Gewöhnliche Tage im Leben eines befindlichkeitsorientiertem Radsportlers ist meine Kolumne am Sonntag über den Alltag als Hobbysportler mit eingeschränktem Zeitbudget aber großen Saisonzielen. – Zurück zum Intro.

Nicht immer habe ich das Glück nur einen halben Tag zu arbeiten, eigentlich sogar nur einmal in der Woche. In meinem heutigen Beitrag behalte ich noch einmal das Kernthema Struktur und Wille, denn das sind die beiden essentiell treibenden Kräfte für eine hohe Trainingsmotivation.

Nach der täglichen Morgenroutine (Dehnen, Blackroll, Kaffee) eilt die Zeit etwas. Frau und Kind schlafen noch, also heißt es um 07:00 rauf aus Bike, eine kurze Ausdauer Fahrt vor dem Frühstück, ein grüner Smoothie reicht als Energiebooster. Nüchtern ins Training ist in der derzeitigen Belastungsphase nicht gut.

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Morgenroutine: Ein Kaffee und etwas Zeit für das Internet. Aber die Zeit dabei nicht aus den Augen verlieren.

Um 08:45 Uhr bin ich zu Hause. Und langsam tut sich was. Ein brabbelndes Baby ist schon eine Genugtuung und erwärmt das Herz. Babyzeit mit Wicklen und Co, dabei üben wir natürlich direkt radfahren. Es folgt ein gemeinsames Frühstück, wenn auch meins mangels Folgebelastung aus Gemüse und etwas Obst besteht.


Der gemeinsame Morgen endet um kurz nach zehn und es geht arbeiten. Nachtbereitschaft bedeutet eine Rückkehr am nächsten Tag um 12:15 Uhr. Damit muss man sich auch erst einmal arrangieren. Zum Glück endet der Arbeitstag ohne große Probleme in der Jugendhilfe und ich kann die normale Nachtruhe antreten. Ungestört schlafe ich bis 06 Uhr; es ist schulfrei also stehen alle um 09 statt um 06 Uhr auf und ich muss erst um 08 Uhr meinen Dienst antreten.

Ich schlafe länger als zu Hause, um den Stress etwas auszugleichen. Außerdem ist der Schlaf nicht so regenerativ wie zu Hause. Danach geht es mit der täglichen Routine weiter. Und schwups die Laufschuhe an und mit dem Telefon in der Tasche und die Haustüre offen, damit mich alle erreichen können, auf den Sportplatz. Einen Drehwurm laufen, die Runde hat nämlich stolze 125m. Ich beende das Training nach 20 Minuten. Ich mag diese windstille, klare Kälte. Wunderbar. Der Lauf war nüchtern, um den Fettstoffwechsel für den heutigen Tag besser zu aktivieren.

Ein Kaffee und ein grüner Smoothie gibt es zur Belohnung, dafür verzichte ich auf das Gruppenfrühstück. Nach dem Dienstende geht es nach Hause. Es steht eine Ausdauereinheit über drei Stunden auf dem Plan, dafür benötige ich Kohlenhydrate. Die gibt es in Form meines eigentlichen Frühstücks: Amaranth Flocken, Banane und dazu mit Soja und Kokos Flocken gute Fette und akzeptables Eiweiß.

Das Familienmittagessen hat sich mit meiner Ernährungsumstellung etwas verändert. Zwar essen wir weiterhin sehr häufig zusammen, nicht selten bereite ich aber zwei Gerichte zu. Meine Entscheidung, also meine Zusatzaufgabe. Und da ich vorher auch für meine Frau mitgekocht habe, möchte ich das auch weiterhin so gut es geht fortsetzen.

Nach dem Mittagessen schläft das Baby. Und meine Frau auch. Ich nutze die Zeit für meine Ausdauereinheit. Trotz Nachtbereitschaft, man fühlt sich danach doch immer etwas kaputt an, läuft es gut. Ein solider 30er Schnitt über die gesamte Zeit und dass alleine im Wind.

Ab 17 Uhr ist der Trainingstag Geschichte, der Aufgalopp in die erste Umfangwoche geglückt und die Zeit für Familie vorhanden.