Seit zweieinhalb Wochen befinde ich mich wieder im Training, nach einem kurzen Transalp Erholungsurlaub. Neben Kraftausdauer standen längere Einheiten im Fokus, die mich körperlich und mental auf das 24h Rennen vorbereiten.

Dem Kompenasationstag folgt eine Ausdauereinheit, danach Erholung und drei Tage mit kürzeren aber intensiveren Traininseinheiten. Klingt nach Lehrbuch macht aber Sinn, um für die letzten Vorhaben des Jahres gerüstet zu sein.

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In dem Trainingsblock, der erst am Wochenende abgeschlossen wird, gab es für mich drei Schlüsseleinheiten. Letzte Woche Dienstag über sieben Stunden im Nationalpark de Meinweg. Auf dem welligen Terrain mit tollen Lokaltrails habe ich die erste Session des 24h Rennens simuliert. Am Samstag folgte ein Pacing Training auf einem Rundkurs über drei Stunden, wo ich fernab von Computerunterstütztung meine Konstanz austesten wollte. Klappte auch gut. Und gestern erfolgte die letzte Schlüsseleinheit in diesem Monat. Ein 10h MTB Training über Stock und Stein und quer durch Nordrhein Westfalen.

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Jetzt kann man natürlich den Sinn eines solchen Trainings anzweifeln, denn in der Trainingslehre werden Einheiten jenseits der sechs Stunden als ineffektiv bezeichnet. Das mag für den körperlichen Reiz stimmen, erfordert bestimmt auch mehr Regeneration und bleibt für mich trotzdem von essentieller Bedeutung. Denn mental ist dieses Training Motivation pur und baut im Hinblick auf das 24h Rennen Selbstvertrauen auf.

Selbstvertrauen, weil nach 10h Training noch Reserven da sind. Weil nach sieben Stunden die beste Phase im Training begann. Weil ich im Dunkeln auf meinem Rundkurs kaum Zeit verloren habe, weil ich die Essenspause gut verkraftet habe und schlußendlich auch, weil der Spaß niemals verloren ging.

Aber wie bereitet man ein 10h Training vor? Eigentlich wie jedes andere Training auch, außer das ich noch im Auto ein paar Sachen deponiert habe, um nicht ständig Treppen laufen zu müssen. Und auch nicht.

Normalerweise fahre ich länger Trainingseinheiten immer mit einem Track, um mich nicht irgendwo zu verfahren. Aber das habe ich dieses Mal gelassen und dachte mir im Hinblick auf Zeit und Distanz, dass ich einfach Mal Neues ausprobieren werde.

Außerdem habe ich mir überlegt, dass es in der Phase der Dunkelheit mehr Sinn macht, den Radius von zu Hause klein zu halten. Dadurch konnte ich die Lampe im Hellen schnell wegbringen und direkt Flaschen tauschen. Außerdem wollte ich dann das Auto in Essen aufsuchen, wo mein Hasi eingeladen war, allerdings kam es soweit dann doch nicht. Da fehlte der Track, machte aber nichts.

Grob war mein Plan bis Grevenbroich zu fahren, dann an der Erft zum Rhein, dort bis Duisburg und weiter nach Essen. Aber das nasskalte Wetter und der kräftige Wind sorgten für geringeres Tempo. Außerdem waren da auch ein paar geographische Fehler und die Distanzen länger als gedacht. :-)

Die Beschilderung des Erft-Radwegs ist mehr so semigut und so kam ich recht schnell vom Weg ab und bin dann anders nach Neuss gekommen. Dort fehlen aber Rheinbrücken, so dass ich eine Ehrenrudne durch den Industriehafen drehte. Danach habe ich festgestellt, dass zwischen Neuss und Duisburg ja noch Düsseldorf liegt und ich damit erst 2h später als geplant in Duisburg bin. Und dann habe ich mich in Duisburg Rahm auch verfahren, ich hatte das Gefühl nicht wirklich in die richtige Richtung zu kommen, der Garmin half mir dann nach Duisburg.

Also habe ich erst einmal die Fahrt nach Essen gecancelt und mich in einer Bäckerei verpflegt mit der Erkenntnis, dass mein Magen recht unempflich ist.

Ab Duisburg kannte ich mich dann auch wieder aus und fuhr den bekannten Weg nach Herten über den Kanalradweg und den Emscherradweg. Am Ende fehlten mir sieben Kilometer um mit dem Mountainbike die 200km voll zu machen, diesen Rekord werde ich dann am 26.09 aufstellen, gemeinsam mit 250, 300, 350 und hoffentlich auch der 400km.

Fazit: Trotz Nieselregen, kräftigen Wind Temperaturen um 12 Grad lief das Training sehr gut. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.