Der 8. MTB am Rursee Marathon ist eine besondere Veranstaltung für mich. Ich meine ich hätte die gleichen Worte letztes Jahr benutzt. Nach Einruhr, dem Ort der Veranstaltung, zu kommen, ist wie nach Hause kommen. Dieses Jahr kam ich dank Daniels Hilfe und Unterstützung sehr gut vorbereitet in die Eifel. Außerdem war mein Rad im Gegensatz zu letztem Jahr anders ausgestattet. Was das Wert war sollte sich zeigen.

Anreise im Regen

Morgens reiste ich mit Daniel zusammen an, der eigentlich sein Training in der Eifel durchführen wollte, sich aber auf Grund des Wetters aufs dabei sein reduzierte. Es goss teilweise richtig kräftig auf der Fahrt nach Einruhr. Schade eigentlich, weil ich mich auf die schöne trockene Strecke gefreut hatte, die war ich ja schon aus Finale Ligure gewöhnt. Aber wie ich meinen Mentor zitieren darf: „Das Wetter kannst Du eh nicht beeinflussen!“ Nein kann ich nicht, aber Gedanken darf ich mir trotzdem machen. Es war sowie so wieder eine Fahrt, auf der wir leidenschaftlich diskutierten, darüber wird es bald ein Befindlichkeitsprotokoll geben mit dem Titel „An Fahrradrennen teilnhemen ist sinnlos!“.

Der MTB am Rursee Marathon ist mein Lieblingsmarathon. Er ist mein erster Marathon vor drei Jahren gewesen, den ich je gefahren bin. Außerdem ist er das Heimrennen der Vennbiker, mit denen ich viele tolle Stunden in der Eifel auf dem Rad verbringen durfte. Ich sehe dort immer viele bekannte Gesichter und es ist einfach eine tolle Atmosphäre. Da wir sehr früh dran waren, bekamen wir direkt am Eventgelände einen Parkplatz. Kurze Zeit später traff ich schon Sarah und Markus von den Rapiros, die direkt neben uns parkten. Um 8 Uhr gingen wir zur Startnummernausgabe und brachte diese am Fahrrad an. Wir setzten uns noch in das Zelt und kurze Zeit später tauchte Mario mit Andrea und Kindern auf, Michi und Philip von den Vennbikern kam noch und der Robert. Till traf ich später in der Startaufstellung.

Warmfahren und das Hirn arbeitet

Gegen kurz vor neun machte ich mich ans Warmfahren. Daniel riet mir zu drei kurzen Intervallen, die dann auch fuhr. Mein Rücken tat seltsam weh, obwohl ich Mittwochs noch beim Physio Jarmo war. Das brachte mein Hirn wieder auf blöde Gedanken, „wenn das jetzt schon weh tut, wie soll das erst nach 10 Kilometern sein, nach 30, nach 50??“ Die Beine fühlten sich dann logischer Weise auch wieder Kacke an und so war meine Kopfarbeit wieder in der Negativ-Spirale gefangen.

Als ich zum Klamotten ausziehen wieder am Auto war, öffnete der Himmel alle Schleusen. Ich blieb also noch einen Moment länger in der Regenjacke und ließ erst den das Starterfeld des Marathons passieren. Dann zog ich mich um bzw aus, checkte nochmal ob ich alles dabei hatte und machte mich auf den Weg in die Startaufstellung.

Konzentrierter Start

Als ich am Start ankam musste ich schmunzeln, alle hatten sich unter die diversen Pavillions und ins Zelt verzogen, da es so regnete. Ich suchte mir einen Baum und als der Regen nachließ, war ich einer der ersten im Startblock. Da stand ich nun und wartete auf den Start. Taktik war weit vorne zu stehen und zu schauen, dass ich nicht zu viele Plätze verlor, aber andereseits auch nicht zu viel Energie investierte.

Das klappte hervorragend. Nach dem Start blieb ich im vorderen Feld und auf dem Schotterweg hin zum ersten Anstieg suchte ich mir immer den Windschatten von einem Fahrer der vorbei fuhr und ließ mich so nach vorne ziehen. So hatte Daniel es vorgeschlagen, so funktioniete es.

Kurz vor dem ersten Anstieg ließ ich etwas abreissen, da ich letztes Jahr in einer großen Gruppe im Anstieg aufgehalten wurde. Da ich dieses Jahr weiter vorne fuhr, konnte ich taktisch agieren. Das Feld war schön auseinander gezogen, so dass ich mit nur zwei Fahrern vor mir in den Anstieg ging. Ich konnte prima mein Tempo fahren und ich kam gut ins Rennen.

