Eigentlich ist es nicht meine Art bei einem Produkttest mit einem ersten Eindruck zu beginnen, anstelle eines Unboxing Artikels. Aber bei der Garmin Varia Vision muss man mal mit alten Traditionen brechen, immerhin ist das In-Sight Display extrem futuristisch. Find ich.

Garmin Varia Vision – Was? Keine Angst, dass Garmin Varia Vision Insight Display muss man noch nicht kennen. Aber man sollte genau hingucken, ich bin mir selbst noch unsicher, wie ich das futuristische Extra für die Garmin Edge und Forerunner (?) Serie bewerten soll.

Das Insight-Display der Varia Vision von Garmin ist ein Addon für deinen Fahrrad Computer oder deine Laufuhr und transportiert das Display direkt vor dein Auge. Klingt futuristisch? Ist es auch!

Erster Eindruck Garmin Varia Vision

Wie es funktioniert

Das Inisght Gestell wird mittels einer Halterung am rechten oder linken Brillenbügel verbunden, eingeschaltet und über die Senoren Suche von Garmin Edge oder Forerunner mit dem System einmalig verbunden, ab der zweiten Benutzung verbindet sich die Varia Vision selbstständig.

Ist die Varia Vision einmal verbunden, kann man über ein Touch Display an der äußeren Gestellseite verschiedene Datenfenster aufrufen und bekommt diese auf das Brillendisplay gestreamt.

Garmin typisch lassen sich die Felder fast vollständig frei konfigurieren. Man kann zwischen den Standard Garmin-Datenfeldern wählen (bis zu 4) oder graphische Datenfelder benutzen wie zum Beispiel einen Herzfrequenz Graphen oder diverse leistungsbezogene Daten.

Mögliche Vorteile

Ein bißchen gewöhnungsbedürftig war die Testfahrt heute schon. Und der Mehrwert hat sich mir am Anfang auch noch nicht wirklich ergeben. Mit der Zeit und der Gewöhnung hatte das Insight Display schon einige Vorteile gegenüber dem Standard Display der Uhr oder des Computers.

Während man für eine Betrachtung des Bike Computers seinen Kopf schon aus der Fahrtperspektive nehmen muss, ist das Ablesen der Garmin Varia Vision eher mit einem Blick auf den Autotacho zu vergleichen, das Auge wandert ein wenig nach unten (oder oben, je nachdem wie man das Gestell einstellt) ohne den Blick völlig von der Fahrtrichtung zu entfernen.

In steilen Uphills war mein Pulseinstieg viel einfacher zu verfolgen, in technischen Abfahrten könnte ich auch mal ein Blick auf die Geschwindigkeit erhaschen und an der roten Ampeln musste ich auch nicht den Blick von der Ampel nehmen, um meine Statistiken anzusehen.

Nice to have aber keine wirklichen Kaufargumente auf dem ersten Blick. Allerdings könnte der morgige Routing Test das Killer Feature werden, denn gerade beim MTB ist der Blick auf das Display nicht immer möglich und wie oft habe ich bereits kleinere Verfahrer gehabt, weil ich den Abbiegehinweis nicht gesehen habe.

Nachteile

Keine? Nicht wirklich. Die Konstruktion ist nicht optimal, es entsteht ein relativ großer toter (schwarzer) Winkel, so dass man beim Abbiegen auf der Vision Seite besser zwei Mal guckt. Gerade an Kreuzungen störte mich das schon. Allerdings könnte man in solchen Situationen auch das Insight Display hochklappen, die Halterung ist da sehr flexibel. Allerdings wäre dann gerade die Situationen, wo die Daten am Auge auch ein Vorteil gegenüber am Bike Computer hätten, hinfällig.

Erster Eindruck

Installation und Anleitung gingen fix. Kein Vergleich zu den Problemen mit der Garmin Index smart Scale. Die Halterung war ebenso fix befestigt. Ganz Garmin untypisch sind direkt zwei Halterungen dabei, so dass man die Vision an zwei Brillen benutzen kann ohne die Halterung immer wieder neu mit Gummibändern zu befestigen. Details gibt es beim Unboxing.

Dann bin ich losgefahren und hatte drei Datenfelder, die aber gar nicht mit meinem Edge Datenfelder übereinstimmten. Hmpf. Kmh, Zeit und Km sind auch irgendwie nicht meine relevantesten Trainingsdatenfelder.

Aber hier hat Garmin gut mitgedacht, über die Sensoren Auswahl kann man über den Edge bequem die Datenfelder am Insight Display während der Fahrt verändern. Es gibt sogar eine Vorschau auf dem Edge Display für die graphische Darstellung bei der Varia Vision. Zudem kann man würdige Display Hintergrund Farbe wählen. Toll!

Nicht so toll ist hingegen die Auto-Display Drehung, jedes Mal kippte das Display auf den Kopf, wenn ich zu tief (Richtung Boden) guckte. Das nervte und ließ sich auf Anhieb auch nicht verhindern bzw. abstellen. Die Funktion an sich ist gut, da man das Display auf beiden Seiten benutzen kann. Aber einmal auf Start gedrückt, sollte das Display vielleicht besser in der Position verharren oder man sollte das Display sperren können.

Außerdem lässt sich das Rutschen der Beille nicht wirklich verhindern, da die Vision selbst nur einseitig am Gestell zieht. Auf ruppigen Trails beginnt die Brille ungewohnt zu wackeln.

Fazit

Mit 399€ (UVP) ruft Garmin für eine nette Spielerei einen ordentlichen Betrag aus. Ob der Gegenwert den Betrag wert ist, möchte ich nach dem ersten Eindruck zumindest in Frage stellen.

Nach 15min hätte ich die Garmin Varia Vision im ersten Eindruck verrissen aber mit der Zeit war das Inisght Display gar nicht so ganz blöd. Insbesondere die Routing Idee klingt für mich vielversprechend und im Stadtverkehr könnte die Varia Vision ebenso eine prima Ergänzung darstellen, wenn der tote Winkel nicht stört. Vielleicht bin ich da ja etwas empfindlich?

Jetzt fahre ich erstmal eine lange Testrunde und kümmere mich um das Routing, in der kommenden Woche gibt es dann mehr Bilder im Unboxing Artikel.

Hinweis
Die Garmin Varia Vision wird mir für einen Testzeitraum kostenfrei zur Verfügung gestellt. Es gibt seitens der Agentur keinerlei Vorgaben und oder (in)direkte Einflussnahme auf den Artikel.