Nach dem Ansgar und ich uns zum Start des Coffeechains on Tour Wochenendes beim Laktattest kräftig die Kante gegeben haben, schüttelt wir anschließend die Beine beim Rennrad Seightseeing durch das Bergische Land aus. Geplant war eine Kaffeefahrt nach Witzhelden, weil wir sind Witz-Helden! Am Ende waren wir Witz-Helden.

Vielleicht hätte ich Ansgars Einwände ernst nehmen sollen, dann wäre aus unserer Kaffefahrt auch eine Kaffeefahrt geworden. Aber ich kenne Strava ja besser…

Ansgar: 33km mit 500hm zum Beine lockern? (nachdenklicher Smilie) Du bist der Boss, Boss!

Daniel: Strava übertreibt. Sind ca. 300hm.

Ansgar: Ach, das vergesse ich immer.

Daniel: Und die Kilometer stimmen nicht, die Route endet nicht am Start. Muss ich noch ändern. Es werden 30km.

Ansgar: Ach, passt schon!

die Kilometer passten

Zumindest hatte ich Recht, was die Kilometer anging. Am Ende waren es ziemlich genau 30km, allerdings eben doch die von Ansgar gefürchteten 500hm.

Nicht das wir damit übertrieben hätten. Nach der Ausbelastung beim Laktatest und vor den knapp 3500hm beim Frankenwald Marathon war das natürlich ein Klacks. Beine lockern eben.

Erst schwitzen auf der Rolle, dann in den Höhen des Bergischen Lands

Erst schwitzen auf der Rolle, dann in den Höhen des Bergischen Lands

Gut, dass Ansgar das Unterfangen Beine lockern direkt beim bersten Bergen (und dem E-MTB Opa) vergessen hatte und mit jenseits der 300 Watt in den Berg trat. Ich habe mir das Schauspiel dann aus der Entfernung angesehen. Langsam kann ich besser!

Das Bergische Land

Die ersten Kilometer waren abgerissen und ein Blick auf die Uhr verriet nichts Gutes. Gefühlt kamen wir gar nicht vorwärts und mit dem Anfangstempo wären wir drei Stunden unterwegs gewesen. Das lag mit unter aber auch an der Topographie, denn die 500hm waren insbesondere auf den ersten 15km unser Feind.

Bei meiner Tour durch das Bergische ins Ruhrtal habe ich die Berge von innen begutachtet und auf die meisten Anstiege verzichtet. Schlecht war das nicht, aber verpasst hatte ich damals einiges.

Regerstraße und Weltersbachtal waren sehr prägsam für uns, wobei gerade der zweite Berg sehr gleichmäßig und gut zu bewältigen war. Langsam und stetig lockerte sich auch die Muskulatur und die Laune stieg wieder an.

Das lag aber auch an dem Naturerlebnis, denn die Straßen im Bergischen Land mit viel Wald ringsum sorgten für eine tolle Atmosphäre. Als wir dann noch ein Reh erblickten und das Reh eine gefühlte Ewigkeit unserem Gekurbel folgte, waren wir hoffnungslos in Love.

Witzhelden für Witz-Helden

Ziel unserer Lockerungsübungen war der beschauliche Ort Witzhelden. Eine kleine Gemeinde im Bergischen, die nicht nur aufgrund des urkomischen Wortspiels einen Besuch wert ist. Die alten Fachwerkhäuser begeisterten uns genauso wie die engen Straßen und der schöne Kirchplatz.

Leider hatten wir uns gegen einen Kaffee in Witzhelden entschieden, nach dem Angsgar Luft* verlor und wir noch vor dem Knockout am Auto sein wollten…. (*vielleicht verlor auch nur sein Schlauch Luft, hier weichen die einzelnen Erinnerungen ab)

Witz-Helden treffen Witzhelden

Witz-Helden treffen Witzhelden

Schmale Landstraßen und kleine Dörfer

Auf dem Rückweg haben uns besonders die schmalen Landstraßen, die vielen Felder und die kleinen Dörfer im Bergischen Land fasziniert.

Zwei mal überquerten wir die Wupper, die sich längs durch das Tal zog. Über die unmittelbaren Höhen der Wupper erstreckt sich der Klingenpfad, den wir demnächst mit dem Mountainbike erkunden wollen.

Aber auch eine Rennrad Route durch das Bergische Land ist nicht ausgeschlossen. Topographisch anspruchsvoll in landschaftlich schöner Atmosphäre. Hier schlägt das Radler Herz nicht nur wegen der Anstrengungen höher.

Fazit

Zu einem epischen Wochenende gehören unvergessliche Momente. Und die durch das Bergsiche Land bleibt eben so eine Erinnerung. Und am Ende war die Tour auch für die Beine eine Lockerung, verglichen mit der fünf stündigen Autofahrt in den Frankenwald.

Unvergesslich bleibt auch unser Sturz bei 50kmh. Ihr werdet nicht glauben, was dann geschah… Wir mussten weinen.

Zum Glück hatten wir Kaffe dabei.

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