Die heiße Phase in der Vorbereitung auf die 24 Stunden Mountainbike Weltmeisterschaft beginnt. Gibt es eine heißere Phase im Training? Ist Training nicht immer wichtig? Also, was soll der Scheiß jetzt wieder?

Natürlich ist Training und Regeneration immer gleich wichtig und für den Formaufbau verantwortlich. Wenn ich im Dezember, Januar und Februar schlecht trainiert hätte, wäre ich wohlmöglich jetzt nicht in der Form, um die heiße Phase einzuläuten.

Was ich mit der heißen Phase sagen will ist vielschichtig und auf vielen Ebenen zu finden. Im Kopf mit einem etwas erhöhten Druck, im Trainingsplan mit mehr Wochenstunden, im Umfeld mit mehr Fragen und letztendlich auch durch die ersten Rennteilnahmen und der Tatsache, dass ich in 10 Wochen in Finale Ligure an der Startlinie stehe.

Alles wird greifbarer. Zum Glück fühlt sich bisher alles gut an, so dass ich optimistisch und mit Vorfreude die neuen Herausforderungen annehme. Es läuft sogar so gut, dass ich gerade überlege beim SKS Kellerwald Bike Marathon von der 80km Runde auf die 120km Runde umzumelden, allerdings nur unter trockenen Bedingungen.

Die heiße Phase beginnt im Kopf

Wenn ich mir meinen Trainingsplan ansehe, dann bekomme ich keine Angst mehr. Mittlerweile haben Lukas und ich einen sehr guten Draht entwickelt und ich habe Vertrauen aufgebaut.

Das letzte einschneidende Erlebnis war eben jener Trainingsplan, der Grundlage für diesen Artikel ist. Während ich mir im Kopf schon eine ruhe Woche mit 6-7 vielleicht 8 Stunden Training zu Recht gelegt habe, überraschte mich Lukas mit dem vollen Programm aus Intervalleinheiten und langen Umfangeinheiten.

Das Pensum steigt, klar! Aber das ist auch so gewollt. (Lukas N., STAPS)

Während ich mich noch mental vom Trainingslager erschöpft fühlte und nach dem Wochenende und dem Ruhetag am Montag eine ruhige Einheit erwartet habe, standen zwei fünf Minuten Intervalle im Schwellenbereich auf dem Plan und insgesamt 120 statt erwartete 75-90 Minuten Training. Und am nächsten Tag (gestern) der CP20 Test.

Läuft nicht, dachte ich. Läuft aber gut, habe ich gemerkt und mit diesem einschneidenden Erlebnis mein Vertrauen zu Lukas und dem STAPS-System weiter gestärkt.

Das nach knapp 60 Stunden Training in 3,5 Wochen beim CP20 Test ein Allzeithoch seit Juni ’16 entsteht verstärkt mein Gefühl.

Heiße Phase sorgt aber auch für Unbehagen, denn Warnungen wie „bloß nicht krank werden“, „nicht verletzten“, „nicht in den Keller fahren“ sind tief im Unterbewusstsein vergraben. Hier arbeite ich mit viel positiver Energie und viel Achtsamkeit.

Die Vor- und Nachbereitung eines Trainings ist wichtig, die Ernährung und ausreichend Schlaf. Freude am Training und positive Erlebnisse (wie der CP20 Test aber auch die sechs Stunden im Sattel mit Ansgar am Ende des Trainingslagers oder der eine Dienstag, der meine Haltung zum outdoor Training völlig veränderte) bestärken das.

Zusammengefasst möchte ich sagen, dass die heiße Phase vor einem Saisonhighlight wie meine Teilnahme an der wembo 24 Stunden Mountainbike Weltmeisterschaft, durchaus eine stärkere Bedeutung zugesprochen werden darf als das Training zuvor.

Der Trainingsalltag wird härter

Aber die heiße Phase einer Trainingsgeschichte existiert nicht nur im Kopf, sie ist auch messbar. Um euch das zu zeigen, möchte ich euch einen Einblick in meinen Kalender (Arbeit / Training) geben.

Work-Train Balance

Diese Woche ist der 2er Block zu Beginn quasi die „Ruhewoche“, inkl. des vorangegangenen Blocks (letztes Wochenende) sind es zumindest fünf Tage mit einem reduziertem Belastungsniveau.

Und ab Freitag geht es los. Es wechseln sich harte Belastungen mit langen Ausdauereinheiten ab, kurz vor dem Kellerwald Bike Marathon folgt ein ganz kurzer Tapering Block mit zwei freien Tagen und einer Belastungsaktivität, um dann den Kellerwald Bike Marathon als Auftakt des zweiten Trainingslagers anzugehen.

Ein Vorbereitungsrennen aus dem Training heraus, allerdings bestmöglich erholt und danach dann das Niveau für eine Woche halten.

Eine große Herausforderung, die aber mit meinem Ziel #strongerthanever einhergeht. Von nichts kommt nichts. Und in den vergangenen Monaten habe ich genau dafür trainiert, dass mein Körper diese Belastungen verkraftet und daraus eine weitere Entwicklung zieht.

Fazit

In Daniels WM-Tagebuch halte ich euch täglich über meine Mini-Fortschritte auf dem Laufenden, die heiße Phase ist die Metaebene.

Sie ist ein weiterer Baustein im Formaufbau für die Weltmeisterschaft. Die ist auch aber Ergebnis einer bisher fast optimal verlaufenden Vorbereitung.

Die heiße Phase ist mental wie körperlich gekennzeichnet durch erhöhtes Trainingsvolumen aber auch durch höhere Ansprüche im Kopf. In der heißen Phase gibt es auch endlich Racing Action :D