Es läuft. Mulmig war mir gestern zu Mute und heute Morgen auch noch. Direkt zum Start der BIKE Four Peaks die schwerste Etappe mit zwei langen Anstiegen und Abfahrten. Aber was soll ich sagen? Ich konnte es mir selbst beweisen, Top 300 Gesamt und nah dran an den Top 150 meiner Altersklasse. In den Alpen!

Über Nacht verwandelte sich Bad Kleinkirchheim zum Startort der BIKE Four Peaks. Leider bot die Expo immer noch keinen Beauchsanlass und das Zuschauerinteresse war gering. Immerhin fuhr die Bergbahn zur Kaiserburg, so dass meine Hasis auf 2074m und gefühlten Minusgraden auf mich und die rund 900 anderen Starter warten konnte.

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Das Rennen begann für mich aus Startblock C verhalten, bei 11km Anstieg muss man auf den ersten Kilometern nichts riskieren oder attackieren. Erstaunlich gut habe ich aber meinen Rhytmus gefunden und bin den ersten Anstieg nahe der Schwelle aber nie im roten Bereich gefahren. Es lief und nach 1:10h war ich oben. Tolles Gefühl, wenn man merkt das es bergauf besser klappt.


Blöderweise gab es an der Verpflegung an der Kaiserburg zu einem tragischen Unfall. Eine Berührung zur falschen Zeit und ich kippte hilflos um. Die nächste Garmin Halterung im Arsch und ein Rennen ohne Werte. Dumm gelaufen. Der folgende Trail mit nur wenigen Unterbrechungen brachte mich an meine fahrerischen Grenzen. 1000hm bergab sind schon eine Hausnummer, auf Geröll und Steinfeldern noch schwerer. Es lief, solang nicht Grüppchen von Fahrern schiebend im Weg standen und so ein weiterfahren unmöglich machten. Trotzdem gehört der Fwldpannalm Trail zu meinen bisher schwersten Herausforderungen. Ich glaube nur der Fleckalmtrail ist härter gewesen.

Ohne Garmin war insbesondere das Flachstück von Sonnenweg bis Feld am See schwierig, da ich kein Gefühl bekam wie ich meine Kraft einteilen sollte. Ich fühlte mich zu langsam aber die Gruppe verlassen wollte ich vor dem Berg auch nicht. Also mitrollen auf dem Seeufertrail und das Panorama genießen.

Dann folgte der Schlußanstieg, erneut 11km bergauf. Es lief überraschend gut ich biss mich an einem Dänen fest. Hier hätte ich Tim gebrauchen können aber der liebe Däne gab auch ein gutes Tempo vor. Ohne Garmin konnte ich nur anhand der zunehmenden Kälte feststellen, dass der Gipfel bald erreicht werden müsste. Eine Tempoverschärfung von mir (hach, am Berg wie geil ne?) löste mich von dem treuem Dänen und zwei verrückten Belgiern, die ,ächtet Spaß mit ihrer Trillerpfeife hatten und mich noch anfeuerten aber selbst nicht zulegten. Ich schloss zu einer weiteren Gruppe auf und überholte diese auch noch. Und dann kam das absolut ekeligste, was ich je erleben musste. Der Aufstieg zum Kolmnock Gipfelkreuz, ein Wanderweg mit Naturtreppe über 250m Länge mit 20% Steigung und mehr. Tragend und keuchend ging es hinauf. Fies. FIES! Mega fies.

Den Gipfel Trail hatte ich nicht auf der Rechnung, der irgendwie wie in Willingen für das es geht immer weiter bergauf Gefühl sorgte. Ich fragte dann einen Fahrer wie weit es noch ansteigend weiter geht und er antwortete kurz und knapp: „Bis hier“ – hätte ich den Mal eher getroffen. Mit 70kmh ging es im folgenden über die Franz-Klammer Schuss und Forststraßen dem Ziel entgegen. Der Zielschuss, die Frauen Ski-Weltcup Strecke, hatte es nochmal in sich. Spaß inne backen und danach direkt die Verpflegungs Pulle von Hasi.

Und dann die Überraschung für mich persönlich, als der Streckensprecher weitere Fahrer mit Platzierungen unter 300 ankündigte. Freude; eine Platzierung im ersten Drittel in einem großen Etappenrennen. Tim sorgte dann auch via Messanger direkt für die genaue Platzierung, ehe ich überhaupt eine Ergebnisseite öffnen konnte. Danke! 153. AK mit Rückstand im Sekundenbereich auf die Top 150 und Oberall Platz 276. Und die Beine springen im Kreis. Morgen geht’s weiter, jetzt muss ich das Ergebnis nur nach Hause fahren. :-)