Der erste Marathon 2014 liegt hinter mir und was für einer! Der ABUS Ruhrbike Marathon liegt in der Erlebnisrangliste ganz weit vorne und ist für mich der schönste Mountainbike Marathon in Nordrhein Westfalen. Knifflige Anstiege mit extremen Steigungen, feinste Trails und technische Abfahrten. Und wenn man denkt, steiler geht nimmer, dann kommt noch eine Treppe obendrauf.

Ein Formtest auf der schönsten Mountainbike Marathon Strecke in NRW sollte es werden aber am Ende bin ich genauso schlau wie vorher. Das Rennergebnis wurde durch Staus zu Beginn des Rennens, Verzögerung am Start (20 Sekunden pro Block) und – entgegen anders lautender Durchsagen am Start – Wertung der Brutto-Zeit stark verzehrt. Aber ich muss mir da ich nichts vor machen, letztendlich geht es um eine Gesamtplatzierung zwischen 130. und 160. und damit lag ich weit entfernt von der erträumten Top 100 Platzierung. Und wenn ich dann in meine Ergebnisumgebung schaue, dann sehe ich viele Bekannte Rennfahrer.

Das erste Nadelöhr, nach nicht einmal 2 Rennkilometern. Stau vorprogrammiert. (Foto: Sportograf.com)

Das erste Nadelöhr, nach nicht einmal 2 Rennkilometern. Stau vorprogrammiert. (Foto: Sportograf.com)

Vor dem Rennen war ich dann doch angespannter, als zuletzt bei Rund um Köln. Und trotz sorgfältiger Vorbereitung wurde die Fahrt zum Start dann zu einer Nervositätsprobe. Stau in Wuppertal, 23km vor dem Ziel. Damit verschob sich meine Ankunftszeit auf 11:45 Uhr und die Ruhr vor dem Start war weg. Natürlich habe ich dann auch bei der Abholung der Startunterlagen 10€ Nummernpfand vergessen (Danke an Marco vom RSC Niederrhein, der ausgeholfen hat). Apopro Nummernpfand… Lasst das doch einfach mit dem Pfand und schneidet uns im Ziel die Nummern vom Lenker ab, wie man das von anderen Rennen auch kennt.

Aus Startblock 3 oder 4 mit rund einer Minute Rückstand erfolgte dann der Start des Marathons und anfangs konnte ich ganz Tempo machen und bereits nach wenigen Hundertmetern den Schluss des vorderen Startblocks einholen. Und dann bogen wir links ab und es bildete sich eine Mountainbike Traube. Die Engstelle kam definitiv zu früh und sorgte für eine sehr hektische Situation mit viel Drängelei und Zeitverlust. Die nächsten Kilometer wurden nicht besser, die ersten Trails sind leider recht voll und technisch für ein so großes Feld eine zu große Herausforderung. In der ersten Asphaltabfahrt wollte ich etwas Boden gut machen und bemerkte, wie mein Hinterrad nur noch um die Kurven schwamm. Im nächsten Uphill bereitete ich meine Co2 Kartusche vor, um dann auf dem Gipfel kurz nach zupumpen und ein Teil der vorher überholten wieder vorbei ziehen zu lassen ;-)

Danach ging es mehr oder weniger flüssig weiter. Aber so richtig in Tritt kam ich nicht. Die Hegestraße, die wohl steilste innerstädtische Straße Deutschland / Europas – wie auch immer – konnte ich recht flüssig hochtreten und war überrascht. Danach flog ich nur so durch Volmarstein bis dann die Treppe hinauf zur Ruine kam. Die raubte mir so ziemlich die letzte Kraft und das nach 26 Kilometern, pünktlich zur Rennmitte also. Das Panorama danach sah hübsch aus, ich mag das Ruhrtal ja sehr gerne. Viel hübscher waren allerdings Braut und Bräutigam, die wenige Meter und eine Treppe abwärts später auf der Wiese ihr Essen vorbereiteten und mit ihrer Gesellschaft feierten, während rund 1.000 Mountainbiker an der Feier vorbei rauschten.

Kurz vor dem Ende des Harkortbergs teilte sich die Strecke. Während die Kurzmarathon Fahrer ins Ziel bogen, warteten weitere 20 Kilometer auf die Marathonisti. Und die hatten es ehr in sich! Es wurde steiler und steiler und viele mussten wenigstens ein Mal vom Rad. In den Abfahrten gab es auch keine Möglichkeit der Erholung und meine zweite Trinkflasche suchte ich vergebens. Fast verdurstet kam dann doch noch eine Verpflegung, wo ich dann meine Flasche direkt nachfüllte, wer weiß was in den letzten 8km noch so auf mich wartet. Trails, Trails, Trails. Rechts, links, gerade aus, hoch, runter und noch höher. Irgendwann mussten wir unsere Räder auch durch einen Bach und eine Böschung hinauf tragen, ich weiß nicht, ob das für irgendwen fahrbar war.

Es folgten eine Reihe Fahrfehler meinerseits, die Erschöpfung zerstörte die Konzentration. Kurz vor dem Ziel habe ich dann Stefan Meiners erreicht, der seinen Rad den letzten Anstieg hochschob. Es reichte nicht zum Überholen, eine Unachtsamkeit reichte aus und ich musste ebenfalls vom Rad. Stefan nutzte meine Krise und setzte sich ab. Glückwunsch an dieser Stelle, das schreit aber nach einer Revanche :-)

In zwei Wochen zählt es nun beim Schinder(hannes) MTB-Superbike in Emmelshausen, dem Auftakt der diesjährigen MTB-Challenge. Und dann geht s ja auch schon fst in die Alpen zum Saisonhöhepunkt BIKE 4 Peaks.

Ein riesen Lob und Dank gilt dem Veranstalter RSC Tretlager Wetter, die das Rennen ehrenamtlich organisieren. Wenn ätzt noch die Startphase irgendwie verbessert wird und die inoffizielle Ergebnisliste mit den Netto-zeiten im kommenden Jahr das offizielle Ergebnis mit den Brutto-Zeiten ersetzt, dann habt ihr alles richtig gemacht! Die Strecke ist sensationell und 1800 Höhenmeter auf 50km eine Wucht, wenn man die längste Steigung an einem Stück von 150 Höhenmeter berücksichtigt.