunkt vor mir. Und nach einem erfolgreichen Formaufbau in den letzten Wochen fühle ich mich mehr als bereit am kommenden Samstag in Topform beim 24h MTB Race Olmypiapark anzutreten.

Die Woche begann sehr verhalten aber mit einer Trainingseinheit am Montag – völlig ungewohnt. Allerdings auch nur knappe 60 Minuten aktive Regeneration. Beine lockern von der langen Einheit am Sonntag. außerdem habe ich damit die offizielle Tapering Phase eingeläutet und mir damit selbst den Fokus auf München gesetzt. Die Aufregung steigt seit dem kontinuierlich.

mein_trainingstagebuch

Intervalle für die Spritzigkeit

Tapering ist ja so eine Sache. Man möchte seine Form behalten und trotzdem ausgeruht ins Rennen gehen. Beine nur hochlegen bringt nichts. Deswegen gab es in dieser Woche gleich zwei Einheiten mit höheren Intensitäten, allerdings mit gekürzten Umfängen.

Am Mittwoch morgen hieß das Programm ab 07:15 Uhr 3×8′ 280 Watt. Es fiel mir schwer, die Leistung zu bringen. Vielleicht auch weil das nüchterne Einrollen und das eine Energy Gel doch zu wenig waren. Aber und das stimmte mich so positiv, das windige Wetter und die wechselnden Bedingungen störten mich gar nicht. Im Gegenteil, ich war völlig im Fokus.

Die Leistungsbestätigung gab es dann am Samstag beim Bergtraining. 5 Anstiege, drei davon im Entwicklungsbereich oberhalb meiner Schwelle. Mit 302 Watt und 285 Watt über 11 Minuten ein klasse Erfolg und PR an dem Anstieg über 3,4km mit 150hm. Dabei war ich pulstechnisch im roten Bereich aber auch hier konnte ich die Schmerzen besser als gewohnt ertragen. Fokus auf das Wesentliche. Und die 3 am Anfang des leistungsmessers motiviert ungemein und am Ende zählt weder Puls noch Geschwindigkeit sondern nur noch 300+ Watt halten.

Das dritte Intervall über fünf Minuten nach 2:15h habe ich immer noch mit 325 Watt abgeschlossen. Ein erfolgreiches Training an der Sophienhöhe.

Ein letzter Kraft Reiz

Im Studio gab es am Freitag morgen den letzten Reiz. Throsten war optimal vorbereitet und hat genau den Spagat aus Reiz und nicht absolute Erschöpfung getroffen. Es gab kein reines Bein- sondern ein Ganzkörpertraining. Und wisst ihr was? Ich kann endlich mehr als 3 Klimmzüge. Im ersten von drei verschiedenen Trainingszirkeln habe ich mit Kreuzheben, Squats mit ausgestreckten Armen und Klimmzüge ordentlich zu kämpfen gehabt. Am Ende aber die Klimmzpge mit 10/10/08 beendet und die anderen Übungen mit 12 WH und steigenden Gewichten absolviert. Ein tolles Gefühl, wenn man seine Entwicklung bemerkt. Noch toller ist da Gefühl so kurz vor dem Saisonhöhepunkt.

An- und Entspannung im Wechsel

Am Donnerstag ließ ich die Beine baumeln und nutzte das halbwegs brauchbare Wetter für eine kurze Rennrad Einheit. Die letzte Einheit auf dem Rennrad, denn die letzten Einheiten werden auf dem Mountainbike stattfinden. Für das Gefühl.

Regen? Mir doch egal. Ich hab Fokus!

Regen? Mir doch egal. Ich hab Fokus!

Ebenso setzte sich viel Wert auf Entspannung nach den schweren Trainings am Samstag und Sonntag. Spaziergänge und Couch waren hier fester Bestandteil der Tagesplanung.

Ein Fahrtspiel zum Abschluss

Während in der kommenden Woche nur noch Dienstag und Donnerstag Einheiten auf dem Rad anstehen und Mittwoch ein Mobiliätstraining mit anschließender Massage nochmal alles lockern sollen, saß ich am Sonntag das letzte mal für eine längere Einheit auf dem Rad.

Sowohl auf meinen heimischen Trails in Wassenberg als auch im Natinalpark De Meinweg habe ich gut in die Pedale getreten und in vielen kurzen Segmenten Bestleistungen erreicht. Über 40 Sekunden habe ich dann auch den KOM an der Überführung von Erkelenz zurück gewonnen und dabei 645 Watt getreten. Ein tolles Gefühl, wenn man dabei nicht gänzlich explodiert.

Die Einheit hatte von technischen Trails, Höhenmeter und Distanz alles, was man sich in einem letzten Training wünschen kann. Zudem wechselte das Wetter von sonnig zu bewölkt, von windstill zu windig und schließlich stürmisch ist einsetzenden Gewitter in der letzten Stunde. Zu meiner eigenen Verwunderung trotze ich selbst diesen Umständen und blieb im Fokus. Normalerweise hätte ich spätestens nach 3,5h den Kaffee aufgehabt. Sehr, sehr schön!

Fazit

11:30h auf dem Rad, 245km und 2100hm in 5 Einheiten. 1:15 Kraft Training.

Vergessen wir die Gedanken über geglückte Generalproben und verpackte Rennen. Die letzten Trainings waren super, ich bin in Bestform. Es wird nicht für den Sieg reichen, aber die Top 20 und mit Glück Top 10 könnten es in München werden.

Aber viel wichtiger als das Ergebnis ist die Erfahrung. Ie Erfahrung von ganz unten (230 Watt über 5min gingen nicht mehr, 87kg, etc.pp.) wieder seinen Körper unter Kontrolle zu haben. Leistungsfähig und gesund zu sein. Ein besseres Geschenk gibt es nicht.

Ich bin so heiß auf München!

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