Noch drei Wochen bis zum 24h Mountainbike Rennen in München. Die Woche in denAlpen tat meinem Körper getunt ich kehre mit ausreichend Selbstvertrauen und einem Fitnesslevel vergleichbar mit dem aus Juli 2015 zurück nach Hause. Krönender Abschluss war der Alpe Adria MTB Giro am Sonntag, den ich trotz der anstrengenden Trainingstage mit einem mehr als zufrieden stellenden Ergebnis gefinisht habe. München kann kommen!

mein_trainingstagebuch

Nach dem Sturz am Sonntag in der Abfahrt vom Plöckenpaß, als mein Vorderreifen „explodierte“, gab es am Montag trainingsfrei. Ohnehin stand nichts anderes im Trainingsplan. Ein freier Tag zum Wochenstart scheint sich gerade sowieso durchzusetzen, man kann auch schlechter in die Woche starten als meinem Schwimmchen und einen Ausflug zum Ronacher Fels am Weißensee, um dort im Regen einen Kaffee zu trinken. Und trotzdem bleibt das Bild vor Augen nachhaltiger als jeder Sonnentage zu Hause. Eine Aussicht zum Verlieben.

4 Berge Tour

Vier Berge auf 65km mit 2500hm sprechen für ein kräftezehrendes Fahrtsiel. Das war es auch. Das Einrollen beendete ich bereits nach 2km und kletterte gemächlich (220 Watt) zum ersten Mal Richtung Nagel Alm, um den neuen Weißensee Trail zu testen. Nach dem Trail folgte der zweite Anstieg hinauf auf Naggl, bekannt aus der letzten Etappe der BIKE Four Peaks 2015. Während ich damals ich im strömenden Regen hinauf pedalierte, kletterte ich heuer bei herrlichem Sonnenschein. Der Anstieg zur Bodenalm (3km, 300hm) war extrem steil und hart, danach folgte zur Erholung die längste Abfahrt des Tages zum Ostufer des Weißensees. Dort kletterte ich noch zur Techendorfer Alm (8km, 750hm), ehe ich den Rückweg antrat. Am Ende fehlte es schon etwas an Kraft in den Beinen, so dass ich den vierten Berg nicht mehr über 200 Watt angehen konnte, sondern mich mit 195 Watt hochquälte.

Hochstein & Russenweg

Am Mittwoch stand eine lange Trainingseinheit im Plan mit einem langen Anstieg, den ich locker fahren soll und mich auf die Abfahrt konzentrieren: Faktor Spaß. Und so pedalierte ich im Wohlfühltempo vom Weißensee ins Drautal, um dort von Bergen umgeben und mit Blick auf die Dolomiten Richtung Lienz zu fahren. Mit dem Hochstein wartete mit die schlimmste Herausforderung dieser Tage, denn meine Beine waren schwer wie Blei und die Steigung immer im zweistelligen Prozentbereich. Dabei brannte die Sonne pausenlos und erreichte im Anstieg Temperaturen um 30 Grad, während es sich später mit einem Regenschauer auf acht Grad abkühlen sollte. Wegen des Regens habe ich den Russenweg nur im Ansatz gefahren und wechselte nach den ersten Teilstücken auf die Forststraße, meine Abfahrtsperformance war an diesem Tag einfach nicht standhaft genug.

Rainy Reggie Ride

1h Beine ausfahrend trotzdem 300hm? Am Weißensee kein Problem. Im strömenden Regen fuhr ich zur Tschabitscher Alm, wo sich selbst die Kühe das Wetter nicht unter freiem Himmel antaten. Nach der Einheit fühlte ich mich aber einfach nur gut.

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Auf nach Villach

Am Freitag mussten wir dann leider den Weißensee verlassen und zogen in das Hotel Kasino nach Villach, wo wir das Alpe Adria Bike Festival besuchten. Mein Weg führte zu Beginn in einem intensiven Bergintervall (271 Watt) abermals hinauf nach Naggl, um von dort dann die andere Bergseite Richtung St. Lorenzen hinabzufahren. Kein leichtes Unterfangen, was ich euch in meinem dritten Teil Back in the alps genauer erzählen werde.

Schließlich fuhr ich dann gemütlich entlang der Gail bis nach Villach.

Alpe Adria MTB Giro

Als Vorbelastung auf einen MTB Giro einen Berg der höchsten Kategorie hochzufahren ist keine gute Idee, jedoch ein gutes Training. Über die Kanzlhöhe fuhr ich die Gipfelstraße hinauf auf den Gerlitzen, 15km und fast 1500hm später stellte ich fest, dass wir hier bereits zum Auftakt der BIKE Four Peaks 2015 lang gefahren waren. Nur ging es den Berg von Bad Kleinkirchheim aus hoch. Sachen gibts. Oben wartetedie Family zum gemeinsamen Kaffee trinken auf 2000m Höhe. Wobei warten übertrieben ist, denn aufgrund meines super guten Zeitmangaments musste niemand warten und wir kamen fast zeitgleich oben an.

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Danach galt es Beine hoch, lecker Carbo Loading und dann am Sonntag das beste aus dem #raceday herausholen, was unter diesen Umständen möglich ist. Und es war ein super Ergebnis dafür.

Daten & Fakten

6 Trainingseinheiten, 420km (alle auf dem MTB) und 10800hm. 270 Watt über 22 Minuten, 240 Watt über 1:15h. Drei Anstiege über 1000hm, 2 über 500hm, 4 über 350hm.

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Die Trainings- und Rennzeit betrug zusammen 24:20h. (2 mal 5:00, 2 mal 4:30, 1 mal 3:30 sowie Warm Up, Cool down und Reggie Ride)

Fazit

Laut Strava ist meine Fitness Kurve in dieser Woche extrem gestiegen und ich bin auf Transalp Niveau. Am Berg fühle ich mich gerade auch extrem stark, in der Ebene sieht es dagegen anders aus. Da es Ansgar ähnlich geht, scheint dies ein spezifisches MTB Problem zu sein, was ich nach dem 24h Rennen angehen werde. Für das Rennen in München fühle ich mich jetzt immer besser vorbereitet, am Wochenende folgen die letzten beiden entscheidenen Trainings, um auch mental auf das Event eingestellt zu sein.

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Meine Watt-Leistungen in Österreich waren ziemlich gut, wenn man bedenkt das meine linke Körperseite schwächer und damit weniger leistungsfähig ist.Das relativiert die getretenen 270 Watt über 20 Minuten natürlich ins Positive. Wenn ich jetzt noch mein Wunschgewicht erreiche und halte, dann scheint die Saison sich noch ins Positive zu wandeln.

Ob ich damit gerechnet hätte, fragte mich gestern Jochenden Lamaiund ich muss gestehen, dass ich mit einer derartigen Verbesserung meiner Leistung nicht mehr gerechnet habe.