In der Ruhrmetropole Essen gerät der Mountainbike Profi Ben Zwiehoff in die Kritik von Umweltschützern, die ihm das Befahren und Bebauen einer Altholzinsel in Essen-Heisingen vorwerfen. Die WAZ stürzt sich auf das Thema und klagt mit hetzerischer Schlagzeile den MTB-Profi an. Wir sprechen Ben Zwiehoff unsere Solidarität aus, wohlwissentlich das er in dieser Sache juristisch gesehen nicht eindeutig im Recht ist.

Solidarität mit Ben Zwiehoff ist als Antwort auf die WAZ Schlagzeile „Umweltschützer sind sauer auf dreiste Mountainbiker. Im Visier ist Mountainbike-Profi Ben Zwiehoff“ zu verstehen. Ich denke, dass in der Ruhrmetropole Essen bestimmt größere Umweltsünden existieren als das (unerlaubte) Befahren von naturfesten Wegen im Naturschutzgebiet einer Altholzinsel.

Es ist fragwürdig wie die WAZ den Artikel aufgebaut hat und dem 22jährigen das Anlegen dieser Strecke unterstellt und ihm Worte verdreht, wenn er in der MTB-Szene von „seinem Wald“ schreibt. Wenn ich in Erkelenz durch den Baaler Wald fahre, schreibe ich auch über meine Hometrails und mir gehört weder der Wald noch habe ich die Strecke in irgendeinerweise bebaut.

Ich bin entsetzt, dass ein erfolgreicher Nischensportler und eines der größten Nachwuchstalente in Deutschland öffentlich dermaßen angegangen wird ohne im Vorfeld seine Sicht der Dinge abzufragen. In der Vergangenheit schätzte ich unter anderem die Offenheit von Ben Zwiehoff gegenüber den Medien und verfolgte auch aus diesem Grund gerne seinen Saisonverlauf. Ich glaube nicht, dass er die Anfrage der WAZ unbeantwortet gelassen hätte.

Wir möchten uns an dieser Stelle nicht als Verteidiger von Ben Zwiehoff ins Spiel bringen, denn das Befahren der Trails der Altholzinsel mag durchaus verboten sein. Auch wenn generell nichts gegen ein Befahren von naturfesten Pfaden und Wegen im Naturschutzgebiet spricht, könnte das Befahren des Waldes der Altholz Insel tatsächlich verboten sein.

Der 22-jährige Essener scheint sich dem bewusst und reagierte in seiner Stellungnahme mit einem Gesprächsangebot an den BUND.

Persönlich möchte ich das Verhalten von Ben Zwiehoff gar nicht bewerten, denn ich kenne die Situation vor Ort nicht und mir ist nichtbekannt, wann und wo welche Schilder auf ein mögliches Verbot hingewiesen haben.

Nichtsdestotrotz kann ich die Art und Weise wie Ben Zwiehoff in den Medien angegriffen wurde nicht gut heißen. Letztendlich hat Ben Zwiehoff gar kein Interesse den Wald zu beschädigen, wenn er ihn weiter als Trainingsgebiet nutzen möchte. Und ihm dann Umweltverschmutzung vorzuwerfen halte ich für unpassend, erst Recht mitten im Ruhrgebiet mit einer Stadtautobahn und einer fortlaufenden Denaturierung.

Wieviel Schaden können 10kg leichte Mountainbike Fullys anrichten?

Diese Frage stelle ich mir immer wieder, auch wenn die teils hitzigen Diskussionen über die 2m-Regel in anderen Bundesländern in der Öffentlichkeit diskutiert werden. Eine Autofahrt des Försters oder der Einsatz von schweren Gerät zerstört doch bestimmt die Flora tausendfach. Zu dieser Thematik habe ich einen guten Leserbrief in der WAZ Essen gefunden:

Tatsächlich beeinflusst eine MTB-Downhillstrecke im Wald die Natur. Einige Quadratmeter sind nicht mehr von Fichtennadeln bedeckt, etwas Humus wird über mehrere Zentimeter zur Seite geschoben, für eine Schanze werden sogar mehrere Kilogramm Altholz unter Umständen mehrere Meter vom Ursprungsort bewegt. Sind das wirklich Umweltschäden?

Mit nur einer PKW-Fahrt des Revierleiters zum „Tatort“ werden auf jeden Fall mehr fossile Brennstoffe vernichtet!

Es ist erwiesen, dass die Suche nach Herausforderungen und deren Bestehen ein unverzichtbarer Teil der Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen ist. Wir können über jeden Jugendlichen froh sein, der Herausforderungen in der freien Natur annimmt, wodurch sich ein besonderer Bezug zu dieser und zur Heimat aufbaut.

Zwingen wir ihn vor Bildschirme mit virtuellen und brutalen Unwirklichkeiten, fördern wir eine Entwicklung, welche unserer Gesellschaft nachhaltig schadet.

Deshalb liebe Naturschützer, werden sie sich ihrer Verantwortung bewusst. Leben sie nicht unter dem Deckmantel des Umweltschutzes Egoismus und Missgunst aus. Es wird keine Lösung des Konfliktes sein, wenn sie versuchen, Menschen aus der freien Natur zu verbannen. Einen Holzstapel zum Drüberhüpfen als Baumaßnahme, die mit mehreren 100 Euro geahndet werden kann, zu bezeichnen, ist geradezu lächerlich in Anbetracht der unzähligen Jagdhütten, welche nur zum Feiern benutzt werden.“

-(Zitat aus Leserbrief „Junge Leute radeln lassen“ im Kommentarbereich des Artikels zitiert. Ursprünglich mit Bezug zu dem Artikel „Mountainbiker sorgen für Ärger“ in der WAZ)

Dem Statement ist für mich wenig hinzuzufügen und unterstreicht Bens Forderung nach der Suche einer einvernehmlichen Lösung.