Was für ein Wochenende! Eine Achterbahn der Gefühle beim Vulkanbike Eifel-Marathon und beim Sebamed-Bikeday, ein Auf und Ab der Leistung und ein Beispiel dafür, dass man Erfahrungen selber machen muss und kurzfristig daraus lernen kann. Außerdem hab ich viele liebe Menschen getroffen und viel Unterstützung aus der Heimat erhalten. Hier bekommt Ihr denn Vulkanbike Eifel-Marathon am Samstag dokumentiert, der Sebamed-Bikeday wird im nächsten Beitrag erzählt.

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Das Wochenende beginnt bekanntlich schon am Freitag mit Vorbereitungen und Zusammenpacken des Equipements. Am Rad musste ich nichts mehr machen, außer die Kette zu schmieren. Der vormittag war voll gestopft mit Hausarbeit, deshalb konnte ich grundsätzlich keinen Gedanken an das Rennwochenende fassen. Das war auch gut so. Mittags kam Daniel noch auf einen Kaffee vorbei und um mir ein zweites Coffee&Chainrings Trikot vorbei zu bringen. Wir unterhielten uns über Dies und Das und ich war grundsätzlich entspannt. Meine Beinmuskeln meldeten sich schon seit morgens mit einem Anflug von Muskelkater, aber Daniel beruhigte mich, da wir zusammen die Vorbereitung gefahren sind und wir grundsätzlich in engen Kontakt stehen, konnte er beurteilen, dass ich gut vorbereitet bin.

Erste Störfaktoren

Dann kam dieser Tweet von unserem C&C Account, der brachte meine Ruhe etwas aus der Bahn. Plötzlich machte ich mir Gedanken über die Position, die ich im Rennen erreichen könnte. Totaler Unfug, da ich nicht zu den Topathleten gehöre und von vorne herein klar ist, dass ich nicht vorne landen werde. Am Rursee war das anders, da habe ich von Anfang an den Fokus auf den Spaß und das Erlebnis gelegt, wie sagt der Frank Eggert so schön: Erlebnis vor Ergebnis! Aber eine kurze Messengersitzung mit Daniel brachte mich wieder auf den rechten Weg! Aber es sollte dennoch anders kommen.

Etwas unruhig machte mich auch das Zusammenpacken der Ernährung. Es war das erste Mal, dass ich die Grundlagen für meine Mahlzeiten komplett mitgenommen habe. Der Grund dafür ist, dass ich bei meiner Ernährung sensibler geworden bin. Ich vermeide Fleisch, Gluten und Laktose. Dann noch das ganze Equipement, glücklicher Weise habe ich mittlerweile eine Packliste, in der ich alles abhake, was ich einpacke.

Entspanntes Daun

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Am Samstag ging es früh auf den Weg nach Daun. Um 6 Uhr war ich auf der Autobahn. Ich bin gerne früh am Veranstaltungsort, ich mag es mich in der Ruhe des Morgens zu akklimatisieren und zu beobachten wie das Gewusel sich langsam steigert. Außerdem ist der Parkplatz am Kino in Daun, direkt an Start/Ziel, noch frei, so hab ich wenig Lauferei, falls noch was fehlt oder um später die Klamotten zum duschen zu holen. Es war wie letztes Jahr am Marktplatz, es lief schon Musik aus den Lautsprechern und die Orga erledigte letzte Arbeiten am Zielbogen. Wenig später traf ich Sarah und Markus auf ein kurzes Hallo, die ersten bekannten lieben Menschen des Tages.

Ich schrieb Tim an, der schon am Vorabend angereist war und meine Startunterlagen abgeholt hatte. In einem Hotel unweit von Start und Ziel trafen wir uns. Tim wirkte relativ entspannt und tat kund, dass er ohne große Erwartungen ins Rennen geht. Er sei zwar gut trainiert, aber da es erst sein zweites Saisonrennen ist, war er nicht sicher wie es laufen würde. Er und seine Frau beendeten in Ruhe ihr Frühstück und ich machte mich auf den Weg zum Auto, denn ich musste auch noch frühstücken, Startnummer anbringen usw.

