Eine sportliche ruhigere Woche liegt hinter mir und der BIKE Four Peaks. Für das Fazit musste ich das Rennen erst auf mich wirken lassen; soviele Eindrücke, soviele Impressionen, Freude, Spass, Erlebnisse müssen wirken.

Four Peaks 2015

Mein viertes Etappenrennen (2x Trans Zollernalb und 2x BIKE Four Peaks) und ein weiterer großer Schritt in die richtige Richtung. Nach dem ich mich bereits bei meiner zweiten #STZ gut gesteigert habe, konnte ich mich im international stark besetzten Feld der BIKE Four Peaks ebenfalls gut behaupten und dabei nicht nur im Ergebnis Fortschritte erzielen.

sportograf-63829821_lowresIch tu dir nix, du tust mir nix! Ich habe Respekt vor Kühen.

Freude beim Mountainbiken hatte ich schon immer, sonst würde ich den Sport nicht betreiben. Aber selten habe ich auch die Uphills mehr Genossen als auf der BIKE Four Peaks, die Anstiege mit bis zu 1300hm am Stück haben für ordentliche Schmerzen gesorgt und trotzdem machte es einfach Spaß den Berg zu bezwingen.

sportograf-63837197_lowresBei freier Fahrt ein Genuss, die Trails bei den BIKE Four Peaks.

Dagegen bin ich bergab als Papi und wegen der Transalp gleich doppelt vorsichtig herunter gefahren. Im Vergleich zu 2014 habe ich hier Unmengen an Zeit verloren, die ich aber bergauf wieder eingefahren haben. Immerhin war ich über 2,5h schneller als im letzten Jahr bei einer vergleichbaren Strecke.


Aber Vergleiche mit 2014 möchte ich an anderer Stelle vertiefen und mich nun dem Fazit der Veranstaltung widmen.

#fourpeaks Anreise
Samstags Willingen, Montags Anreise nach Österreich und mittwochs an der Startlinie zur ersten Etappe der BIKE Four Peaks. Meine Trainerin Steffi war nicht begeistert, mein Hasi hat im Hingergrund gut mitgewirbelt, damit alles klappt. Stressig war es trotzdem. Trotzdem saß ich jeden Tag etwas auf dem Rad, ein Faktor das ich mich am Mittwoch dann besser als erwartet gefühlt habe.

Meine Erwartungen waren gering, schließlich sollte das Event für mich eine Borbereitung auf die Craft BIKE Transalp werden, eine spezifische Four Peaks Vorbereitung gab es nicht. Glücklicherweise war die Woche nach Willingen als Umfangwoche 3 mit hohen Intensitäten geplant.

Etappe 1: Bad Kleinkirchheim – Bad Kleinkirchheim
Zu Beginn des Etappenrennens direkt die härteste Etappe. Nicht einmal 50km standen auf dem Programm aber über 2500hm. Zwei 1000hm Anstiege und zwei extrem lange Abfahrten, die erste fast durchweg auf Trails. Der absolute Wahnsinn.

Aus Startblock C startend (Startnummer 301-500) ging es hinein ins Vergnügen. Die ersten 400hm des Anstiegs kannte ich vom Montag, kein Vergnügen aber für die Einteilung zu Rennbeginn eine gute Sache. Die Beine arbeiteten gut und ich fühlte mich trot der Anstrengung gut. Es machte Spaß und im letzten Drittel der Steigung konnte ich zulegen und überholte so einige Fahrer.

Nach der Fotosession mit Hasi auf 2500m ging es in die Verpflegung. Anhalten und auffüllen, wäre nicht notwendig gewesen aber ich muss ja für Tim Transalp Rhytmus üben. Und im nächsten Moment lag ich. Von hinten beim Absteigen touchiert, da ging nichts mehr. Mir ist nichts passiert aber die dritte Garmin Halterung war gebrochen – seit dem Canyon Rhein Hunsrück MTB Marathon vor zwei Wochen.

Was solls? In der Abfahrt nervte der fehlende Garmin schon etwas, ohne Geschwindigkeitskontrolle muss man sich noch mehr auf die Bremspunkte konzentrieren, zum Glück wurde es so technisch das es nicht wirklich schnell werden konnte.

Der Alte Almweg Trail (Youtube Link) war fantastisch und extrem fordernd, bisher war nur der Fleckalmtrail bei Kitzbühel anstrengender. Auf einem Hardtail schon grenzwertig.

