In Daniels WM-Tagebuch laden wir täglich dazu ein, Daniel bei seiner Vorbereitung auf die wembo 24h Mountainbike Weltmeisterschaft zu begleiten.

Trainingslager Tag 16 und damit der letzte Tag im Trainingslager! Und was für einer, denn heute stand noch einmal eine allerletzte lange Einheit auf dem Programm. Knapp sechs Stunden G1/G2 auf den Spuren des Amstel Gold Race mit zahlreichen kleinen Steigungen, die vernünftig gepackt werden wollten.

Der letzte Tag im Trainingslager begann früh, bereits um 07:30 Uhr gab es Frühstück und eine halbe Stunde später begann der lange „Day in the office“ für Ansgar und mich.

Nach dem Training war alles etwas chaotisch und ein Termin folgte dem nächsten. Regenerieren, essen, dann wartete die Badewanne und anschließend Jarmos Hände bei der Physiotherapie und zu guter letzt gibt es ein Veganer Buffet im Richard Wagner Restaurant (Mönchengladbach), dass ich mir heute aber auch sowas von verdient habe.

Mein Training heute


G1/G2: Freies Training, Gesamtdauer: 6 Stunden, TSS: 300, Leistung: 157 Watt (NP: 183 Watt).

Nach dem Aufstehen hatte ich das Gefühl, dass ich heute keine Leistung bringen könnte. Die ersten 2 Stunden verliefen dann ganz okay, wobei ich mich durchweg (vielleicht auch aufgrund der Dinge, die da warteten) im unteren G1-Bereich aufgehalten habe.

Die zahlreichen Hellingen, die ich Ansgar zeigen wollte, habe ich versucht optimal zu pacen und durchweg – auch wenn es steil wurde – unter meiner Schwelle zu fahren. Außer am Keutenberg und Cauberg ist mir dies auch sehr gut gelungen und ich habe auf den ersten 100km wenig Pfeile verschossen, wie Friel sagen würde.

Gut gefühlt habe ich mich trotzdem nicht und ich hatte auch keinerlei Erwartungen an das Schlußdrittel, dass der Turbo oder Diesel seinen Lauf annimmt. Aber, aber. Nach 110km nahm der Diesel langsam Fahrt auf und ich konnte 30-40 Watt drauflegen ohne dabei einzugehen. Im Gegenteil, je länger wir fuhren, desto stärker fühlte ich mich. Die letzte Stunde drückte ich ordentlich um 200 Watt im Wind, während Ansgar (der noch arbeiten musste) in meinem Schatten sich ausruhen durfte. Soviel Spaß hatte ich lange nicht mehr.

Insgesamt war diese Einheit für mein Selbstbewusstsein gold wert, aber auch um den Kopf frei zu kriegen. Das Heuvelland hat eine ganz eigene Magie, es ist so schön und ruhig. Man kann quasi während der Fahrt meditieren :)

wembo 24h Mountainbike Weltmeisterschaft

Die Fox Gabel ist zurück, also ist am Wochenende auch das Canyon LUX wieder einsatzbereit.

Die heutige Einheit beeinflusst meine Haltung zur Weltmeisterschaft sehr, denn das auch nach fünf Stunden meine Leistung um 30 Watt erhöhen konnte und am Ende eher stärker als schwächer wurde, gibt mir mental viel Kraft.

In der letzten Stunde hatte ich heute meinen langen vermissten Flow wieder gefunden, der mich in München so stark gemacht hat. Es fühlte sich perfekt an. Eine aerobe Entkopplung von 0,5% bestätigt dieses Gefühl.

Und sonst so?

2 Wochen Trainingslager sind um. Es war am Ende wirklich hart und zäh aber ich habe mich durchgebissen, viel Spaß gehabt und meine Form ordentlich verbessert. Jetzt folgt eine verdiente Ruhewoche und dann beginnt die erste Wettkampf Phase mit dem Kellerwald Bike Marathon und dem SKS Bike Marathon in Sundern. Ich bin bereit.

Bis morgen!