Zwei Fehler schon vor dem Rennen

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Vermutlich beging ich mit dem Frühstück den ersten Fehler des Tages. Ich hatte mir ein glutenfreies Müsli zusammen gestellt, dabei vermutlich nicht darauf geachtet, dass es auch genug Power beinhaltet. Schmecken tat es jedenfalls und ich aß zwei Schüsseln voll. Kurz darauf machte ich mein Rad startbereit und traf mich mit Tim und Nadine. Tim startete auf der Ultra-Marathondistanz war also als erstes um 9 Uhr mit dem Start dran. Wir fuhren zum Start um noch ein Teamfoto zu machen. Kurze Zeit später war auch schon der Start. Tim war jetzt schon etwas nervös!

Nach dem Tim weg war machte ich mich als Warmfahren. Das hatte am Rursee recht gut geklappt. In Daun ist es nicht wirklich flach, deshalb tat ich es wie viele Andere, ich fuhr einen leichten Anstieg hoch, mal langsamer, mal mit etwas mehr Druck und zwischendurch mal ein Sprint um den Puls hoch zu treiben. Vermutlich der zweite Fehler des Tages, ich verbrauchte die Hälfte des Frühstücks zum warm fahren. Aber mein Körpergefühl war gut, also fuhr ich Richtung Startaufstellung. Im Block standen noch die Marathonis, deren Start jeden Moment frei gegeben wurde. Als sie weg waren, füllte sich die Startaufstellung relativ schnell, ich positionierte mich im vorderen Drittel. Die Taktik war direkt auf Angriff zu fahren, bzw die Position zu halten und nicht zurück zu fallen.

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Während ich auf den Start wartete, stand plötzlich Andreas neben mir. Wir hatten vorher kurz geschrieben und ich freute mich ihn endlich mal persönlich kennen zu lernen.

Der Start ins Desaster

Dann erfolgte auch schon der Start, meine Taktik war wie erwähnt keine oder wenige Positionen zu verlieren, deshalb gehörte ich dies mal auch zu denen, die direkt am Anfang Tempo machten. Es ging erst mal zügig den Berg runter und dann auf einen Radweg der leicht ansteigend war. Auf dem Radweg zog sich das Feld auseinander, unglücklicher Weise verpasste ich es, mich in einer Gruppe zu platzieren, statt dessen war ich zu einem Fahrer im Wind geworden, keiner überholte mich, sondern alle blieben schön hinter mir. Vermutlich der dritte Fehler des Tages, dass ich mich nicht zurückfallen ließ, sondern an der oberen Pulsgrenze Tempo machte.

Erste Zweifel kommen auf

Ich war froh als wir endlich den Radweg verließen und es ins Gelände und bergauf ging. Ich hatte schon damit gerechnet, dass die die hinter mir im Windschatten fuhren jetzt an mir vorbei ziehen würden, aber scheinbar hatte ich ein gutes Tempo vorgelegt, keiner ging vorbei. Der Anstieg zum Flugplatz war unspäktakulär, aber ich musste trotzdem an meine Leistungsgrenze gehen um das Tempo hoch zu halten. Oben auf dem Plateau angekommen, kamen mir die ersten Zweifel, ob das was ich da gerade durchziehe so seine Richtigkeit hat. Auf der anderen Seite wusste ich, dass ich immer eine gewisse Anlaufzeit brauchte. Also stellte ich die Zweifel erst mal hinten an und versuchte so gut es ging, auf dem Plateau den Puls runter zu bekommen. Blöder Weise stand ausgerechnet hier das erste Mal ein Sportograf, ich denke meinem Gesicht ist abzulesen, wie ich mich fühlte.