Um Feld am See ging es einmal am Seeufer entlang, ein flowige Trail durchweg über 25kmh. Und hinein in den zweiten und letzten Anstieg, wohlgemerkt ohne Garmin. Und hier begann mein mentales Dilemma. Ich wusste nicht wie lang noch, wie hoch noch und die Angaben von Zuschauer waren irreführend. Der erste sagte 1,5km der nächste 4,5km – Toll! Wieder im letzten Drittel startete der Turbodiesel und ich arbeitete mich weiter nach vorne. Und dann kam das Klettern. Knapp 100hm mit geschultertem Rad über losen Geröll, eine gefühlte Ewigkeit zu Fuß. Und alle Schmerzen der vergangenen Stunde Auffahrt waren vergessen.

Die Abfahrt war schnell und am Ende gab es noch eine tolle Ski-Pisten Abfahrt und ich war im Ziel. Deutlich unter den 5h, die ich mir vorgenommen habe. Und als ich dann realisiert habe, dass es für die Top 300 von über 800 Startern gereicht hat war ich mehr als zufrieden.

Es war definitiv die Härteste Etappe und technisch die Anspruchsvollste. Und für mich auch die beste Etappe des Rennens.

Etappe 2: Bad Kleinkirchheim – Hermagor
Unspektakulär und öde, eine sehr langweilige Überführungsetappe mit moderaten Steigungen und wenigen Highlights. 12km mussten wir neutralisiert einen Berg hinunter fahren, anstrengend und gefährlich mit der bekannten Biker Routine: Bremsen, Sprinten, Bremsen und von vorne.

Der erste Anstieg hinauf zum Bergfried war das Schönste an der Etappe mit tollem Ausblick auf den Millstätter See. Leider erreichten wir den Bergfried nach einer längeren Tragepassage bereits bei km20 von 91km und danach ging es ersteinmal 60km über Asphalt oder Schotterpisten über Kreuzen hinauf zur Windischen Höhe (auf dem MTB ein fieser Anstieg) und dann kurz etwas technisch hinab ins Gailtal. Danach wurde es nicht nur langweilig, sondern auch flach, ehe das Finale der Etappe über Egg und Radnig noch einmal interessanter wurde. Meine Position in der Gesmtwertung konnte ich leicht verbessern.

Bei aller Kritik an der Etappe, irgendwie ist eine Überführungsetappe auch Bestandteil einer Rundfahrt und gibt dem Event auch eine extra Note. Im Nachhinein gefällt mir die Streckenführung und auf dieser Etappe wurde glaube ich das beste herausgeholt.

Etappe 3: Hermagor – Tröpolach
Erneut eine neutralisierte Startphase auf dem Flachstück von Hermagor nach Tröpolach, das Ziel könnte man nach 10km sehen, allerdings fehlten noch 50km und 2400hm. Mit schweren Beinen ging es in den längsten Anstieg der vier Tage: 1300hm hinauf zum Madritschen. Auf dem ersten Teilstück auf Asphalt Biss ich mich in der Gruppe fest, um dann auf dem Schotter meinen Rhytmus zu fahren. Und was legten die Kollegen für ein Tempo vor, ich sah meine Top 300 Platzierung dahin schmelzen aber bei noch 7km Anstieg wollte ich auch nicht überpacen. Die Taktik ging auf und auf dem letzten Kilometer hinauf zur Bergstation (durchweg über 14% steil) sammelte ich die Gruppe wieder ein und ging vor ihnen in den ersten Downhill des Tages. Ich habe auf dem Stück bestimmt 30-90″ aufgeholt.

Die Buckelwiese war so ziemlich das Schlimnste, was ich an Downhill runterfahren musste. Tiefe Schlaglöcher, die einem von Rad katapultiert hätten, wenn man nicht rechtzeitig abgebremst hätte. Zudem waren sie so versteckt oder in Kurven beheimatet, dass es ohne Streckenposten fast unmöglich gewesen wäre, hier halbwegs stabil runterzufahren.

Hinauf zum Nassfeldpass wartete eine Kopfsteinpflasterpassage mit dicken Steinen und einer Steigung so fies, dass der Koppenberg in Belgien einpacken kann. Bis zum Garnitzentörl ging es wieder hinauf, besonders fies an diesem Tag waren die letzten Kilometer, die immer an Steigungsprozenten zu nahmen.

