Die 24 Stunden Mountainbike Weltmeisterschaft 2017 in Finale Ligure rückt in meinen Fokus und um dem harten Kurs am Mittelmeer gerecht zu werden, starte ich ein Racefully 2017 Projekt. Natürlich könnte ich mir einfach ein Racefully kaufen und euch vorstellen aber der Markt bietet nahezu grenzenlose Möglichkeiten und die verschiedenen Techniken (Federung, Antrieb, Achsen) haben allesamt Vor- und Nachteile. Deswegen möchte ich gerne mit euch mein Projekt Racefully 2017 diskutieren!

Mit der Mountainbike Weltmeisterschaft 2017 in Finale Ligure steht mein Saisonziel und damit auch der Einsatzzweck eines Racefullys, dessen Schwerpunkt in der Zukunft 12/24 Stunden Rennen werden. Ich habe einige Modelle bereits in die engere Auswahl genommen, deren verschiedene Ausstattungsvarianten und den Preis abgewogen und am Ende bleibt weiterhin ein großes Fragezeichen.

Bulls, Canyon, Cannondale, Trek, Scott… Jeder hat das beste und innovativste Racefully 2017

Einige Hersteller haben für 2017 ihr Racefully extrem überarbeitet oder gar zum ersten Mal ein Racefully auf den Markt gebracht. Centurion und Focus haben vielversprechende Rahmen gebaut, Cannondale und Scott haben das Scalpel bzw. Spark überarbeitet und Bulls bietet mit dem Wild Edge das Cape Epic Sieger Bike an. Bei Trek kommt neben dem Top Fuel, dass „nur“ in der Ausstattung ein Upgrade erfahren hat, ebenfalls das Procaliber in Frage. Und Canyon bietet mit dem Lux auch noch ein erfolgreiches Racefully. Radon hat ein Racefully für 2017 angekündigt, allerdings scheint dies nicht rechtzeitig zu kommen. Das Jealous Hardtail ist für mich die Sensation des Jahres.

Das Specialized S-Works Epic ist über alle Zweifel erhaben, scheidet aber als einziges Modell aufgrund des für mich zu hohen Preises aus. Keine Diskussion ;-)

Alle o.g. Hersteller versprechen das beste, schnellste, innovativste Racefully für die Saison 2017. Und ich denke mit keinem dieser Racefullys werde ich grundlegend falsch liegen. Aber ich möchte das beste Preis-Leistungsverhältnis und möglichst alle Pro und Contra gegeneinander aufwiegen.

Ausgespielt. Das Canondale Flash 2 Carbon geht 2017 in den Ruhestand. Gesucht wird ein Racefully 2017 als Nachfolger

Ausgespielt. Das Canondale Flash 2 Carbon geht 2017 in den Ruhestand. Gesucht wird ein Racefully 2017 als Nachfolger

Meine Racefully 2017 Favoriten

Das Canyon Lux, Cannondale Scalpel und Bulls Wild Edge liegen bei mir im höchsten Kurs. Das Procaliber von Trek könnte der eine ernstzunehmende Alternative darstellen, denn an meinen drei Favoriten gibt es auch einiges auszusetzen. Sowohl Focus als auch Centurion bieten mir in den Ausstattungsvarianten nichts an, was mir auf Anhieb gefällt. Bei Scott stört mich neben dem Preis vor allem die teure Wartung der Fox Federelemente.

Bei Canyon habe ich mit dem Lux CF 9.9 Pro RaceTeam oder dem CF 8.9 Pro Race zwei Modelle in die engere Auswahl genommen, wo ich mit wenig Aufwand mein Konzept fahren kann. Das CF 9.9 SL steht dahinter, aufgrund der Fox Federung. Der Rahmen gefällt mir sehr, die schweren Laufradsätze sind mir ein Dorn im Auge. Bei Cannondale bekomme ich für den Preis weniger Bike, selbst beim Cannondale Scalpel Carbon 1 fehlt es hochwertigsten Komponenten, dafür weiß ich die Lefty sehr zu schätzen. Zum Nachteil ist für mich auch die SI Kurbel, eine Shimano XTR Kurbel bleibt für mich erste Wahl.

Das Bulls Wild Edge ist ziemlich durchdacht und in Sachen Ausstattung meine erste Wahl. Allerdings ist Bulls weniger renommiert, bei der Recherche war der Support bereits sehr schwach und zudem ist es der einzige HighEnd Rahmen in meiner Auswahl, der an der Kettenstrebe noch auf ein Gelenk setzt. Dafür gibt es die Option auf zwei Flaschenhalter und einen sehr schicken Rahmen im Zebra Look.

Ausstattung Details für Racefully 2017

Neben der Rahmenfrage bleibt die Ausstattung des Rads eine weitere große Frage.

Shimano vs. Sram, wer schaltet an meinem racefully 2017?

