#Raceday. 24h Race Olympiapark München, Solo aber nicht allein. Was erwartet mich? Was sind meine Ziele? Meine letzten Gedanken in einer Rennvorschau zusammen gefasst.

Liebe, Glaube, Zversicht. Raceday

Die Strecke

Ich habe nicht mehr vor mir die Strecke anzusehen, wobei mich schon Gedanken plagen, ob die Ausschreibung richtig ist. Auf der 6,7km kurzen Runde erwarten uns Fahrer knapp 185hm laut Ausschreibung. Das wäre über die Distanz schön knackig. Andersrum ist der Olympiaberg eben auch kein Hügel. Neben Wiesen, Aspahlt und ein paar Trails gibt es auch viele Kopfsteinpflaster. Ich bin gespannt, ob die Lefty hier ihre Virteile ausspielen kann.

Das Team

Zum Glück habe ich ein Team hinter mir! Sandra, die sich netterweise ganz spontan als Betreuerin angeboten hat und meine Frau werden wohl ebenfalls extrem leiden müssen. Einzig unsere Tochter schienen die Temperaturen wenig auszumachen. Jedenfalls herrscht im Olympiapark noch mehr Hitze als auf dem offenen Gelände, da sich die Sonne auf den Aspahlt festbrennt.

Die Taktik ist klar und wir haben alles gut vorgesprochen. Ich bin völlig optimistisch, dass wir als Team das Rennen rocken. Denn ohne Betreuerinnen läuft ein Solorennen nicht. Es ist schön anstrengend genug den Fokus auf das Rennen zu behalten, da gibt es keine Möglichkeiten noch an die vielen Kleinigkeiten zu denken, die wichtig sind. Alleine das Festmschen der Lampe, auffüllen von Trinkflaschen und diese tausenden Kleinigkeiten, die während des Rennens niederprasseln.

24 Stunden Solo

Ich habe lange überlegt wie man die Intensität eines 24h Rennens Außenstehenden näher bringen kann. Heute kam mir eine gute Idee, nämlich anhand des Höhenprofils einer Tour de France Etappe.

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Das Rennen beginnt leichter als im Teamwettbewerb oder bei einem Mittel- oder Langstreckenmarathon. Entsprechend geringer ist die Intensität und getretene Leistung. Ich peile 150-180 Watt an, je nach dem wie es läuft.

Die Intensität nimmt langsam nach dem ersten Drittel zu, die kurzen, giftigen Anstiege tun langsam weh und das Rennen wird ernst. Jetzt ist es wichtig am Ball zu bleiben.

Zum Ende des zweiten Drittels (05 Uhr morgens) hin hat man das Gefühl gegen einen Berg zu fahren. Doch dann mit dem Sonnenaufgang gibt es neue Energien und die folgenden Stunden laufen noch einmal etwas leichter, ehe es dann am Ende gedämmt hart wird. Die letzte Stunde ist dann losgelöst von allem und fühlt sich wie eine rasante Abfahrt an.

Ich finde das Etappenprofil der gestrigen Tour Etappe spiegelt die Rennintensität gut wieder.

Die Vorschau

Was erwartet man bei einem 24h Rennen? In erster Linie eine Fahrzeit über 20 bis zu 22/23h. Und der Rest ist kaum kalkulierbar. Wünschenswert wären 400km. Bei über 50 Solostartern ist eine Top20 Platzierung mein Ziel, eine Top 10 Platzierung ein Erfolg.

Meine größten Sorgen bereitet mir das Wetter. Ich liebe Sonne und Sommer aber sich ausreichend über 24h zu versorgen ist ohnehin eine schwierige Angelegenheit. Bei Temperaturen über 25 Grad wird das Trinken extrem wichtig und muss von mir und dem Team im Auge behalten werden.

Ansonsten sind natürlich die Übergänge immer Problem. In der Dämmerung werde ich müde und in der Nacht wird mir kalt. Die Erfahrung Zeit, dass ich weitermachen muss. Immer weiter.

Und das gut ist, dass ich weiß das ich ein körperliches Comeback feiern kann und die Sonne am Morgen neue Energien frei setzen wird.

Ich in in bester Form, die seit April möglich ist. Ich bin ausgeruht und voller Tatendrang. Die Vorausetzungen für ein gutes Rennen sind da, alles andere wird in erster Linie ein Willensakt. Und ich will das!