In Daniels WM-Tagebuch laden wir täglich dazu ein, Daniel bei seiner Vorbereitung auf die wembo 24h Mountainbike Weltmeisterschaft zu begleiten.

Trainingslager Tag 10. Während die Sonne gerade scheint und der Himmel sich im schönsten blau verfärbt hat, tippe ich diese Zeilen erstmals von unserer neuen Terrasse.

Frische Luft und Sonne tut gut, besonders nach zwei wirklich sehr nassen Tagen auf dem Rad.

Heute morgen musste ich mich schon extrem motivieren nicht mit Ansgar im Auto zur Sophienhöhe zu Fahren, sondern die 20km als weitere Trainingsstunde mitzunehmen. Ansgars Gesellschaft und stoische Ruhe war es dann auch, die die harte Einheit am Ende erfolgreich zu Ende gehen liess. Denn der immer fortdauernde Nieselregen, mal weniger mal mehr kräftig, sowie Windverhältnisse die nicht zu rechnen waren, griffen mich mental mehr an als erwartet. Dazu gleich im Training mehr.

10 Tage Trainingslager merkst du nichts? So in etwa kamen zuletzt ein paar Fragen zu meinem Gefühlszustand. Na klär merke ich was und langsam aber gewiss zähle ich die Tage runter. Grundsätzlich ist meine Motivation aber noch hoch, schon jetzt freue ich mich auf eine längere Nüchtern Einheit morgen früh sowie die IE-Intervalle am Mittag.

Aber natürlich merke ich die Müdigkeit, die auch anhand von ATL 154 messbar ist. Allerdings steht dem gegenüber ein CTL Wert von 92, Kenner wissen wovon ich rede. Die übrigen müssen sich auf meinen Theorie Beitrag zur Trainingslehre mit Wattmessung gedulden.

Meine Erschöpfung merke ich daran, dass außer Radfahren nicht mehr viel geht. Essen, Couch, ausruhen. Trainingslager eben und irgendwann ist man froh, wenn man die Koffer packen kann und abreisen darf. Bis dahin freue mich mich aber auf den Frühling, der bis zum Trainingslagerende – wie bestellt – seit heute Nachmittag hier eingekehrt ist.

Mein Training heute


G1/K3/G2/SB: 3×20′ G2-K3 kraftorientiert, 2×12′ G2-K3 kraftorientiert, 5×30″ SB, Gesamtdauer: 240 Minuten, TSS: 235, Leistung: 161 Watt (208 NP).

Diesig, grau aber hey voll warm. Man kann sich also auch an den kleinen Dingen erfreuen. Dank meiner GripGrab Aquarepel Beinlinge, Windproof Socken und RaceAqua Thermo Überschuhen sollte das Unterfangen vier Stunden Dauerregen mal mehr mal weniger stark ziemlich trocken klappen. Obenrum schützte mich die Vaude Sky Fly (stärkerer Regen) bzw. das Bioracer Rainy Trikot (schwacher Regen) ziemlich gut. Auch hier konnte ich also für die Weltmeisterschaft gute Erfahrungswerte sammeln, welche Kombinationen gut passen.

Auf dem Programm stand heute eine ähnliche Einheit wie die zweite Session des gestrigen Tages nur länger. Ein Mix aus SB-Sprints zu Beginn und am Ende, sowie 5 12-20′ G2-K3 Intervalle mit niedriger Kadenz.

Abgesehen von weniger Regen im Vergleich zu gestern gab es witterungstechnisch kaum eine Veränderung. Aber währenddessen ich gestern mit Kohlenhydrate versorgt war, die ich nach dem Nüchtern Training gegessen hatte, startete ich heute noCarb ins Training, um meine VLaMax noch stärker zu trainieren. Das ich heute irgendwann neue Kohlen ins Feuer werfen muss, war klar, denn maximal drei Stunden wird das noCarb Training empfohlen. Letztendlich gab es zwei Mal 22gr Kohlenhydrate in Gelform nach 2,5 und 3,25h, beides Mal notwendig die Muskulatur in den Beinen wurde am Ende sehr zittrig.

Wichtig ist natürlich auch die Nachversorgung mit Kohlenhydrate im Anschluß an das Training. Als Erstversorgung gab es einen grünen Smoothie mit Bananen und zu Hause sofort ein Quinoa Porridge.

Höhenmeter satt bei den Bergintervallen

Meine Garmin Aufzeichnung war heute für ein anständiges Höhenprofil nicht zu gebrauchen, knapp 450hm wurden ausgespuckt und die Berge in der Grafik nicht wiedergegeben. Höhenkorrekturen brachten ebenfalls keine brauchbaren Diagramme (Strava 1500hm, GoldenCheetah 1200hm, Garmin 1400hm). Letztendlich waren wir an der Sophienhöhe drei Mal rund 225hm unterwegs und 2 mal etwa 150hm, inkl. Anfahrt kommen also die 1200hm von Golden Cheetah ganz gut hin, das Diagramm ist aber nicht passend.

Auffällig im Vergleich zu den letzten Trainings ist die größere Zeit in der Z1 (nicht ganz eine Stunde), erklärt sich aber durch die Abfahrten an der Sophienhöhe sowie die Pausenzeiten zwischen den Bergintervallen.

Die erste Stunde des Trainings bin ich hervorragend in der Z2 unterwegs gewesen. Die fünf Bergintervalle setzen sich auch gut aus dem Diagramm ab, Intervall 2 und 3 waren auf neuem Terrain der Südhälfte von der Sophienhöhe. Etwas zu kurz und im dritten Intervall auch zu steil (Stich in Z6), die letzten beiden Intervalle waren dann schon wieder besser. Gefühlt musste ich dort aber extrem kämpfen, die Beine wollten nicht mehr wirklich.

Bis zu den Sb-Intervallen zum Schluß (2 zu beginn, 3 am Ende) fühlte ich mich zwar okay aber ich war nur noch bedingt und unter hohen Aufwand in der Lage meine Z2 flüssig zu treten. Viele Faktoren kamen hier zusammen, von der Topographie bis hin zur Müdigkeit. Letztendlich war die Einheit aber zufriedenstellend, denn als Einbruch kann man das Ende auch nicht bezeichnen :D

Am Ende freuten Ansgar und ich uns über ein tolles Training, trotz der widrigen Umstände, die wir – mir nichts, dir nichts – weggelächelt haben. Ansgar hatte dabei auch viele neu Erfahrungen gesammelt und ist die letzten Intervalle ebenfalls aus Lust an der Freude kraftorientiert gefahren und hat damit seinen Spaß gehabt.

Sowieso und überhaupt, wer kann schon von sich behaupten einen perfekten Betreuer, Trainingspartner und Mechaniker in einer Person gefunden zu haben? Ansgar <3

Und sonst so?

Essen, baden, Couch, essen, schlafen.

Bis morgen!