Viele Sportler trainieren einfach drauf los oder greifen auf Trainingspläne in Zeitschriften oder Magazinen zurück, meistens wird aber der Grundstein – die Periodisierung des Trainings – völlig missachtet. Dabei ist die Periodisierung des Trainings der Grundpfeiler, das Gerüst auf dem die einzelnen Trainingsphasen aufbauen.

Dabei spielt es keine Rolle wie viele Jahresstunden oder Kilometer ich in mein Training investiere. Möchte ich meine begrenzte Zeit zielgerichtet nutzen, dann komme ich um eine Periodisierung des Trainings nicht herum. Was das genau bedeutet, möchte ich euch mit diesem Artikel erläutern.

Viel hilft viel? Oder doch besser kurz und heftig? Einfach mal drauf los? Alles irgendwie nicht verkehrt, aber irgendwie auch nicht wirklich korrekt. Im Zuge meines Jahreshighlights 2017 habe ich erstmals meine Periodisierung des Trainings selbst übernommen und mir damit eine Menge Druck genommen und gleichzeitig viele neue Möglichkeiten für die Zielsetzung gewonnen.

Periodisierung des Trainings

Periodiwas? Periodisierung des Trainings

Die Periodisierung des Trainings ist weder eine neue Trainingsform noch ein Hexenwerk. Bei der Periodisierung des Trainings geht es in erster Linie um eine langfristige Planung des Trainings, man unterteilt das Jahr (oder auch nur halbe Jahr) in verschiedene Trainingsphasen mit unterschiedlichen Trainingsreizen und -zielen mit dem Ziel zum Saisonhöhepunkt X fit zu sein und währenddessen möglichst nicht überzutrainieren.

Es gibt in der Trainingsliteratur verschiedene Periodisierungs Ansätze. Am gebräuchlichstenist der lineare Ansatz mit hohen Umfängen mit niedrigen Intensitäten in der GA-Phase bis hin zu niedrigen Umfängen und hoher Intensität in der wettkampfspezifischen Vorbereitung. Es geht auch umgekehrt mit kurz und knackig im Winter und zunehmenden Umfängen im Frühjahr.

Das Ergebnis bleibt das Gleiche, denn mit der Periodisierung schafft man Tatsachen, man kann sich systematisch auf seinen Saisonhöhepunkt vorbereiten.

Periodisierung: Denke heute an morgen

Bisher habe ich immer nur eine grobe Jahresplanung vorbereitet und den Rest meine Trainer machen lassen.Damit ist jetzt Schluss und ich kümmere mich selbstständig um mein Training. Und damit ich meine Trainings besser planen kann, habe ich mein Trainingsjahr vorgeplant.

Die unterschiedlichen Trainingsblöcke haben unterschiedliche Ziele, es werden unterschiedliche Umfänge bewältigt und die Intensität wird spätestens mit dem Aufbaublock im März ebenfalls zunehmen. Ich habe mich gegen zwei Grundlagen 2 Blöcke entschieden und für eine längere Vorbereitungsphase, weil ich mit einem Umzug im Dezember noch privat eine andere hohe Belastung zu verarbeiten habe und damit meine Ressourcen schone und Ende Dezember voll motiviert die Grundlagen Phase beginnen kann.

Die Periodisierung ist für mich ein nützliches Tool, um mir vor Augen zu führen, welche Leistungen ich wann von mir abverlangen muss. Es hilft den Überblick zu bewahren und nimmt Druck, denn Dank der Periodisierung für die Saison 2017 weiß ich, dass ich bis Mitte Dezember die Umfänge geringer halten kann als erwartet und trotzdem von einem erstklassigen Training profitieren werde.

Ins Blaue trainieren

Natürlich kann man auch einfach ins Blaue trainieren und machen, worauf man gerade Lust hat. Dagegen halte ich, dass in der Periodisierun a) solche Phasen ebenfalls berücksichtigt sind und b) hat man in jeder Woche immer Möglichkeiten, dass zu machen worauf man Lust hat. Aber manchmal kommt man nicht drum herum Trainingsreize zu setzen. Trainingsreize, die weh tun und unbequem sind oder lockerere Reize, um von der Superkompensation zu profitieren.

Wenn ich schon soviel zeit und Geld in mein Hobby investiere, dann möchte ich doch auch aus meiner begrenzten Trainingszeit das bestmögliche heraus holen.

Mein Weg zur wembo 24-Stunden Mountainbike Weltmeisterschaft

Im obigen Screenshot von Trainingpeaks habe ich exemplarisch meine Periodisierung des Trainings 2017 mit dem absoluten Höhepunkt, die wembo 24-Stunden Mountainbike Weltmeisterschaft in Finale Ligure, dargestellt.

Deutlich wird, dass die Trainingsstunden erst ab Januar deutlich zunehmen und ihren Höhepunkt bereits im März/April erreichen und dann über einem mittleren Niveau bis zum Höhepunkt im Juni abnehmen. Dabei orientiere ich mich an Joe Friels Trainingsphasen, die er in der Trainingsbibel für Radsportler näher erläutert.

Um euch an meinem Weg nach Finale Ligure teilhaben zu lassen werde ich euch immer wieder mit Beiträgen zur Trainingstheorie füttern, einen groben Überblick über die jeweiligen Trainingsphasen geben und mit meinem Trainingstagebuch auch wieder im wöchentlichen Rhythmus über mein persönliches Training berichten.