Motiviert war ich bis in die letzte Haarspitze in den vergangenen Monaten seit meiner Operation am Nabelbruch. Vorwärts immer, rückwärts nimmer. So wuchs die Leistung und so schwanden die Kilos.

Ein erster Laktattest im Dezember bestätigte mir dies, meine Maximalleistung war nicht schlechter als im Frühjahr und IANS und Schwellenleistung deutlich verbessert. So durfte es gerne weitergehen. Trainingstechnisch konnte ich das Level mit 60-70 Stunden im Monat halten (Vgl. Trainingsrückblick Januar, Februar), im März mit einem Trainingscamp zu Hause (Bericht folgt) sogar ausbauen.

Nicht ganz ausgeruht war mir vor dem Re-Test am Samstag schon etwas mulmig. Aber eigentlich nur im Hinblick auf meine Abbruchsleistung, weniger auf eine wesentliche Verbesserung an IANS und FTP Schwelle. Es kam aber ganz anders.

imageAm Anfang war noch alles gut. Laktattest in der Praxis am Stadionbad von Stefanie Mollnhauer (Pro-Formance)

Bereits mit dem Start des Tests wollte meine Muskulatur nicht. Ich hatte bereits bei geringer Intensität gravierende Probleme meine normale Trittfrequenz zu halten. Ein Laktattest hat natürlich immer mit quälen zutun aber am Samstag war es besonders schlimm, selten klafften Anstrengung und Leistung soweit auseinander.

Und das Ergenis? Eine Verbesserung in der maximalen Belastung um 40 Watt. Eigentlich hervorragend aber IANS und FTP Werte haben sich gleichzeitig um 50 Watt verschlechtert, der Puls bei beiden Messpunkten dafür viel geringer. Ich habe also eine besser Ökonomie mit mehr Maximalpower aber die wesentlichen Bereiche für eine Marahon Belastung sind gesunken. Wirklich erklärbar ist das nicht und für eine Motivationsquelle ist das Ergebnis auch nicht.

Natürlich kann ich jetzt auch mein Rad in die Ecke stellen und aufgeben, aber man muss das ganze glaube ich relativ gelassen sehen. Ein Test ist ein Test und spiegelt eben nicht immer das vorhandene Leistungsvolumen wieder. Ausserdem kann man die Abbruchsleistung erst einmal positiv anerkennen, wobei hier bis zur Transalp durchaus noch ein paar mehr Watt rausspringen dürfen.

Wichtig ist den Spaß am Sport zu fokussieren und im Hinblick auf die kommenden Rennen die Vorfreude als neue Energie zu kanalisieren, um dann trotz oder wegen des schlechten Tests im Wettkampf das Beste abzurufen. Punkt.

Mögliche Ursachen für die jetzt erst einmal unaussagekräftigen Werte können im Stoffwechsel liegen, hier werde ich wohl gerade Eisen, Schildrüsenhormone, Nieren und Leberwerte checken lassen. Übertraining kann natürlich auch eine Rolle spielen, jedoch kann man dann meistens eher nicht Spitzenleistungen abrufen und außerdem fühle ich mich mental topfit, abgesehen von den schweren Beinen am Samstag.

Meine Motivation ist ungebrochen. Jetzt erst recht! Vom Leistungsfrust beim Test zur Leistungslust im Marathon. Jetzt habe ich noch mehr Lust auf Quälerei und Schinderei, im Matsch, Regen oder Schnee. Egal, ich bin bereit. Immerhin habe ich gleich vier Chancen im April mir selbst eine bessere Leistung zu beweisen.