Die üblichen Startschwierigkeiten

Trotz dass ich nicht mit voller Leistung anfing, fühlten sich meine Beine wie immer auf den ersten Kilometern schwer an. Ich ließ mich davon nicht beeindrucken, denn ich wußte ja, dass die Muskeln diese Phase haben und es spätestens am nächsten Anstieg wieder in Ordnung ist. Es war wirklich ein riesen Vorteil, dass ich nicht in einer Gruppe fuhr, so konnte ich mein Tempo fahren. Der erste steile Stich ging auch sehr viel besser als ich gedacht hatte.

Im weiteren Verlauf des Anstiegs hoch nach Eicherscheid sammelten sich um mich herum ein paar Fahrer gleicher Leistungsklasse. Genau zum richtigen Zeitpunkt, denn durch den etwas langsameren Fahrer vor mir, musste ich leicht Leistung raus nehmen, was meinen Muskeln spürbar gut tat. So pedalierten wir zu Viert den schönen schmalen Anstieg schnaufend hoch.

In der vorletzten Kurve bevor es auf Asphalt ging musste ich dann doch vorbei ziehen, denn im Gegensatz zu mir ließ der Fahrer vor mir mit der Leistung nach. Ich spürte aber, dass ich mehr treten konnte, also ging ich vorbei und konnte mich direkt ein paar Meter absetzen. Im letzten Asphaltstück bis hoch nach Eicherscheid konnte ich die Leistung prima halten, das gab mir ein positives Gefühl.

Fahrtechnik die begeistert

Hinter Eicherscheid führte es erst einmal rasant über Asphalt und Beton bergab. Dann bogen wir in die Abfahrt hinunter zur Rur ab. Diese Abfahrt würde ich als die anspruchvollste des Kurses bezeichnen. Es gibt viele Schieferfelsen und Platten, dazu noch Wurzeln und alles schön nass. Teile dieser Abfahrt war ich mit Denis und Daniel im Techniktraining gefahren.

Aber da ich im letzten Jahr eine Menge Fahrtechnik dazu gewonnen habe, stellte die Abfahrt kein Problem dar. Ein großer Teil dabei ist bisher Kopfsache gewesen, da ich aber mittlerweile Selbstvertrauen in mein Können habe, war es ein riesen Spaß diese Abfahrt zügig unter die Reifen zu nehmen. Auf die Bachdurchfahrt hatte ich mich schon gefreut und kurz dahinter war ich schon ein bisschen entäuscht, dass die Abfahrt schon beendet war.

Entspannt die Rur entlang

Es lief Super! Meine Beine waren da, die Sonne war raus gekommen und ich hatte einen Mitfahrer gefunden. Das flache Stück an der Rur entlang bis zum Anstieg nach Menzerath fuhren wir mit reduzierter Leistung, Regeneration für die Muskeln, es sollten ja noch einige Höhenmeter kommen.

Und zwar direkt nach Menzerath hoch. Einer der Anstiege die ich liebe, gute Steigung, mit teilweise schroffem Untergrund und großen Steinen und schön durch den Wald. Ich hing mich an das Hinterrad meines Mitfahrers, da wir mit gleicher Leistung fuhren. Bald waren wir auch schon oben und es ging wieder hinuter zur Rur. Als nächstes wartete der Skihang in Rohren auf uns.

Der Skihang, immer wieder schön

Die eigentliche Herausforderung ist allerdings die Auffahrt zum Skihang und nicht der Skihang selber. Lang, felsig und gut in der Steigung macht sie aber richtig Spaß und es ist wichtig dort ein bisschen auf die Körner zu achten, damit noch welche für den Skihang übrig sind.

Mit den Jahren scheint der Skihang in Rohren immer flacher zu werden. Mir kommt es jedenfalls so vor. Als ich vor drei Jahren da hoch gefahren bin weiß ich noch ganz genau, dass ich total fertig war als Denis mich dort oben begrüßte.

Nicht so 2017! Der Skihang ist zwar fordernd, besonders im mittleren Teil, aber für mich kein Problem mehr, ich konnte die Leistung prima bis ein Stück hinter die Verpflegungstelle halten, wo der höchste Punkt des Anstiegs liegt.