Im Antrieb 1×12? Oder doch Shimano XTR mit 1×11? Ich halte das 50er Kettenblatt von Sram als gute Alternative aber der Sprung von 42 auf 50 scheint mir so groß, dass mir der Notanker im Rundkurs Rennen wenig bringen wird. Außerdem geht die Kassette mit 450€ als Ersatzteil ordentlich in die Bewertung mit ein. Bei Shimano wäre ich mit 11-42 oder 11-46 mit entsprechend kleineren Kettenblätter besser aufgestellt. Außerdem könnte ich meinen Powermeter weiterfahren.

Ausgeschieden ist die XTR Di2 Schaltung, aufgrund der hohen Preise für Ersatzteile. Ein Schaltwerk für über 400€ ist mir zu teuer, um im Renneinsatz die Folgekosten auszublenden ;)

Mein Lieblingsmechaniker empfiehlt mir eine XTR 1-11 Schaltung mit XX1 Kassette, verbauen tut das keiner der o.g. Hersteller aber eine Sram Eagle 1 Gruppe werde ich wohl akzeptabel verkaufen können, um damit die XTR Gruppe zu kaufen. In diesem Fall rückt bei Canyon das Lux CF 9.9 SL näher, dass allerdings mit Fox Factory 32 Federung ausgestattet ist.

Rock Shox RS1 vs. Sid World Cup vs. Fox Factory 32

Lefty! Ist seit Jahren meine Standard Antwort auf meine Lieblingsgabel. Zweifelsfrei jederzeit wieder, allerdings ist der Service nicht ganz billig und zudem bekommt man die Gabel nur mit Spezialwerkzeug ausgebaut. Sollte es nicht widererwarten ein Cannondale Skalpell werden, muss ich mich also von der besten Gabel verabschieden.

Die Fox Factory Federelemente genießen einen guten Ruf und bieten ausgezeichnete Bewertungen, allerdings müssen die Gabeln regelmäßigen zum Service eingeschickt werden. Das kostet Zeit und Geld.

Mit 1400gr gegen 1700gr zur Rockshox RS-1 gibt es aber eigentlich keine Wahl. Denn neben den 300g, die die Rock Shox RS-1 schwerer ist, muss man auch noch einmal 100gr für die schwerere Nabe im Gegensatz zu einer normalen Steckachse berechnen. So summiert sich eine RS-1 auf gut 500gr Zusatzgewicht. Technisch läuft die Gabel guckt, wenn man sich die Erfahrungsberichte durchliest und optisch macht die Gabel einiges her. Aber auch beim Ersatzlaufrad kommen so unnötige Aufpreise für die Nabe hinzu. Einzig ein TUNE Laufradsatz kommt hier unter 1400gr Gewicht.

Hier kommt die Rock Shox Sid World Cup ins Spiel, allerdings ist das neue Modell mit 1550gr auch nicht viel leichter und immer noch schwerer als die Fox Factory Gabel. Ich müsste also auf ein älteres Modell zurückgreifen, die einen sehr guten Ruf genießen.

Laufradsatz

DT Swiss Spline 1501, DT Swiss Spline 1200 oder Sram Rise 60 heißen die gängigen Optionen. Der Saline 1501 für die RS-1 wiegt fast 1700gr und scheidet für den Renneinsatz aus. Die Carbon Varianten Saline 1200 oder Sram60 mit knapp unter 1500gr wären eine Alternative, sollte ich die RS1 aber gar nicht fahren, müsste ich auf den Laufradsatz verkaufen oder ließe sich der auf eine normale Steckachse kostengünstig und mit Gewichtsvorteil umrüsten?

Ersatz steht schon parat: DT Swiss 240, No Tube ZTR Race und Sapim CX-Ray Speichen heißt der Selbstaufbau zum Glück. Tubeless ready, der richtigeReifen wird noch gesucht.

Kleinzeug Anbauteile?

Die übrigen Anbauteile vergisst man schnell. Aber ein anderes Sattelstützmaß bedeutet gleich wieder Nachkauf einer leichten Stütze. Carbon Lenker, Griffe, ggf. Vorbau und Sattel kosten auch Geld. Sowohl Canyon (eigene Entwicklungen, bzw. Richey WCS Carbon) als auch Bulls (FSA Carbon) stellt mir auf Anhieb zufrieden. Bei Cannondale und Co. müsste ich weitere hunderte Euros investieren.

Jetzt seid ihr gefragt! Guter Rat ist teuer!

Jetzt habe ich über mein Racefully Projekt aus dem Nähkästchen geplaudert. Viele Vor- und Nachteile benannt, meine offenen Fragen formuliert und den momentanen Markt im Schnelldurchlauf analysiert. Was bleibt? Eure Erfahrungen! Wie zufrieden seid ihr mit eurer Rock Shox RS-1 oder mit euren Fox Factory 32 Gabeln?

Lohnt sich 1×12? Ist das 50er Blatt zu gebrauchen?

Und wer von euch ist das Procaliber bereits gefahren? Stellt das Hardtail mit Isofix eine Alternative dar? Wieviel Komfort bietet das Rad wirklich?

Ich freue mich über jeden Kommentar, jede Idee und jede Erfahrung. Danke.