Gestern hatte ich mit Ansgar zum ersten Mal mein neues, gebrauchtes Grand Canyon AL SLX ausgeführt. Das um einen 1x11 Antrieb aus XTR/XT Mix mit dem TUNE Ovalblack Kettenblatt aufgebesserte Aluminium Hardtail muste sich direkt den schlammigen Bedingungen im Nationalpark De Meinweg beweisen. 

Die ersten Meter pedalierten sich mit dem ovalen Kettenblatt ungewohnt, während ich den demontierten Umwerfer auf meiner ersten einfach Exkursion keine Sekunde vermisst habe. Die Bandbreite der Sunrace 11-42 Kassette in der Ebene gefiel mir und ich konnte problemlos meine gewohnte Trittfrequenz treten, die aufgrund des ovalen Kettenblatts (?) vielleicht etwas niedriger als gewohnt war.

Daniel testet die Übersetzung beim Broken Chainhill Uphill

Das ovale Kettenblatt sorgte in den ersten Minuten dafür, dass ich gefühlt während einer Kurbelumdrehung immer leicht ins Nichts trat. Je höher das Tempo, die Trittfrequenz und je leichter der Widerstand, umso merkbarer war dieses kurze Gefühl der Leere.

Je mehr Watt ich getreten habe und umso anstrengender das Fahren wurden, desto weniger viel dieser Umstand auf.

Insgesamt tat das Shimano XT M8000 Schaltwerk und der passende XT-Hebel (nein Boris, nix elektrisch :p) einen unauffälligen Dienst. Es gab keinen Verschalter, Kettenklemmer waren Zweifach! Allerdings ist es doch ein Unterschied, ob man mit einem XTR oder eben „nur“ mit einem XT-Schalthebel die Gnge wechselt. Mir kamen die Gangwechsel schwerfälliger und träger vor und ich musste auch „mehr Kraft“ beim Schalten aufwenden.

Das Gänge überspringen funktioniert mit dem Shiano XT Hebel gut und man kann bis zu drei Gänge gleichzeitig wechseln, allerdings feht hier auch die Genauigkeit im Druckmechanismus. Die Rasterung ist eben mit der XR Performance nicht vergleichbar. Ich meckere auf hohem NIveau, allerdings hätte ich diese Erkenntis ohne Selbsterfahrung nicht für möglich gehalten.

Nach dem Ansgar und ich bei 0-3 Grad und einer extrem hohen Luftfeuchtigkeit die Beine angewärmt hatten, tobten wir auf unseren Lieblingstrails im Nationalpark De Meinweg. Das Handling des Grand Canyon ist über alle Zweifel erhaben und machte stets eine gute Figur. Selbst mein geliebter Broken Chainhill (25% Steigung) und kleinere Rampen an der Rode Beek waren trotz der widrigen Bedingungen im ersten Versuch fahrbar.

Sowohl die Übersetzung als auch die Geometrie passen bereits ziemlich gut. Inwieweit ich in Zukunft bei längeren Trainings noch Feinabstimmungen vornehmen muss bleibt abzuwarten.

  • Schaltvorgänge 65%
  • Übersetzung 100%
  • Ovalität 50%
  • Geometrie 85%
  • Laufradsatz 15%
  • Bremse 20%

Nicht alles Gold was glänzt

Allerdings ist auch nicht alles Gold was glänzt und es gibt auch ein paar negative Eindrücke zum Grand Canyon AL SLX. Sowohl der Laufradsatz Magic Crossride mit Schläuchen als auch die Continental X-King wussten nicht zu überzeugen. Die Beschleunigung war eine Katastrophe und der Grip des Reifens grenzwertig dünn.

Gemeinsam mit der schwachen Power der Avis 5 trübte das etwas den Fahrspaß und ließ mich mit großer Vorsicht über die Trails fahren.

Fazit

Ich bin überzeugt, dass der Umstieg auf die Canyon Modellpalette mit der kleineren Rahmengröße der richtige Schritt war. Bereits das schwere Hardtail gefällt mir bisher sehr gut und weiß seine Stärken gut auszuspielen.

Ebenso gefällt mir der einfach Antrieb, sowohl aufgrund der „cleanen“ Optik als auch aufgrund der Funktionalität. Im Matsch spielte die Schaltung bereits bei der ersten Fahrt unter schwersten Bedingungen ihre Vorteile aus ohne mich in der Übersetzungsbandbreite einzugrenzen.

Das ovale Kettenblatt ag ich noch nicht beurteilen. Nach einer Fahrt mit so vielen unterschiedlichen Eindrücken ist es zu früh, um eine Prognose abzugeben. Ich freue mich aber auf weitere Fahrten mit dem TUNE Ovalblack Blatt!