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Zum Erholen war aber wenig Zeit, es ging nur kurz bergab um dann den knackigen Anstieg zum Mäuseberg in Angriff zu nehmen. Auch hier musste ich wieder weit über den 170er Puls gehen, es fühlte sich Kacke an. Aber ich musste ja da hoch! In der folgenden langen Abfahrt rächte sich das Leistungsgeballere, mein Puls fiel nicht unter 160, keine gute Grundlage für den nächsten langen Anstieg. Mittlerweile befand ich mich in einer Gruppe, bzw waren es immer die gleichen Fahrer die vor oder hinter mir auftauchten. Es fand sich aber keine Gruppe zusammen, weil alle irgendwie ein anderes Tempo hatten. Meine Laune war schlecht, meine Motivation dahin, trotzdem trat ich in die Pedale, ich fand im nächsten Anstieg so was ähnliches wie einen Rhythmus, aber mit leerem Kopf, ich funktionierte einfach. Deshalb kann ich auch keine Aussagen zur Strecke machen, die ja dieses Jahr andersherum gefahren wurde.

Es geht abwärts, aber mit dem Körper

Es war bei 40 Kilometern. An viel von diesem Rennen kann ich mich nicht erinnern, aber diese Situation steckt mir heute noch in den Muskeln. Es ging in einen Anstieg auf einem etwas breiteren, sandigen, mit Wurzeln und Steinen gespickten Weg. Ich fuhr schon eine ganze Weile mit einer Gruppe mit und die Fahrer vor mir nahmen das Tempo in der Steigung raus. Dadurch fiel ich aber in eine niedrige Trittfrequenz, die ich erstens nicht mag und zweitens viel Kraft kostet, die ich zu dem Zeitpunkt nicht mehr hatte. Es gab zwei Möglichkeiten: in den sauren Apfel beißen und die niedrige Frequenz treten oder „all in“ gehen und an den vermeindlich Langsameren vorbei ziehen! Ich ging „all in“!

Alle Körner weg!

Es waren nur wenige Meter, vielleicht 100, aber die haben gereicht um meine Beine komplett zu ruinieren. Der Anstieg flachte dann etwas ab und mir blieb nichts übrig als stehen zu bleiben und mich zu sammeln. Ich war am Ende, keine Luft, keine Kraft, nix mehr da! Dazu kam dann noch die Psyche, denn die, die ich vorher mit der Aktion überholt hatte, fuhren jetzt wieder an mir vorbei und nicht nur die sondern auch viele mehr.

Ich fluchte innerlich wie ein Rohrspatz, ich ärgerte mich über mich selber, über so viel Dummheit, mir hätte klar sein müssen, dass das nicht funktioniert. Aber wie so oft war es eine Kurzschlußreaktion. Aber es musste weiter gehen. Meine Muskeln hatten sich schon oft wieder erholt nach einer Belastung, darauf hoffte ich. Also wieder aufs Rad und weiter. Aber fühlte sich das Scheisse an! Ich bekam keine Kraft aufs Pedal, geschätzt kroch ich mit 50 Watt den Berg hoch.

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Es war furchtbar, meine Hoffnung war, dass der nächste Downhill Erholung bringen würde. Aber dem war nicht so, ich fühlte mich grundsätzlich besser, aber schon an der nächsten Steigung bekam ich wieder keine Kraft aufs Pedal. In dieser Steigung musste ich zwei Mal kurz hintereinander vom Rad, weil ich nicht mehr vorwärts kam! Weitere Fahrer fuhren an mir vorbei, Desaster! Mir kam der Gedanke alles hin zu schmeißen, was sollte die Quälerei jetzt noch, mein Ziel die Zeit vom Vorjahr zu verbessern war ausser Reichweite. Und am nächsten Tag wollte ich noch beim Sebamed-Bikeday fahren. Wie sollte das gehen?