Das schöne am Skihang in Rohren ist die Atmosphäre. Die Strecke wird gesäumt von Familien und Freunden der Fahrer, die aber jeden anfeuern der diese Steigung erklimmt. Und der Streckensprecher begrüßt jeden Fahrer namentlich. Ein echtes Highlight des MTB am Rursee Marathon!

Meine erste Reifenpanne seit Jahren

Seit ich Tubeless auf meinem MTB fahre hatte ich keine Panne mit Luftverlust mehr. Eine Ausnahme ist mein Sturz auf einer Vennbiker-Tour, aber dieser Luftverlust resultierte aus dem Sturz und nicht aus einer Beschädigung durch normales fahren.

Kurz vor 40 Kilometern hörte ich von hinten ein Geräusch, dass ich erst einmal einem Blatt zu ordnete, dass ich im Schaltkäfig festgesetzt hatte. Ein paar 100 Meter weiter fühlte sich die Hinterachse aber plötzlich seltsam schwammig an. Ich stoppte und musste feststellen, dass das Hinterrad tatsächlich Luft verloren hatte. Das Zischen war auch eindeutig zu hören. Also das Rad mit der Beschädigung nach unten gedreht, kurz die Dichtflüssigkeit ihre Arbeit tun lassen, mit der CO2 Kartusche Luft aufgefüllt und weiter gings!

Neue und alte schöne Streckenabschnitte

Bei Dedenborn wurde die Streckenführung im Gegensatz zum letzten Jahr geändert. Die Strecke führte jetzt über einen wunderschönen Wiesenweg-Anstieg, toll zu fahren und mit einem Ansatz von Alpen-Flair! Danach ging es in den bekannten Downhill nach Erkensruhr und auf die rasante Asphaltabfahrt Richtung Einruhr.

Auf dem Asphaltstück nahm ich etwas raus. Es kamen ja noch die zwei kurzen Trails in den Wald, da wollte ich nicht völlig ausgepowert rein fahren. Die Trails waren wieder toll vorbereitet und auch toll zu fahren, wenn nicht gerade vor mir einer der anderen Fahrer im Dreck lag.

Start in die 2. Runde

Kurz nach der Streckenteilung zum Ziel bog ich auf die zweite Runde ab und Daniel erwartete mich mit Verpflegung. Er sagte mir, dass ich schneller als im Vorjahr wäre und das gab mir natürlich weitere Motivation. Im letzten Jahr hatte ich zu Anfang der zweiten Runde einen fiesen Leistungseinbruch, nicht so dieses Jahr. Ich konnte in den Anstiegen schön meine Leistung treten und hatte kein Erschöpfungsgefühl.

Im Gegensatz zum letzten Jahr, wo ich die zweite Runde fast alleine gefahren war, hatte ich auch ein paar Fahrer in meiner Nähe. Besonders vor mir, was natürlich dafür sorgte, dass ich die Leistung hoch hielt um an diese Plätze heran zu fahren. Das gelang mir auch sehr gut und so konnte ich auf den letzten 15 Kilometern noch zwei Plätze gut machen.

Die 2. Runde war eine Genußrunde. Ich hatte richtig Spaß und saugte jeden Meter auf und erfreute mich daran, dass ich mich richtig gut fühlte. Auf den letzten Metern über den Schotterweg Richtung Einruhr war ich einerseits froh dass es ins Ziel ging, andererseits auch ein bisschen traurig, dass das Rennen schon zu Ende sein würde. Hört sich nach Marathon-Strecke im nächsten Jahr an!

Vielen Dank!

Der MTB am Rursee Marathon ist mein Jahreshighlight! Ich möchte danke sagen. Daniel fürs Dabeisein und unterstützen und die Planung meiner Vorbereitung. Allen Teilnehmern für eine tolle Atmosphäre auf der Strecke mit gegenseitiger Rücksichtnahme. Und natürlich den Veranstaltern für ein erneut sehr gelungenen Rennevent. Mit der neuen Streckenführung habt es wieder geschafft ein Highlight zu setzen und die Strecke war wieder perfekt vorbereitet und ausgeschildert. Und natürlich vielen Dank den vielen Streckenposten, die uns frühzeitig auf markante Punkte hinwiesen und für uns die Straßen frei hielten.

Ich bin nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei, welche Strecke wird sich noch zeigen! Bis dahin, Eure Diva!