Coffee & Chainrings meets the cobbles. Gleich vier Fahrer unseres Teams werden morgen auf dem Kurs der Profis das belgische Kopfsteinpflaster unter die 23-28mm Reifen nehmen und die Ronde van Vlaanderen bestreiten. Daniel und Tim bereits zum dritten Mal, Stefan zum zweiten Mal und Jens wird in Flandern debütieren, glücklicherweise bleiben ihm 10km zum Warmfahren, ehe mit der Ruiterstraat das erste 800m lange Kopfsteinpflasterstück, die Kasseien wie man sie in Belgien nennt, folgt.

Während wir letztes Jahr bei Frühlingswetter, 16 Grad und Sonnenschein die Runde gefahren sind, im Jahr davor bei Temperaturen um den Gefrierpunkt mit Graupel wird sich das Wetter morgen irgendwo dazwischen einpendeln. Unter 10 Grad aber dafür weitesgehend trocken. Hauptsache die Kopfsteinpflaster sind bis dahin vom anhaltenden Regen heute wieder trocken.

Der Kurs ist typisch für Flandern, ein stetiges Auf und Ab. Längere Abschnitte ohne Hellinge gibt es keine und wenn doch, dann führen sie über die Kasseien. Wie schon erwähnt beginnt das Spektakel mit der Ruiterstraat (10,2km) und der Kerkgate (13,3km), vorher kann man sich beim Wolvenberg (9,2km: 700m Länge, Ø 7,9%, Max. 17,9%) nach 9km kurz vorbelasten.

Keyfacts:
Streckenlänge: 127km
Höhenmeter: 1700hm
Hellingen: 15
Kasseien: 6

Nach 27,4km wird es dann das erste Mal richtig heftig, die Paddestraat (2300m) wartet und ist das gefürchtestete Kopfsteinpflaster Segment. Zuerst geht es steil bergab, ehe eine rechts, links Kurvenkombination über Bahngleise für noch mehr Action sorgt. Das brummt in den Armen gewaltig, den Lenker loslassen wäre aber fatal. Über Leberg (41,6km: 800m, Ø 4,2%, Max. 13,8), Berendries (46km: 890m, Ø 7,2%, Max. 12%), Valkenberg (51km: 1100m, Ø 8,2%, Max. 13%) und Eikenberg (63km: 1200m, Ø 6,2%, Max. 10%) führt die Strecke zum nächsten Highlight, dem Koppenberg (73km: 500m, Ø 9,4%, Max. 22%) gefolgt von der Mariaborrestraat (76km: 2000m Kasseien). Bisher konnte ich den Koppenberg noch nie hoch fahren, weil aufgrund eines Nadelöhrs immer Stau war. Allerdings war der Koppenberg 2013 auch der erste von 19 Hellingen und 2014 direkt nach der ersten Verpflegung, eine Verschiebung ins letzte Drittel tut bestimmt dem Verkehr gut, genauso wie die Option den Koppenberg zu umfahren. Dieses Jahr gehts hoch!

Und dann befinden wir uns auch schon auf den letzten 50km. Mein Favorit Taaienberg (79km: 700m, Ø 6,1%, Max. 16%) eröffnet das Finale von der Ronde van Vaanderen Cyclo. Kaperij (83km, 1000m, Ø 5,5%, Max. 9%), Kanarieberg (90km: 1100m, Ø 7,7%, Max. 14%), Kruisberg (97km: 1400m, Ø 4%, Max. 9%) und die wundervolle Kamemelkbeekstraat (103km: 900m, Ø 4,9%, Max. 10%) sorgen für mächtig schwere Beine aber dann kommen ja noch die letzten beiden Hellinge.

Wie im Profirennen geht es zuerst den längsten Anstieg des Rennes hinauf, die Oude Kwaremont (110km: 2000m, Ø 4%, Max. 11,6%) ist ein Biest und erfordert eine gute Fahrlinie, eine tolle Abfahrt mit vielen Kurven folgt ein kurzer Gegenstich und dann geht es hinunter an den Paterberg (115km: 400m, Ø 12,9%, Max. 20,3%) und die letzten 400m bergauf aber wie! 20,3% an der steilsten Stelle, dazu muss man vor den Antritt in den Berg komplett abbremsen, die Streckenführung verlangt es so. Bis zum Ziel geht es nun 10km (möglichst im Windschatten) immer schön gegen den Wind.