Fast zwei Wochen liegt die BIKE Four Peaks hinter mir und ein Etappenrennen, dass ich auf keinen Fall missen möchte. Das Rennen in den Alpen hat mir Mountainbiken noch einmal aus einer anderen Perspektive gezeigt und viel Eindruck hinterlassen. Das es am Ende nicht über Platz 446. hinaus gereicht hat, zeigt auch wie dicht das internationale Teilnehmerfeld in der Mitte der Hobbysportler besetzt war.

19 Stunden und 11 Minuten habe ich für die vier Etappen von Leogang über Lofer, Kirchberg und Neukirchen nach Kaprun benötigt. Nach einem schwachen Start habe ich mich im weiteren Verlauf des Rennens von Platz 500 (246. Men) auf Platz 446. (230. Men) vorgearbeitet. Das beste Ergebnis erreichte ich auf der Kaiseretappe von Loser nach Kirchberg mit dem langen Anstieg zum Hahnenkamm und dem Fleckalmtrail. Als 416. (221. Men) erreichte ich das Ziel. Insgesamt bin ich mit dem Ergebnis nicht unzufrieden, denn die langen Anstiege in den Alpen sind schon eine andere Herausforderung als die Mittelgebirge. Die erste Etappe hat mir durch die Magenkrämpfe ein wenig die gute Ausgangsbasis geraubt und auf der dritten Etappe habe ich – mit unter durch den Stau – taktisch miserabel bestritten und dadurch ebenfalls wertvolle Zeit verloren. Nichtsdestotrotz habe ich mein Ziel unter den werden 50% zu landen erreicht.

sportograf-49766218Trails mit Traum Panorama. BIKE Four Peaks ist auch ein Erlebnis für das Auge.

Die Strecken waren ein bunter Mix aus Schotter, Asphalt und asphaltierten Radwegen mit wenigen aber dann meistens sehr fordernden Trails. Hin und wieder gab es auch ein paar Wiesen. Von den Zahlen betrachtet klingt der Trail Anteil äußerst gering mit unter 10km pro Etappe. Dafür verlangen einem die Trails wirklich alles ab und werden mit zunehmender Erschöpfung nicht einfacher. Auf der dritten Etappe haben die Veranstalter die langen „Flach“stücke weggelassen und die Etappe war ein stetiges Auf und Ab. Klasse, aber auch klasse anstrengend. Zumal dadurch dann auch auf den ersten Trails der Verkehr komplett ins Stocken geriet. Eine tolle Etappe aber auch extrem anspruchsvoll.

Der Mix macht es am Ende doch und weniger ist etwas mehr. Denn manchmal waren die Schotterabfahrten auch prima zum Erholen, wenn auch viele Fahrer gerade hier offensichtlich in ihren Grenzbereich kamen. Ebenso die Trails, die vielen schon zu schwierig waren. Manchmal habe ich meine Mitstreiter verflucht und mir gewünscht bergauf ähnliche Raketenantriebe zu haben, damit sie mich bergab nicht aufhalten. Denn als 246. der Enduro Wertung konnte ich meine Abfahrtskünste doch ganz gut unter Beweis stellen, obwohl ich weder im Bikepark Leogang (1. Etappe) noch auf dem Fleckalm Trail (3. Etappe) oder dem Bachler Trail (4. Etappe) freie Fahrt hatte und immer wieder aufgehalten wurde. Umso schöner war die Fahrt auf dem Wildkogel Trail.

sportograf-49773683Internationale Verfolgergruppen im Mittelfeld.

Erstaunt und enttäuscht war ich vom äußerst geringen Zuschauerinteresse vor Ort. Abgesehen vom Wildkogel waren die anderen Bergankünfte nahezu menschenleer. Auch im Zielbereich tummelten sich meistens nur Zuschauer, die unmittelbar mit dem Rennen zutun hatten. Wenn ich das mit den Zuschaueraufkommen der Trans Zollernalb vergleiche, dann schneidet BIKE Four Peaks überraschend schlecht ab.

Bei einer weiteren Teilnahme werde ich auch nicht wieder ein zentrales Headquarter buchen. Wir waren mit der Ferienwohnung am Kitzbühler Horn mehr als zufrieden und würde diese jedem Urlauber in der Region weiter empfehlen. Aber bei einem Etappen Rennen nervt das Be- und Entladen des Autos und die Fahrt zum Start oder nach Hause einfach nur ungeheuerlich und kostet wertvolle Regenerationszeit bzw. Vorbereitungszeit. Beim nächsten Mal gibt es Hotels oder Apartments direkt im Zielort und am Tag danach einen Wellness Tag und keine Autofahrt zur Mittagszeit bei über 30 Grad. Mein Immunsystem wird es mir Danken.