Mit der Transalp als großem Ziel, stand die vergangene Saison vollkommen im Zeichen der Vorbereitung auf das spektakuläre Hauptevent. Trotz des neuen Arbeitgebers, was in der Einarbeit durchaus mit Stress und sowieso, in meinem Job mit vielen Überstunden verbunden ist, startete das Training im November 14 planmäßig und ich konnte sowohl große Umfänge, als auch die geplanten Belastungen fast vollständig umsetzen.

Einen ersten Dämpfer gab es dann im März 15, als mich eine Grippe bisher unbekannten Ausmaßes völlig aus der Bahn warf und (wie ich erst später merken sollte) mich die ganze Saison verfolgte. Zwei Wochen Trainingsausfall sowie drei Wochen folgende Mattigkeit und Schwächeperioden verhinderten somit den geplanten glanzvollen Auftritt bei der „Hel van Groesbeek“, meinem Heimrennen. Während Daniel über die Langdistanz bereits eine grandiose Frühform präsentierte, gab ich bei meinem ersten Saisonhöhepunkt, nach zwei von drei Runden völlig entkräftet auf.

Was nun folgte, war eine Achterbahnfahrt der Leistungen und Gefühle. Auf der Firma gab es viel zu tun und ich habe es nie geschafft, die fehlenden 4-5 Wochen fehlenden konsistenten Trainings von März und April nachzuholen. Nun bin ich in zwischen ja ein alter Hase und bekomme es durchaus hin, mich auch mit suboptimaler Vorbereitung in Form zu bringen.

Die Zielabfahrt in der ersten Runde trocken und griffig, dafür mit Stau.


Zumindest für eintägige Events wusste ich das ganz sicher. So brachten Daniel und ich ein mehr als ordentliches Ergebnis in Gilserberg beim Kellerwald Marathon zu Stande, bei dem sich eine funktionierende Zusammenarbeit und eine annähernd gleiche (gute) Form abzeichnete. Während Daniel in Rhens und Sundern der stärkere war, konnte ich beim Bikemarathon in Willingen deutlich Akzente setzen und Daniel bei einer Schwächephase zur Seite stehen. Ich wähnte mich in guter Form, zu Mal auch die Leistungstests dies wiederspiegelten und die besten Ergebnisse seit 2011 auswiesen. Das ich beim letzten Vorbereitungsrennen am Rursee etwas durchhing und mich von Daniel durchschleppen ließ, verdankte ich den Magenschmerzen zur Rennmitte, doch alles in allem lieferten wir eine gute Performance mit einem tollen Finale auf den letzten Kilometern.

Dann kam die Transalp. Hauptevent. Saisonhöhepunkt.. Lange Rede kurzer Sinn: 1. Etappe toll gestartet. Flasche verloren. An der Verpflegungsstation zu überhastet weitergefahren. Dehydriert. Nach kurzer Laufpassage Krämpfe. Am Straßenrand gelegen. Anfängerfehler. Dann Platten. Von Daniel ins Ziel geschleppt worden. Dennoch gutes Ergebnis eingefahren.

Auf der zweiten Etappe musste ich dann feststellen, dass es wohl schwer werden würde sich von der schwersten körperlichen Krise meiner „Karriere“ zu erholen. Zumal während eines affenschweren 7 tägigen Etappenrennens. Die angespannte Situation um ein Saisonziel in Gefahr, in Kombination mit dummen Kommunikationsfehlern führte dann dazu, dass das Team Coffee & Chainrings spätestens ab dem dritten Tag mit zwei Einzelfahrern am Start war. Eigentlich doof.

An Tag drei hatte ich aufgrund des schwindenden Selbstbewusstseins durch die bisher unbekannte körperliche Unzulänglichkeit schon aufgegeben. Meine Frau überredete mich am Telefon (ja, ich hatte angerufen, um mich von der Strecke abholen zu lassen) weiterzufahren und mir diese Enttäuschung nicht anzutun. Vielen Dank dafür!

Kurze Zusammenfassung: es folgten 4 epische Tage mit jeder Menge Spaß, tollen Trails und sogar noch völlig unerwarteten sportlichen Erfolgserlebnissen. So holte ich an einem Tag den Strava KOM an einem kleinen Gegenanstieg aus einer Abfahrt heraus, noch vor den Elitefahrern (keine Ahnung, wie das ging), landete in einer Endurowertung gar vor Karl Platt und erreichte mit 96,8km/h meine persönliche Höchstgeschwindigkeit auf dem MTB. Eine tolles Erlebnis! Die Transalp sieht mich auf jeden Fall wieder!

Der schon traditionelle Saisonausklang fand dann bei meinem Lieblingsrennen dem Vulkanbike in Daun statt. Bei tollem Wetter, war ich mit meiner Leistung eigentlich gar nicht so zufrieden, um hinterher dennoch festzustellen, dass ich die beste Zeit aller meiner Starts auf dieser Strecke erzielt hatte. Immer wieder ein tolles Event mit guter Organisation und top-Stimmung.

Alles in Allem ein tolles Jahr, trotz der sportlichen und emotionalen Achterbahnfahrt. Sicher wären ohne Krankheit und Überstunden bessere Ergebnisse möglich gewesen, dennoch möchte ich weder die tollen Erlebnisse auf und neben der Strecke, noch wertvollen Erfahrungen (auch hinsichtlich der Trainingsplanung und Umgang mit Krankheiten) missen.

Vielen Dank an Daniel, für die vielen kurzweiligen Trainings-und Renn- Kilometer zusammen aber vor allem an meine Frau. Wenn die abgegriffene Redewendung vom „Wind unter meinen Flügeln“ jemals irgendwo angebracht war, dann in diesem Jahr und für sie.

Was das nächste Jahr bringen wird? Keine Ahnung. Auf jeden Fall noch einmal Vollgas. Auf dem MTB und vielleicht zur Abwechslung auch mal wieder in anderen Bereichen. Nach meinem Marathon 2013, gibt es ja eigentlich nur noch eine logische Weiterentwicklung. Vielleicht sollte ich mir ja mal eine Schwimmhose kaufen.