Gewonnen und verloren wird zwischen den Ohren

Ich ärgerte mich schwarz, aber Aufgeben war keine Option. Ich erinnerte mich daran, was Daniel jetzt sagen würde, „wie sehr willst Du es?“. Und ich wollte es sehr! Daran erinnerte ich mich, ich wollte den Zielbogen, ich wollte den letzten Anstieg in Daun, ich erinnerte mich wie ich letztes Jahr mit letzter Kraft einen Zielsprint hingelegt hatte. Also stieg ich aufs Rad und änderte meine Taktik. In den Anstiegen fuhr ich am untersten Trittfrequenzlimit, damit ich wenig Kraft aufwenden musste. In den Downhills ließ ich es zügig rollen. Es war trotzdem eine Quälerei, wenn man weiß wie gut man eigentlich am Berg ist, welche Ausdauerleistung ich am Berg in den Trainings gezeigt hatte und dann wollen die Muskeln nicht, furchtbar!

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Aber es ging weiter, auf dem Höhenprofil hakte ich gedanklich jeden Anstieg ab. Ich musste auch nicht mehr vom Rad, ich tat das, was ich sonst auch mache, ich hörte auf die Muskeln, das Limit bei dem sie meldeten „zu viel!“ war zwar relativ niedrig, aber ich kam die Berge hoch. Und dann  kam irgendwann die Ortseinfahrt nach Daun, war ich froh. Die Strecke lief zwar noch einmal unterhalb des Ortskerns, um dann aber auf der bekannten Steigung zum Zielbogen auf dem Marktplatz zu führen. Auf den letzten Metern veruschte ich letzte Kräfte zu mobilisieren, aber ein Zielsprint war heute nicht drin.

Alles auf Aus nach dem Vulkanbike Eifel-Marathon

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Ich war den Tränen sehr nahe, ich war deprimiert ohne Ende. Ich fuhr direkt zum Auto und holte mir mein Handy. Daniel verdiente es informiert zu werden, ich schrieb ihm eine kurze Nachricht, danach stellte ich auf Flugmodus und steckte mir die Ohrstöpsel ins Ohr um Musik zu hören und eine Cooldown-Runde zu fahren. Ich wollte nichts mehr hören, ich wollte alles ausblenden. Auch auf der Ausfahrrunde war ich oft den Tränen nahe, ich ärgerte mich über mich selber. Die Muskeln wollten immer noch nicht, also fiel die Runde kurz aus. Ich suchte mir ein Eckchen, wo ich leiden konnte und fand die Treppe am Roten-Kreuz Haus. Ich setzte mich hin und versuchte die Gedanken aus zu schalten. Ich beobachtete die vorbei ziehenden Radler mit ihren Rädern und lauschte meiner Musik.

Irgendwann kamen Sarah und Markus vorbei, Markus war auch leicht angefressen, bei Ihm lief es auch nicht nach Wunsch, er hatte sich reichlich verausgabt und quälte sich die letzten Kilometer ins Ziel. Aber er hatte wenigstens seine Leistung gebracht. Die Teilnehmer wuselten vorbei und ich fand Ablenkung in der Betrachtung des Treibens und schaute mir die Räder an, mit denen die Kollegen unterwegs waren.

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Irgendwann kam Tim vorbei, glücklicher Weise hatte er ein tolles Rennen gefahren und war zufrieden, fertig sah er aber auch aus. Durfte er auch nach 100km. Wir machten uns auf den Weg zum Auto und quatschten noch etwas, er machte sich dann auf den Heimweg und ich auf den Weg unter die Dusche. Die Dusche tat gut und war Balsam für Körper und Seele.

Ein Abend mit Zweifeln und Hoffnung

Nach dem Duschen machte ich mich auf den Weg nach Boppard, wo ich mir ein Zimmer gebucht hatte, denn einen Ort weiter, in Bad Salzig sollte am nächsten Tag der Sebamed-Bikeday starten. Auf der ganzen Fahrt blieb ich in der Ärger-Spirale in meinem Kopf stecken. Ich konnte mich nicht von diesem Desaster lösen. Passender Weise meckerte mein Auto jetzt auch noch, es fehlte Motoröl! Also noch kurz einen Abstecher zum Supermarkt um Öl zu kaufen.

