Beim 10. Mountainbike Festival in Büchel konnte ich gestern einen versöhnlichen Saisonabschluss feiern. Bei Temperaturen unter fünf Grad erreichte ich auf der Mittelstrecke (55km / 1100hm) nach 2:37h als 30. (Ak 10.) zufrieden und durchgefroren das Ziel und blicke optimistisch auf die kommende Saison.

Zu Beginn des Marathons stand die Kleiderfrage an oberster Stelle. Nass, kalt und windig sind allesamt nicht so die besten Voraussetzungen für einen tollen Wettkampf. Nicht zu warm anziehen aber nonstop frieren ist auch nicht gut. Ich entschied mich für eine etwas eigenwillige Kombination aus Craft Langarm Unterhemd mit Armlingen und X-Bionic Effektor Trikot darüber. Als Windschutz kam eine Weste dazu. Untenrum viel die Entscheidung mit Beinlingen und X-Bionic Effektor Hose sehr einfach. Wasserabweisende Wintersocken und meine Shimano XC60 Raceschuhe sollten die Füße irgendwie in Schuss halten.

Überraschend angenehm war das Oberkörperklima. Ich bin überrascht wie groß das Einsatzspektrum von dem X-Bionic Trikot ist. Gefroren habe ich nicht und bergan kam der gewohnte Temperaturausgleich. Die Beine konnte man ja gewisserweise vernachlässigen, wurden sie zu kalt fuhr ich nicht schnell genug. Also Kopfkino an und Vollgas für wärmere Beine. Einzig die Füße waren irgendwann nicht mehr wirklich vorhanden, zum Glück war das kalte Duschwasser warm genug zum Auftauen…

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Startaufstellung zum 10. Wilde Endert Marathon. Foto: P. Pötz

Das Rennen selbst verlief besser als erwartet und eigentlich bin ich etwas traurig um das Saisonende, meine Form zeigt gerade so schön nach oben. Die ersten Kilometer verliefen wellig über Wirtschaftswege, Dank des Lockouts der Lefty konnte ich die kurzen Steigungen im Wiegetritt hochdrücken und dann im Windschatten mitfahren. Aber so richtig gut funktionierte unsere siebenköpfige Gruppe nicht. Noch während des ersten Anstiegs überholte uns ein Duo und ich konnte im Windschatten mitfahren. Bis Kilometer 30 blieben wir zusammen.

Die Strecke wurde nun etwas technischer, was mir trotz der Nässe von unten in die Karten spielte. In einem langen schmalen Trail setzte ich mich (nicht absichtlich) ab und konnte den Abstand in einer fiesen Gegensteigung halten. Danach folgte der schönste Streckenabschnitt in Maria Schacht, einem Schiefersteinbruch. In dem kurzen Downhill wurde man mit Stufen, Drop und Anliegerkurve richtig gefordert.

Fortan war ich alleine unterwegs. In den beiden letzten Steigungen konnte ich noch ein paar Fahrer überholen, die aber kaum Gegenwehr leisteten. Hinter mir folgte das Duo und die größere Gruppe mit geringem Abstand. In den Anstiegen zählte ich rückwärts, um mich zu motivieren: Noch 9km bis zum Saisonende, noch 8,5km…. noch vier Kilometer.

Kurz vor dem Ziel folgte die letzte Steigung über 900 Meter mit knapp 70hm. Vor mir der Wind der kräftig gegen mich blies und von hinten rauschten Fahrer der ehemaligen Gruppe heran. Ich kannte den Anstieg vom Warm Up und so konnte ich dann ab der Hälfte im Wiegetritt das Tempo verschärfen und und danach mit genügend Abstand die letzten flachen Meter ins Ziel fahren.

Der Wilde Endert Marathon führt durch eine landschaftlich schöne Region in der Eifel. Die ersten 25km sind gleich der Funstrecke (29km, 500hm) und deswegen sehr einfach zu fahren. Danach wird es aber rasanter und zwei fiese kurze Stiche sorgen für ordentlich brennende Beine und die Trails im Endert für den richtgen Flow. Das Teilstück um Maria Schacht machte richtig Spaß.

Zum Saisonende genau die richtige Strecke, wenn auch andere Marathons (Schinderhannes, Gallahaan Trail, Sebaamed Bike Day, Saarschleifen Bike Marathon etc.) die schöneren Strecken haben. Der SV Büchel war aber sichtlich bemüht ein tolles MTB Challenge Finale auf die Beine zu stellen.

Persönlich hätte es für mich kaum besser laufen können. Die zweite Top10 Platzierung in acht Tagen sorgt für einen tollen Saisonabschluss und ist genau die richtige Motivation für das ungeliebte Wintertraining.