Gestern Abend gab der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) bekannt, dass er künftig auf ein Teilnahmeverbot für Lizenzsportler bei nicht UCI reglementierten Rennen verzichtet und zieht damit seine Drohungen gegen Lizenzsportler, die am RadRace oder anderen fixed gear Veranstaltungen teilnehmen möchten zurück.

Der Bund deutscher Radfahrer reagiert auf die Kritik der aufgebrachte Radsport Community, die nach den Drohungen mit Wettkampfsperre seitens der Landesverbände des BDR gegen seine eigenen Lizenzsportler bei Teilnahme am Rad Race, 24h Rennen oder Extreme Marathons aufkam und lockert sein Teilnahmeverbot für lizensierte Radsportler.

Wir begrüßen die Entscheidung sehr, auch wenn mit dem Hinweis auf die Regel 4.4.1 (1) unklar bleibt, warum es überhaupt zu Drohungen gegen Lizenz-Sportler gekommen ist.

Umstrittenes Teilnahmeverbot des BDR

Außerdem bleibt die Frage im Raum, warum weiterhin bei UCI reglementierten Rennen wie MTB Marathon Lizenz-Sportler bei Teilnahme eine Wettkampf Sperre erhalten sollen, denn das Drohen von Sportlern ist für mich nach wie vor der falsche Weg. Förderung der des Sports sieht anders aus. Viel eher sollte der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) sich selbst hinterfragen, warum die ausrichtenden Vereine den BDR nicht mit ins Boot nehmen.

Markus verwies in seinem Kommentar unter anderem auf Ungereimtheiten wie Forderungen nach entsprechenden Hotels für BDR-Wettkampfrichter auf der einen Seite, deren Kosten natürlich der ausrichtende Verein und damit auch die Nicht-Lizenz Starter via Startgeld finanzieren und auf der anderen Seite die Tatsache, dass zumindest noch vor ein paar Jahren selbst Jugend-Nationalteam Fahrer ihre Trikots selbst kaufen mussten.

Weniger restriktiv, mehr Kommunikation und Förderung lautet mein Vorschlag an den BDR, damit auch langfristig die Jedermänner dem Verband wohlwollend gegenüber stehen. Der Fußball zeigt doch, dass alle Leistungsklassen in einer Sportart unter einem Verband organisiert werden können und das Regelwerk für alle annehmbar ist.

BDR Sportordnung 4.4.1 (1) im Detail

Mit dem Blick in die Sportordnung findet man unter Artikel 4.4.1 (1) den folgenden Absatz, der ganz klar eine Teilnahme an 24h Rennen, Extreme Marathons wie den Ötztaler Radmarathon oder eben fixed gear Rennen wie das RadRace erlaubt.

4.4.1 Allgemeines (1) Für alle von der UCI betreuten und reglementierten Disziplinen gilt: Ein über den BDR lizenzierter Sportler darf nur an solchen Radsport-Veranstaltungen teilnehmen, die vom BDR, einem LV bzw. einem der UCI angeschlossenen Verband genehmigt und ordnungsgemäß ausgeschrieben worden sind.
Damit ist auch klar: Wettkampf-Formen wie 24h-Rennen, Ultra-Marathons (z.B. „der Ötztaler“) oder eben auch Fixie-Rennen auf der Straße sind keine von der UCI betreuten und reglementierten Disziplinen. Sie werden derzeit auch nicht bei uns im Verband angeboten und fallen deshalb hinsichtlich lizensierter Radsportler nicht unter das oben genannte Teilnahmeverbot.
– Quelle: Bund Deutscher Radfahrer

Gleichzeitig bedeutet dies aber auch, dass nicht vom BDR (LV) genehmigte MTB Marathons nach wie vor für Lizenz-Sportler tabu sind. Warum?

Offene Fragen an den BDR

Warum geht der Bund Deutscher Radfahrer nicht den anderen Weg und verzichtet auf das Teilnahmeverbot seiner Lizenz-Sportler und sucht den intensiven Austausch mit den ausrichtenden Veranstalter und packt das Problem an den Wurzeln. Was sind denn die Gründe für das fehlende Einholen der Genehmigungen beim BDR? Etwa die Kosten? Das keine Geldprämien an die Sieger ausgezahlt werden? Das der BDR-Wettkampfrichter kein Hotel bekommen kann?

Ich würde es begrüßen, würden sich alle Radsportler unter einem gemeinsamen Verband Stellung beziehen, sobald sie sich in einem Radsportverein anmelden und nicht erst über das Ziehen einer Lizenz. Aber solang der BDR restriktiv agiert, konservativ geführt und mehr als Ankläger (Teilnahmeverbot, Wettkampfsperre) agiert und weniger als Unterstützer der breiten Masse, wird dieser Weg wohl eine Utopie bleiben.