Auf dem Weg dort hin fuhr ich an den gängigen Burger-Restaurants vorbei und plötzlich hatte ich Verlangen nach einem Frust-Burger. Glücklicher Weise siegte aber die Vernunft, ich hatte mir extra Salat und Reis für diesen Abend vorbereitet, darauf freute ich mich.

Zeit, den Kopf frei zu kriegen

In Boppard bezog ich das Zimmer in einer schönen, rustikalen Pension. Während der ganzen Zeit glühte die Messengerverbindung zu Daniel. Er hat wirklich alles versucht, mich wieder aufzubauen, alles! Leider war ich zu diesem Zeitpunkt im Kopf blockiert, um diese Motivation und Ratschläge anzunehmen. Also machte ich mich erst Mal auf den Weg nach Bad Salzig um die Startunterlagen für den nächsten Tag abzuholen. Natürlich auf dem Rad um die Beine zu lockern, dafür reichte die Energie glücklicher Weise noch.

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Diese Fahrt löste die Blockade im Kopf. Die Menschen auf dem Eventgelände von Sebapharma waren freundlich und gut gelaunt, die Abendstimmung entlang des Rheins in der Sonne war entspannt, mein Zustand besserte sich. Zurück in der Pension hatte ich wieder Appetit und Hunger und machte mir erst mal meinen Reissalat fertig, da hatte ich mich schon drauf gefreut. Dazu gabs einen Magnesiumdrink, denn auf der Fahrt hatte ich ganz fiese Krämpfe in der hinteren Oberschenkelmuskulatur.

Nach dem essen ging es mir wieder gut. Ich habe die ganze Konversation mit Daniel seit nach dem Rennen nochmal durchgelesen und diesmal wirkte es auch. An dieser Stelle noch mal ein herzliches Dankeschön an Daniel, er hat wirklich viel investiert um mich wieder auf den rechten Weg zu bringen. Ich richtete meinen Focus weg vom Vulkanbike Eifel-Marathon hin zum Sebamed-Bikeday. Ausserdem war es mir unangenehm, dass wir die ganze Zeit nur mein Problem bearbeitet hatten, für Daniel stand am nächsten Tag auch ein Saison-Highlight an, der P-Weg Ultramarathon.

Nach dem Essen war es logisch noch einen Kaffee zu trinken, der sollte die Motiavtion endgültig pushen! Dazu schlenderte ich Richtung Uferpromenade und fand auch ein traditioneles Kaffeehaus mit sehr leckerem Kaffee.

Zurück in der Pension ging es mir wieder prima. Meine Beine neigten zwar noch zu Krämpfen, aber vor dem zu Bett gehen dehnte ich nochmal intensiv alle Fasern. Ich hatte Dank Daniels Motivation und Ratschlägen mit dem Tag und dem Desaster beim Vulkanbike-Marathon abgeschloßen. Da ich einen sehr leichten Schlaf habe und ich glücklicher Weise gut vorbereitet war, steckte ich mir ein paar Oropax in die Ohren und schlief auch schnell ein. Der Sebamed-Bikeday konnte kommen! Der Bericht dazu folgt in Kürze!

Die Nachbetrachtung

Grundsätzlich nerven mich alltägliche Floskeln, aber trotzdem muss ich mich einer bedienen: man lernt nie aus! Wobei das eigentlich zu relativieren ist, denn im Mountainbike-Sport bin ich zeitlich gesehen noch ein Kleinkind, also darf ich auch mit 46 Jahren in diesem Betätigungsfeld Fehler machen und daraus lernen.

Die Facebook und Twitter-Gemeinde ist ehrlich und großartig

Die Resonanz auf mein Foto nach dem Rennen war groß, großartig und vor allem ehrlich. Ich danke Euch allen dafür! Dennoch möchte ich teilweise darauf näher eingehen.