Der Gartnerkofeltrail war bestimmt gut, leider fehlt mir daran jegliche Erinnerung. Ich weiß nur, dass wir danach an der Talstation in den letzten Anstieg mussten. Extrem steil über eine Wiese, dann kurz tragen und dann mäßig steil bis zur Tressdorfer Alm, danach ging es wieder bei durchweg 11% hinauf zum Madritschen Sattel mit leichtem Regen.

Die Abfahrt über die Auffahrtsstrecke war schnell, extrem schnell und ohne wirklichen Komtakt nach vorne oder hinten. Das letzte Stück über das Nassfeld Harakiri (Skipiste) war auf dem aufgeweichte Boden ein toller Abschluss einer mächtigen Alpen Etappe mit Eindrücken und Weitblicken, die ich so schnell nicht vergessen werde.

Etappe 4: Tröpolach – Weißensee
Euphorisch ging es in den letzten Tag, trotz Regentropfen am Start. Schließlich stand die letzte Etappe für mich unter dem Motto Back to the roots. Ab Hermagor kannte ich die gesamte Strecke und wusste, um den steilen Kreuzberg und die Tücken am Ostufer des Weißensees.

Von den 71km (2200hm) war rund ein Drittel neutralisiert. Während die Spitze locker pedalierte kamen wir aber bei moderaten Steigungen bis Weißbriach ordentlich ins Schwitzen, zumindest immer kurzzeitig. Den Kreuzberg kam ich blendend hinauf, weiter zum Tschabitscher. Viel steiler als in Erinnerung und die ersten Anzeichen von Müdigkeit zeigten sich. Im Enduro Trail, der eher flach und verwinkelt war, stürzte ein Fahrer, so dass wir den Anschluss verloren. Zwar konnten wir bis zum Anstieg von Techendorf wieder aufschließen, aber diese 3km waren für mich zu steil, um den Kontakt zu halten. Bis zum Ostufer kam ich immer wieder bis auf 50m ran aber weiter nicht.

Ab dem Ostufer begann es fies zu regnen und der Anstieg zur Bodenalm war mental sehr herausfordernd. Hinter mir gab es eine Dreiergruppe, die ich auf Distanz halten konnte, vor mir einen Fahrer, dem ich nicht näher kam. Ich pedalierte ganz gut, vor dem Hintergrund das es zur Alm am Ende steiler wird. Würd es nicht und so ging es hinab in die Abfahrt nach Naggl. Eine fullspeed Abfahrt mit extremen Spaßpotenzial, wenn es trocken ist. Im Regen kämpfte ich gegen die Kälte, meine Fingerfetigkeiten hielten sich nach der Abfahrt in Grenzen, das drehen am Gripshift viel mir schwer. Aber das Finale wartete: Aufstieg nach Naggl (350hm) und Abfahrt mit Seeblick über die Skipiste, die einst mein Hasi runter gerollt ist.

Ich kam dem Ende der Gruppe näher und konnte hinauf nach Naggl ein paar Plätze gut machen. Mit letzter Kraft und mental sehr angeschlagen. Regen zieht echt an der Motivation. Als es dann endlich runter ging wusste ich, dass ich es geschafft habe. Alles geschafft habe. Die Ski-Piste im Renntempo ist ein Vergnügen, der Blick zum See dafür irgendwie nicht gegeben.

Quer über die Wiesen von Techendorf ins Ziel, exakt vier Stunden. Damit benötigte ich für die Rundfahrt 2015 16,5h.

Schön wars am Weißensee. Ich habe die Etappe so gut wie möglich genossen. Insbesondere der Anstieg zur Bodenalm viel mir soviel leichter. Und dann der Seeblick zur Rennmitte auf dem Panorama Weg. So toll.

Die Strecke war ein bunter Mix aus Waldboden, Schotter und Trails, nach dem Ende der Neutralisation gab es keine Straßen mehr. So muss Mountainbike sein. Ein würdiger Abschluss eines tollen Egappenrennens.

Fazit
Mir hat die Strecke 2015 um einiges mehr gefallen als 2014, wenn auch der Fleckalmtrail als Highlight 2014 in diesem Jahr nicht übertroffen werden konnte. Aber es gab weniger Staus im Rennen, die Organisation war runder und das Gebiet einfach sehr schön.

Die Infrastruktur in den jeweiligen Etappenorten war toll und das Zuschauerinteresse ist auch gestiegen, nicht zuletzt weil die Lifte geöffnet waren.

Ich bin schon über die Ausschreibung für 2016 gespannt, in welche Region und Herr Schneider dann schicken wird.