Das ich auf dem Rad mehr als krumm sitze, das weiß ich bereits seit Jahren. Aber bisher hatte ich dadurch nur geringe Beschwerden auf längeren Ausfahrten. In diesem Jahr explodierten aber die Probleme und ich habe mich kurzentschlossen eine Bewegungs- und Sitzpositionsanalyse durchführen zu lassen, um Abhilfe zu schaffen.

Von meinem Trainers Christian (Bewegungsfelder) wurde mir KOM*SPORT empfohlen und ich bekam mit etwas Wartezeit einen Termin im renomierten Kompetenzzentrum Sport, wo auch die Schweizer MTB-Nationalmannschaft vermessen wird.

Problematisch waren seit Jahresbeginn besonders Rennradausfahrten mit starken Druckproblemen. Auf dem MTB waren es die Schultern und der nicht so runde Tritt. Insgesamt waren alle Trainings über drei Stunden belastender als in den Jahren zuvor. Im Hinterkopf ist natürlich die diagnostizierte Beinverkürzung und Beckenschiefstellung eines Chiropraktikers.

KOM*SPORT Sitzpositionsanalyse

Nach etwas längerer Parkplatzsuche mitten in Köln, damit die Mitarbeiter in der Pause in netter Atmosphäre einen Kaffee trinken können, stand ich in mitten des Kompetenzzentrums Sport. Gemütlich eingerichtet, klein und familiär. Zum Wohlfühlen, genauso wie die Behandlung.

Instabilität statt Schiefstand
Jeder Schritt der Körperstatikvermessung wurde erklärt und viele Wirkungen spürbar gemacht. Schnell stellte sich heraus, dass mein größtes Problem eine Instabilität des rechten Sprunggelenks darstellt und ich deswegen auf dem Rad das Becken verschiebe, mit dem rechten Bein zum Rahmen und links vom Rahmen weg pedaliere. Selbst das Krampfen der Zehen ist darauf zurückzuführen, denn damit versucht mein Körper als Ausgleich für das Sprunggelenk festzuhalten. Abhilfe kann hier eine Solestar Einlage schaffen, allerdings erfordert die 250€ teure Investition etwas Bedenkzeit.

Veränderung am Mountainbike und Rennrad
Die Cleats wurden sowohl für die MTB- als auch für die Rennrad-Schuhe eingestellt und dann ging es aufs Rad. Eine kleine Schaumstoff Einlage brachte schon etwas mehr Halt im rechten Fuß. Darüberhinaus ging der Sattel etwas nach vorne, 25mm weiter runter und der Vorbau muss 20mm kürzer, damit die Schultern runter können. Fühlt sich nach einer Woche, einem Rennen und einer harten Trainingseinheit bequem an.

Auf dem Rennrad musste der Sattel 15mm höher, der Vorbau 2 Spacer tiefer und optional 10mm kürzer. Wobei ich hier durch exakte Positionierung der Bremsgriffe etc. auch beim 120mm Vorbau bleiben kann, denn der Bontrager XX Lite ist ein Guter!

Fazit
Gerade die Körperstatikvermessung hat mir doch großen Aufschluss gegeben. Meine Beinverkürzung ist zu vernachlässigen, der Beckenschiefstand ebenso. Arbeiten muss ich an meiner Beweglichkeit, sowie an der Stabilität des Sprunggelenks. Solestar Einlagen sind also eigentlich ein muss.

Auf dem Rad wurde alles überarbeitet. Sitzhöhe, Nachsitz, Sitzlänge und Vorbaulänge. Insgesamt ist das Radfahren dadurch entspannter geworden und ich kann den Druck besser auf das Rad übertragen. Empfohlen wurde mir auch der Tausch des Sattels, weil die Nase vom Tune Komm vor zu breit ist. Hier werde ich am Rennrad experimentieren mit den empfohlenen Sätteln von Fizik, Prologo und Selle Italia.

Vielen Dank an KOM*SPORT für die ausführliche und sehr konstruktive Analyse. Ich kann jedem Hobbyfahrer eine Bewegungsanalyse empfehlen, insbesondere die Körperstatikvermessung.