Ich habe das Stöckchen gefangen, dass Racing Ralph unabsichtlich ins Internet geworfen hat. Ralph fragte seine Leserschaft, wie sie es mit den gesammelten Daten ihrer Trainingscomputer handhaben. Auswerten und analysieren oder einfach Spielereien zum Ausprobieren und ohne Nutzen?

Ralph zählt sich zur alten Schule und hält neuere Datenerfassungen für unnötig bis hin zu überflüssig. Natürlich sind ihm die Vorteile und der eventuelle Nutzen bekannt, aber Ralph fühlt sich ganz ohne Senosren an Bike & Schuh befreiter.

Ich find die Einstellung absolut nachvollziehbar und habe häufig selbst schon gemerkt, wie nachteilig das verkopfte Training sein kann. Und über die Notwendigkeit von Wattmessung oder Pulsgesteuerten Training im Hobbysport lässt sich ohnehin streiten.

Ich für meinen Teil finde ein Pulsgesteuertes Training auch für Hobbysportler angemessen. Nicht weil man per se dadurch besser wird, sondern weil die wenige Zeit die einem Privatleben und Arbeit geben, effektiver genutzt wird.

imageAlle Traningsdaten auf einem Blick. Hier am Beispiel von Strava.

Allerdings sollte man seine entsprechenden Belastungswerte kennen, damit das pulsgesteurte Training Vorteile bringt.

Und wer sich Training auf eine Steuerung aufbaut, der wird sicherlich mit Freude seine Einheiten auswerten. Immerhin möchte man seine Entwicklung sehen und verstehen.


Ein einfaches Beispiel für die Vorteile einer Auswertung von Daten ist ein Intervalltraining. Vier mal vier Minuten im Entwicklungsbereich; alle Intervalle taten gefühlt weh. Jetzt kann man einen Haken setzen und gut ist.

Betrachtet man aber die Daten genauer, vielleicht sogar inkl. Leistungsdaten, kann man im Nachhinein feststellen, dass die Leistung mit jedem Intervall gesunken oder gestiegen ist, je nachdem in welcher Verfassung man ist und wie gut oder schlecht man die ersten Intervalle angegangen ist.

Außerdem helfen zusätzliche Werte wie der Stresscode eine einfache Bewertung des Trainings im Hinblick auf mögliche Regenrationszeiten. Nichts ist schlimmer als ein Übertraining und dessen Folgen.

Eine regelmäßige Traningsauswertung ist also gesundheitsförderlich und kann frühzeitig gegen Überbelastung helfen.

Zu guter letzt helfen natürlich mehr Daten zu ausgewogeneren Ergebnissen. Mit der Wattmessung am Rennrad habe ich ganz schnell verstanden, dass ich gegen den Wind viel zu viel investiere und bei Rückenwind viel zu wenig, während ich diese Erkenntnis mit meiner Herzfrequenzanaylse nicht gewinnen konnte. Gefühlt lag ich hier enger zusammen, gemessen war der Unterschied zum Teil fatal.

Meiner Meinung nach sollte man sich durchaus mit seinen gewonnen Daten beschäftigen, wenn man entsprechende Computer sowieso benutzt. Es muss ja nicht nach jedem Training sein.

Eins darf jedoch nicht vergessen werden, der Spaß darf dadurch nicht zu kurz kommen. Tipp: Seine Leistungsverbesserungen mit einem Kaffee am Mac nachzuvollziehen kann ein Vergnügen sein.