Morgenrituale? Seit knapp einem Jahr heißt es in der Twittercommunity regelmäßig „Namaste“ oder #miraclemorning. Ich habe auch viel versucht und möchte euch meine Erfahrungen mit dem frühen und späten aufstehen mitteilen.

Früher war ich Langschläfer und selbst 7 oder 8 Uhr eine herrenlose Zeit, noch früher bin ich zu dieser Zeit manchmal erst ins Bett gegangen. Trotzdem habe ich begonnen mein Leben umzustellen und bin Frühaufsteher geworden und bereue diese Umstellung heute nicht mehr. Allerdings muss ich gestehen, dass mir das ganz frühe Aufstehen nichts außer Probleme gebracht hat und insgesamt das körperliche Wohlbefinden ausschlaggebend ist.

Frühaufstehen aber nicht zu früh

Vor sechs Uhr stehe ich nur noch auf, wenn ich von alleine wach werde. Als ich im Januar 2016 regelmäßig den Wecker auf 5 gestellt hatte, habe ich körperlich abgebaut. Der Cortisolspiegel war mein Hauptproblem, der zwischen 0-4 Uhr auf sein Minimum sinkt und danach bis acht Uhr ansteigt.

Offensichtlich habe ich den Cortisolspiegel auch durch das frühe Aufstehen unnötig getigert und so eine dauerhafte Erhöhung erlitten. Zwar fühlte ich mich morgens immer gut, insgesamt regenerierte mein Körper aber immer schlechter.

Erst mit ausreichend Schlaf fühlte ich mich besser. Fakt ist, dass körperliche Erschöpfung, Stress und schlechte Ernährung für einen Anstieg des Schlafbedarfs sorgen. Während gesunde Ernährung und wenig Stress dazuführt, dass ich regelmäßig vor sechs Uhr wach werde. Vorausgesetzt ich gehe vor 22 Uhr ins Bett.

Wer viel trainiert braucht viel Ruhe

Wichtig ist, dass frühes Aufstehen mehr freie Zeit bringt. Allerdings darf man nicht vergessen, dass viel Training mehr Ruhe benötigt. Sieben bis acht Stunden Schlaf dürfen es dann sein, damit der Körper gut regenerieren kann.

Viel hartes und langes Training führt bei mir zu mehr Schlafbedarf. Insofern muss das Morgenritual flexibel bleiben, immer.

Meine Morgenrituale

Ich achte stets auf ausreichend schlaf und stelle meinen Wecker nur in Ausnahmesituationen auf unter sieben Stunden Schlaf. Dann wird der fehlenden Schlaf aber in den kommenden 48 Stunden nachgeholt und ich bin mir darüber im Klaren, dass mein Körper mit mehr Hunger reagiert.

In der Regel gehen wir zwischen 21-22 Uhr ins Bett, so dass ich gegen sechs Uhr aufstehe. Je nachdem, ob ich um 11 Uhr, 13 Uhr oder gar nicht arbeiten muss gestaltet sich der Morgen. But first, Coffee.

Während ich den Kaffee zubereite checke ich meine Herzfrequenzvariabilität, die mir unmittelbares Feedback über meinen körperlichen Zustand gibt. Ein niedriger Wert hat manchmal Einfluss auf mein Training, nämlich dann wenn ich mich genauso fühle wie ich gemessen habe. Andernfalls behalte ich die Warnung im Hinterkopf und schaue den Tag über, wie ich mich fühle.

Noch vor dem Kaffee oder nach der ersten Taste gönne ich meinen Beinen und dem Rücken eine Blackroll Massage, spätestens jetzt fühle ich mich lebendiger. Mit einer Socialmedia Runde beende ich mein Ritual und je nach Tagesstruktur beginne ich mit Frühstück und Training oder anderen Dingen.

Achtsamkeit ist das A und O

Was ich aus meinem gescheiterten 5 Uhr Experiment gelernt habe ist eine neue Form der Achtsamkeit. 5 Uhr aufstehen ist toll, man hat viel Zeit und alles. Man fühlt sich auch gut aber ich hatte keine Verbindung zu meinen anderen leistungsmindernden Entwicklungen gezogen, dabei führt eben weniger Schlaf zu weniger Regeneration und damit steigt der Stress und damit das Cortisol Hormon.

Ich muss jetzt nicht bis 8 Uhr schlafen oder 10 Stunden am Tag, allerdings weiß ich jetzt, dass mein Schlafverhalten Auswirkungen auf meine Leistungen hat. Und unruhige Nächte zu einem schwächeren Tag führen.

Schlechte Ernährung, zu viele Kohlenhydrate oder Fette sorgen ebenso für eine schlechte Regeneration und sorgen für einen erhöhten Schlafbedarf.

All das ist wichtig zu wissen, damit man auf sich acht geben kann und das Hobby nicht zur Überbelastung wird und die gesteckten Ziele, seien sie noch so ambitioniert, erreicht werden können. Denn manchmal ist weniger Leben auch gleichbedeutend mit intensiver Leben aber mehr schlafen. :-)