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Nein, ich habe den Spaß bei diesem Rennen bewußt nicht in den Vordergrund gestellt. Dieses Rennen sollte mir zeigen welchen Platz ich erreichen kann und was das Training der letzten Monate gebracht hat. Spaß war definitiv nicht das Ziel. Deshalb bin ich auch direkt an die Leistungsgrenze gegangen, was ja auch gut funktioniert hat und auch weiter funktioniert hätte, wenn ich nicht diesen kurzen Aussetzer gehabt hätte, der diesen Plan zu Nichte gemacht hat. Die Entscheidung „All-In“ zu gehen fiel in Sekundenbruchteilen, da keine Zeit für lange Abwägungen war. Und ja ich lerne noch, gerade aus diesem Rennen bzw dem ganzen Tag habe ich viel gelernt. Und verbissen bin ich definitiv, daraus resultiert auch der nächste Post:

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Marcel und die ganze Truppe aus unserer Simulations-Racing Mannschaft kennt meine Verbissenheit, schön ist, dass Marcel es als Ehrgeiz bezeichnet, leider ist die Grenze zwischen Verbissenheit und Ehrgeiz sehr schmal. Durch diese Verbissenheit habe ich auch den Titel „Diva“ in dieser Truppe erhalten, denn wenn meine Verbissenheit durch das Verhalten anderer Beteiligten gestört wird, werde ich zur Diva! Das hat leider auch Daniel am letzten Wochenende zu spüren bekommen, was mir unendlich leid tut! Aber meine Divenhaftigkeit und das letzte Wochenende werden einen eigenen Beitrag bekommen.

Beim Vulkanbike-Marathon war keiner, der meine Verbissenheit gestört hat, ich war es selber der sie übertrieben hat. Im Endeffekt kann ich sagen, bis zu dem „All-In“ Einsatz war ich ehrgeizig auf gutem Niveau und dann war ich zu verbissen, was zu diesem Ergebnis geführt hat. Womit ich beim nächsten Post bin:

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Ja, lieber Frank, das Alter! Es sollte einen eigentlich weiser machen! Aber wie es bei uns geistig jung geblieben ist, verdrängen wir gerne, dass unsere Körper nicht mehr 20 sind. Aber wie ich Eingangs der Analyse schon schrieb, Erlebnis war an diesem Tag definitv nicht das Ziel, sondern das Ergebnis.

Rennen bedeutet Rennen

Ich habe eine Einstellung, diese Einstellung wird sich auch nicht ändern: wenn eine Veranstaltung eine Zeitnahme hat, man eine Startnummer bekommt und es ein Podium gibt, ist es ein Rennen. Und bei einem Rennen, egal ob Motorsport, Radsport oder Laufsport, ja eigentlich in jedem Sport, geht es darum am Ende am weitesten vorne zu sein, wenn möglich auf dem ersten Platz! Um dieses beste Ergebnis zu erreichen, investiere ich viel und diese Investition muss sich lohnen! Da kommt dann mein Ehrgeiz/meine Verbissenheit wieder ans Licht. Es gibt viele Freunde und Kameraden, die diese Einstellung nicht teilen und es gibt auch viele Freunde und Kameraden die diese Einstellung teilen, es aber nicht zugeben und sich in Understatement üben! Es sei Euch gegönnt, meine Einstellung bleibt. Wenn ich die Landschaft bewundern möchte oder eine spaßige Tour fahren möchte, fahre ich eine CTF oder treff mich mit Euch, um die Trails unsicher zu machen, aber Rennen bedeutet Rennen.

Die Daten zeigen ein anderes Bild

Zum Schluß möchte ich noch kurz auf die Strava-Daten eingehen. Wie Daniel in seiner Analyse schon festgestellt hat, geben die Daten ein positiveres Bild meines Vulkanbike Eifel-Marathons wieder. Sie zeigen ganz klar den üblen Einbruch bei 40km und die drauf folgende Schwächeperiode. Allerdings normalisieren sich die errechneten Wattwerte nach Kilometer 50 wieder, zwar knapp unter dem Niveau vom Anfang, aber nicht so schlecht wie es mein Gefühl wieder gab. Auch daraus lerne ich, denn die negativen Gedanken nach dem Einbruch haben mit Sicherheit auch mein Körpergefühl beeinträchtigt.

Man lernt nie aus! Eure Diva