Kurz vor Weihnachten möchten wir euch noch zwei Produkttests vorstellen, so dass das mögliche Weihnachtsgeld sinnvoll in warme Radbekleidung investiert werden kann. Derzeit sind die Temperaturen noch alles andere als winterlich aber spätestens im neuen Jahr wird man sich über die entsprechende Bekleidung freuen können.

Der erste Test stammt erneut von Markus, der bereits vor 10 Tagen in einem Gastbeitrag das X-Bionic Energy Accumulator Longsleeve lobte. Heute stellt euch Markus eine Winterhose von Mavic vor, die vor der drohenden Kälte schützen soll. Im zweiten Test wird Daniel dazu die passende Jacke vorstellen.

Gastbeitrag von © FREISTAAT Markus
Mit Beginn des Winters stellt man ja immer mal gerne defizitäre Zustände an seiner Radausrüstung fest, mit deren Behebung man sich natürlich mit Beginn des letzten Frühlings nicht mehr befassen wollte. Nicht das der letzte Winter dazu nicht lang genug gewesen wäre, um meinen Kram in Ordnung zu bringen.

So stellte ich fest das von meiner nur fünf Jahre alten Gore Windstopper Hose „dat Beste von runter war“, wie man bei uns so sagt. Ein paar Nähte gehen langsam auf, die Reflektornähte reflektieren nicht mehr so doll und ich habe das Gefühl das sie auch schon mal winddichter war. Nichtsdestotrotz bin ich mit der Qualität der Hose extrem zufrieden. Ich besitze auch das zwei Jahre jüngere Nachfolgemodell, was sich ähnlich gut macht.

Bei der Ersatzbeschaffung stellte sich natürlich die obligatorische Frage, ob ich mir einfach das 2013 er Modell noch mal kaufe oder was Neues probiere. Das Problem ist ja immer, das ich nie weiß wann es gut ist umzusteigen. Wenn man zufrieden war, ist es schwer was Besseres zu finden. Andererseits hab ich auch schon mal auf Marken jenseits des Altbewährten gesetzt und es nicht bereut, weil sich raus stellte das was bei mir unter altbewährt lief, mittlerweile völlig veraltet war.

Ich beschloss es mit der Craft PB Stormtight zu probieren. Wasser und winddichte Front und keinen Einsatz. So soll es sein. Zwei Tage später war sie da und ich zum ersten Mal von einem Craft Produkt enttäuscht: Die Front wirkte schon wind und wasserdicht, aber die Rückseite war aus ganz normalem dünnem Lycra. Nicht abgefüttert, gar nix! Was soll denn bitte der Anwendungsfall für so eine Hose sein!? Eiskalter Gegenwind bei 18°!? Ab in den Karton und zurück damit und ich war so weit wie vorher.

Nächster Versuch: Die Mavic Inferno Bib Tight.
Die Mavic fühlt sehr nach Softshell an, wundert aber nicht, weil Mavic als Material „Warm Tech Ultra und Warm Shell ST“ angibt. Am Beinabschluss gibt’s Reißverschlüsse und Reflektoreinsätze, so wie oben einen „ich muss mal“- Reißverschluss. Die Hose ist etwas steifer als die Gore. Beim Anprobieren, habe ich noch erwogen, die Mavic doch ne Nummer kleiner zu nehmen, weil sie mir ein kleines bisschen zu groß erschien. Auf Grund des etwas steiferen Materials, habe ich mich aber dagegen entschieden, sonst hat man ja schnell mal das Gefühl gegen die Hose an zu treten. Auf der ersten Ausfahrt erwies sich aber meine Skepsis als unbegründet. Die Hose sitzt nur im Kniebereich etwas lockerer, aber das passt.

Die Inferno macht ihrem Namen alle Ehre, denn bei 0° ist sie sehr schön warm ohne sich dabei „Plastiksack mäßig“ anzufühlen. Vor allem ist sie auch am Rücken und am Hintern gut aber nicht zu übertrieben gefüttert. Nirgends zieht die böse Kälte rein. So muss das!

Wie sie sich bei Regen verhält weiß ich noch nicht. Seit der Anschaffung gab es keine Gelegenheit bei richtigen Regen zu fahren (also Regen gab´s schon, aber da bin ich nicht gefahren). Bei Regen im Winter ziehe ich auch meistens eine dünne lange Hose mit einer seperaten Regenhose drüber vor. Nieselregen hat sie aber eine Stunde lang problemlos abgehalten, also dürfte sie auch bei Schneefall ihren Dienst tun.

Für 119€ macht die Mavic Inferno nach drei Wochen erstmal einen super Eindruck.