73km, 3200hm klingt viel? Hätte aber schlimmer kommen können, zum Beispiel mit mehr Hagelschauer oder noch mehr Gegenverkehr in den Abfahrten. Die fünfte Etappe war eine Mischung aus Cross Country und Halbmarathon nur mit mehr Höhenmeter.

Kurzentschlossen kam heute Rennstimmung bei mir auf und ich investierte im ersten Anstieg nach Forcella Celat eine Menge und sortierte mich bei den Teams um 180 ein, um im folgenden Cross Country Stück über 25km zum Passo San Pellegrino mit freier Fahrt belohnt zu werden.

Das ist teilweise geglückt, zwar wurde weniger geschoben aber immer noch zu viel, weil zu steil oder zu ausgesetzt. Die Wegführung mit dem vielen Laufen gefällt mir genauso wenig, wie der ständige Gegenverkehr in den mit bis zu 90kmh recht flotten Abfahrten.

Die 25km jedenfalls waren – bis auf die vielen Laufpassagen – ein Traum. Immer am Hang, immer steil und stets gefordert. Ich hielt den Anschluss an die Gruppe ohne jedoch weiter zu pushen, was sich später auch bewähren sollte.

Vom Passo San Pelligrino ging es die Straße hinunter mit dem bereits erwähnten Gegenverkehr. Mindestens genauso gefährlich wie die Wanderer, die stellenweise gar nichts von einem Radrennen wussten, die einem in den engen Serpentinen hinab im Vallo Del Diavolo entgegen kamen. Zum Glück ist nichts passiert.

Die beiden Anstiege im Teufels Tal waren teuflisch. Steil und nicht unbedingt gut geschottert. Belohnt wurden wir mit dem Trail hinab vom Malga Bocca, technisch auf Fleckalm Trail Niveau nur kürzer und nicht ganz so dicke Wurzeln. Dafür gab es mehrere Pflasterstein Passagen, da kann die Flandernrundfahrt aber nicht mithalten. Wunderbar mit Ganzkörperdurchschüttelung.

Ein prächtiges Panorama bot der Schlußanstieg zum Baita Segantini mit unzähligen Serpentinen. (Foto: BIKE Transalp)

Ein prächtiges Panorama bot der Schlußanstieg zum Baita Segantini mit unzähligen Serpentinen. (Foto: BIKE Transalp)


Hinauf zum Baita Segantini begann ein weiteres Rennen im Rennen, den Schlußanstieg zumindest trocken beenden. Das gelang unserer Gruppe soeben, die Windweste schützte vor dem Temperatursturz von 25 auf 14 Grad, konnte dem Hagelschauer hinab vom Passo Rollo aber nichts entgegensetzen. Toll wenn man nichts sieht, die Straße dahin schwimmt und die Autos mit Scheinwerfer entgegen kommen. Zumal gerade im Regen die Serpentinen außen angebremst noch weniger Spaß machen.

Die Enduro Challenge war dann rumpelig und der Kompromiss aus kein Sturz und trotzdem schnell ins Ziel funktionierte mit beherzten Bremsen. Spaß kam trotzdem auf, zumal der Bach entlang des Trails mit dem Wasser besser fahrbar war als die Miniwiesenspur daneben.

Nass und durchgefroren gabs dann nach 6:02h erstmal was zu futtern und ne wärmende Isodecke. Jetzt scheint die Sonne. Morgen sollen es 37 Grad werden. Sommer!