Die BIKE Four Peaks führt, wie der Name impliziert, über vier Etappen im österreichischen Prinzgau und Tirol. Startort ist Leogang, innerhalb der Mountainbike Szene als ehemaliger Austragungsort der UCI Mountain Bike & Trias Weltmeisterschaft bekannt. Mit Hochspannung warte ich auf die einzelnen Abschnitte des Hangman Trails im Bikepark von Leogang. Von Leogang geht es weiter über Lofer, Kirchberg, Neukirchen bis nach Kaprun, wo die Four Peaks nach vier Tagen, 275km und 10.000 Höhenmeter enden.

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Jede Etappe für sich ist machbar aber das Zusammenspiel zwischen Leistung und Regeneration muss stimmen, um alle vier Etappen auch hintereinander und mit dem besten Ergebnis zu fahren. Insbesondere die dritte Etappe von Kirchberg nach Neukirchen wird dramatisch.

1. Etappe: Leogang -Lofer, 76km, 2200hm
Auf ein gemütliches Einrollen muss man sich gar nicht einstellen bei dem Start der BIKE Four Peaks. Auf den ersten zehn Kilometern geht es aus Leogang in das Schwarzleotal hinauf, den Höhenweg mit Sicht auf die Leoganger Steinberge entlang und dann in den Bikepark Leogang, um dann direkt mit dem Hangman-Trail ein Sahnestück der Etappenrundfahrt unter die Stollen zu nehmen. Nach dem anspruchsvollem ersten Viertel scheint es dann eher ruhig und besonnen Richtung Schlußanstiege zu gehen. Auf den Anstiegen zum Hischbichl und zur Hundalm werden weitere 1000 Steigungsmeter fällig, ehe es dann hinab ins Ziel nach Lofer geht.

2. Etappe: Lofer – Kirchberg, 76, 2500hm
Über den Pass Streb geht es nach Tirol. Der Anstieg zum Widriger Höhenweg bringt uns dann auf 1200m, die erste steile Schotterabfahrt bringt uns dann auf den Radweg Richtung Kitzbühler Alpen mit Blick auf den Wilden Kaiser. Wintersportliche Highlights gibt es auf dieser Etappe ebenfalls, denn die Strecke führt über den Zielsprung der legendären Skiabfahrt, der Streif, ehe es danach steil hinauf auf die Ehrenbachhöhe geht. Der Schlußanstieg beginnt nach 57 Kilometern und es stehen 10 Kilometer mit über 1000 Höhenmeter vor dem Fahrerfeld. Der abschließende Fleckalm-Trail wird auch nicht zur Erholung beitragen, denn er soll ein „wahrer Trail-Hammer, der eine gute Fahrtechnik erfordert – wieder einmal das fahrtechnische Highlight von BIKE Four Peaks“ sein, wie die Veranstalter ankündigen. Wie schön, dass ich bei der Trans Zollernalb 2013 gerade auf der zweiten Etappe (Vorsicht Ironie) richtig gut drauf war…

3. Etappe: Kirchberg – Neukirchen, 46km, 2400hm
Was soll ich zu der Etappe sagen? Ich habe Angst. Während die beiden ersten Etappen aufgrund ihrer Länge immer wieder Erholungsabschnitte bieten, geht es von Kaprun nach Neukirchen nur ein Motto: Vollgas. Mit der Wildkogelalm erreichen wir auch das Dach der Rundfahrt auf 2200m. Vorher müssen die Beine aber richtig brennen, denn auf rund sieben Kilometern warten mehr als 800 Höhenmeter. Hinab geht es über den Lisi-Osl-Trail, Harlassanger-Trail und am Ende den Wildkogel-Trail. Der Veranstalter schreibt zu der Etappe lässig:

Drei tolle Trails, verpackt in eine atemberaubende Landschaft, die ihren Höhepunkt am Wildkogel feiert, wenn sich die weißen Riesen der Hohen Tauern vor dir aufbauen. Wer diese Etappe nicht geil findet, soll sein Bike verkaufen und Baden gehen. (BIKE Four Peaks Homepage)

Baden gehen… Werde ich bestimmt! Aber erst im Anschluss der Etappe.

4. Etappe: Neukirchen – Kaprun, 75km, 1900hm
Nach der Qual am Vortag führen die ersten Kilometer der letzten Etappe flach über den Tauernradweg. Anstrengend wird es dann kurzeitig hinauf in den Plattwald, ehe die Etappe weiter ruhig Richtung Kaprun läuft. Man wird den Zieljubel sehen und hören können aber nach der Wiese von Kaprun geht es vor den Augen der Zuschauer im Ziel hinauf auf den Maiskogel. Der 8km lange (800 Höhenmeter) Schlussanstieg der Etappenrundfahrt wird uns Fahrern als „lohnende extra Runde“ verkauft. Oben angekommen soll man zumindest mit einem Sahnehäubchen, dem „einfach nur schönem“ Bachlertrail, entschädigt werden. Ich bin gespannt.